Politik sucht Lösungsansätze

Aldi-Ansiedlung: Angst vor dem Verkehrschaos

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Neuenrade – Die Ansiedlung des Discounters Aldi auf der Niederheide muss gelingen – in diesem Punkt waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Planung und Stadtentwicklung am Dienstag einig.

Es gab einige Lösungsvorschläge für das Problem, das Unternehmer Eckhard Roß geschildert hatte. Roß ist Inhaber der Zimmerei an der Bahnhofstraße. Er hat Bedenken, dass das erhöhte Verkehrsaufkommen, bedingt durch die Ansiedlung des Aldi-Marktes und die neue Wohnbebauung, seine Lade- und Anliefergeschäfte beeinträchtigen könnte. 

Der Neuenrader verweist auf ein Gutachten, in dem von knapp 2300 Fahrzeugen zusätzlich pro Tag die Rede ist – unmittelbar vor seiner Betriebszufahrt. Die Zimmerei werde von 20 Meter langen Sattelschleppern beliefert, die aus Platzgründen rückwärts auf das Betriebsgelände fahren müssten. Um das zu bewerkstelligen, müssten jeweils beide Fahrspuren der Bundesstraße bis zu zehn Minuten genutzt werden. Angesichts des zusätzlichen Verkehrs und der neu geplanten Abbiegespur befürchtet Roß, dass Anlieferungen seitens der Polizei, des Straßenverkehrsamtes oder von Straßen.NRW verboten werden könnten. In diesem Fall werde ihm die betriebliche Grundlage entzogen. 

Gespräche zwischen Investor und Zimmerei-Inhaber

Bauamtsleiter Marcus Henninger wies auf Gespräche zwischen dem Niederheide-Investor, der VR-Südwestment, und Zimmermeister Roß hin. Eine Lösungsmöglichkeit sei, dass die Fahrer der anliefernden Sattelschlepper künftig eine Wendefläche nutzen könnten, um nicht mehr rückwärts auf das Betriebsgelände fahren zu müssen. Allerdings rage diese Wendefläche in das von der Firma Aldi genutzte Gelände hinein. 

Die Zufahrt zur Zimmerei Roß an der Bundesstraße. Regelmäßig liefern Sattelschlepper Material für das Unternehmen an, sie müssen rückwärts auf das Gelände fahren und blockieren deshalb jeweils eine gewisse Zeit beide Fahrbahnen.

Sozialdemokratin Ulrike Wolfinger schlug Gespräche mit den Verantwortlichen der Discounterkette Aldi vor, Thomas Wette regt an, die Wohnbebauung „etwas kleiner“ auszugestalten und alles „ein wenig nach links zu ziehen“, um so Platz für die Wendefläche zu gewinnen. In Zusammenhang mit dieser Anregung verwies Henninger allerdings auf eine notwendige Neuplanung – und den Zeitplan, den es unbedingt einzuhalten gelte. 

Umzug ins Gewerbegebiet?

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) unterstrich, dass es wichtig sei, das Wohl des Traditionsunternehmen Roß keinesfalls aus den Augen zu verlieren. FDP-Mitglied Ernst Dirks schlug deshalb vor, dem Unternehmer doch die Ansiedlung im Gewerbegebiet schmackhaft zu machen. Bauamtsleiter Marcus Henniger stellte daraufhin die Frage, wer den Umzug der Zimmerei bezahlen solle. 

Ludger Stracke (CDU) beendete die Diskussion mit dem Hinweis: „Das ist alles nichts für den öffentlichen Teil dieser Sitzung.“

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