Wohngebäude und Atelier

Affelner Mühle versteigert: So geht es mit dem Gebäude weiter

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„Zu verkaufen“ steht auf dem Schild vor der Affelner Mühle. Hier lebt der Künstler Dieter W. Meding und hat auch sein Atelier. Wie es mit dem Objekt weitergeht, ist offen.

Affeln – Gäbe es bei den Versteigerungen im Amtsgericht Altena einen Hammer, so wäre die ehemalige Sägemühle mit der Adresse Affelner Mühle 4 unter diesen Hammer gekommen: Zuvor hatte ein auswärtiges Ehepaar sein erstes Gebot von 250 000 Euro auf 300 000 Euro erhöht.

Den endgültigen Zuschlag kann das Gericht allerdings „frühestens in drei Monaten“ erteilen. 

Denn der Prozessbevollmächtigte des Eigentümers Dieter W. Meding hatte zunächst einen Antrag auf Einstellung des Zwangsversteigerungsverfahrens gestellt. Gegen die Ablehnung dieses Antrags legte er umgehend Beschwerde ein, über die das Landgericht Hagen entscheiden muss. Bis zu dieser kann der endgültige Zuschlag nicht erteilt werden. 

Großes Interesse an Versteigerung

Die Versteigerung der Immobilie stieß im Amtsgericht auf großes Interesse: Ein weiterer Bieter erklärte zu Beginn vollmundig, dass er „die Immobilie ersteigern“ wolle, schwieg dann aber nach einigen grundsätzlichen rechtlichen Erwägungen, die die Rechtspflegerin zurückwies. Es blieb somit bei den beiden Geboten des Ehepaares, die letztlich eine Höhe erreichten, bei der der vorläufige Zuschlag erteilt werden konnte. Denn das Wertgutachten war von einem Verkehrswert der Immobilie von 347 000 Euro ausgegangen. Die 70-Prozent-Wertgrenze als Mindestbetrag für den Zuschlag lag damit bei 242 900 Euro plus einiger Nebenkosten. Die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis, die die Zwangsversteigerung beantragt hatte, schien allerdings wenig geneigt, einem Zuschlag in dieser Höhe zuzustimmen. 

Das gut 5300 Quadratmeter große Grundstück mit einer Wohn- und Nutzfläche von 623 Quadratmetern plus einer Ausbaureserve von 84 Quadratmetern ist ein ungewöhnliches Anwesen. Laut Gutachten wurde das ehemalige Sägewerk, das von der Wasserkraft der Wellingse angetrieben wurde, etwa 1912 errichtet. Der Künstler Dieter W. Meding gestaltete den Komplex nach der Stilllegung des Sägewerks vor etwa 25 Jahren mit viel Fachwissen nach seinen Bedürfnissen um – mit einem Atelier, einer 180 Quadratmeter großen Ausstellungs- und Präsentationshalle, einem persönlichen Wohnbereich, zwei weiteren Wohnungen und vielen Nebenräumen. 

Großer Garten mit Teich und Bachlauf

Der große Garten mit einem Teich und dem Bachlauf der Wellingse bietet Raum für die Präsentation weiterer Kunstwerke. Im Laufe der Versteigerung wies der „Prozessbevollmächtigte des Schuldners“ darauf hin, dass weiterhin die rechtlichen Voraussetzungen für die Installation einer Stromturbine in dem unter dem Gebäude hindurchlaufenden Bach gegeben sind: „Da existiert ein Wasserrecht. Das besteht und bleibt auch bestehen.“ 

Wie es nun weitergeht mit dem Zuhause und dem Zentrum des künstlerischen Schaffens von Dieter W. Meding, bleibt somit vorläufig offen. Weder er, noch der Erwerber äußerten sich zur Zukunft der Immobilie und vor allem zu der Frage, wer dort zukünftig leben und arbeiten wird. Vorläufig bleibt alles beim Alten: Die zuständige Rechtspflegerin gab den 16. September als Termin für die Verkündung des endgültigen Zuschlagsbeschlusses bekannt.

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