Kultur

Musik ist wieder Trumpf

Martin Theile hatte mit seinen 35 Musikern ein abwechslungsreiches Konzert vorbereitet.
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Martin Theile hatte mit seinen 35 Musikern ein abwechslungsreiches Konzert vorbereitet.

Affeln - Sein erstes großes Konzert nach Abklingen der Pandemie gab der Musikverein Blau-Weiß-Lichtringhausen in Affeln als Musiklieferant der Schützen.

„Wir haben vier Stunden sehr schwere klassische Musik für euch vorbereitet.“ Mit diesen Worten begrüßt Martin Theile, Dirigent des Musikvereins Blau-Weiß Lichtringhausen, am Sonntagmorgen gut 260 Besucher der Affelner Schützenhalle. Und weiter: „Für unser Konzert muss das Publikum mucksmäuschenstill sein.“ Damit hatte Theile den ersten Lacher des Tages auf seiner Seite – und die Stimmung im Saal schon kurz vor dem Siedepunkt gebracht. Mit der Titelmelodie der einstigen Fernseh-Kult-Show „Musik ist Trumpf“ legen die gut 35 Instrumentalisten gleich schwungvoll los. Das Publikum war zufrieden – und der ein oder andere vielleicht auch erleichtert. „Wir freuen uns sehr auf diesen Auftritt“, hatte Dirigent Theile noch Augenblicke vor Beginn der Darbietung verraten. „Vorige Woche haben wir zwar bereits ein Ständchen vor einem Seniorenheim in Attendorn gegeben.

Doch das hier heute ist das erste Konzert vor solch einer großen Menschenmenge seit anderthalb Jahren.“ Theile verdeutlicht: „Wir hatten nach einem dreiviertel Jahr ohne gemeinsames Üben nun erst wieder fünf Proben.“ Weiter erklärt er: „Manche Vereinsmitglieder wollen auch noch nicht wieder hinaus in die Öffentlichkeit.“ Doch statt der für Affeln ursprünglich geplanten
Besetzung von gerade einmal 20 Musikern, seien die Lichtringhausener nun doch „mit etwa 35 Mann“ angereist. Der Dirigent versprach dann tatsächlich „ein dreieinhalbstündiges, unterhaltsames Schützenfest-Programm“. Theile: „Wir haben uns vorgenommen, hier so zu spielen, damit das frische Bier schmeckt.“ Mit einem Lächeln im Gesicht hob er hervor: „Das gilt auch für uns selbst. Der Einzige, der bei uns nichts trinken darf, ist der Busfahrer.“ In der kommenden Woche spielen die Lichtringhausener in der Balver Höhle auf, „und danach ist dann ja schon wieder Sommerpause“, bedauert Dirigent Martin Theile.

Einige Schützen noch zögerlich

Dann sprintete er auch schon zu seinen Musikern, denn Brudermeister Detlef Schulte griff zum Mikrofon, um sie zu begrüßen: „Seit 2020 seid ihr nun unsere neue Musik, aber bisher habt ihr leider noch keinen Ton gespielt für uns.“ Über die Pandemie wollte er an diesem Tag gar nicht sprechen, fuhr der Vorsitzende der Schützenbruderschaft St. Petrus und Paulus Affeln 1861 fort. „Wir wollen heute nur ein paar unbeschwerte Stunden genießen, um einmal wieder auf andere Gedanken zu kommen.“ Dazu seien – auch bei Gängen in der Schützenhalle – keine Masken zu tragen. Am Rande der Veranstaltung vermutete Schulte, „dass einige Schützen wohl noch zögerlich sind“. So blieben einige Tische im Saal unbesetzt.

Das Kontingent von zugelassenen 500 Besuchern war nur knapp mehr als zur Hälfte ausgeschöpft. „Rund 260 Personen sind jetzt hier“, schätzte Schulte. Zwei davon waren Alois und Resi Levermann – das Jubelkönigspaar von 1996. Die einstigen Regenten wurden vom Brudermeister ebenso besonders begrüßt wie die amtierenden Regenten Stefan und Katja Kemper. Schließlich wies Schulte darauf hin, dass es zur Kaffeezeit frische Waffeln geben werde – und dann ging es auch schon los mit der Musik. Einer der Hallenbesucher applaudierte noch dem nunmehr in die Verlängerung gehenden Regenten und Ortsvorsteher, als er auch schon wieder mit seinen Tisch-Genossen anstieß. Stephan Wennrich gestand: „Dieses Schützenfest 2021 fühlt sich sicher anders an als sonst. Aber es ist deshalb nicht weniger anstrengend.“

Am Dienstag habe es für ihn angefangen mit einem Fest in der Nachbarschaft. Später habe es noch eine Feier mit dem weiter amtierenden Hofstaat gegeben. „Und gestern Abend musste ich dann auch um 21 Uhr ins Bett“, räumt er ein. „Samstag hin oder her.“ Auch wenn der Brudermeister nicht über Corona sprechen mochte, so war doch alles auf größtmögliche Sicherheit ausgerichtet. Nur Getestete, Genesene oder Geimpfte kamen in die Halle. Die Tische standen weit auseinander. Die Fenster waren geöffnet. Und den Gerstensaft gab es nur aus Flaschen und nicht frisch gezapft. Detlef Schulte zeigte sich also erleichtert: „Vor zwei Monaten hätte ich nicht geglaubt, dass wir überhaupt irgendwas veranstalten können würden.“ Er dankte ausdrücklich der Stadtverwaltung und strahlte übers gesamte Gesicht, bevor er feststellte: „Wir sind nun nach zwei Jahren endlich wieder auf dem Weg hin zur Normalität.“

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