Das Ende der Traditionsparty

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Vertreter der Stadt Neuenrade und der Wachleiter Thomas Voit. ▪

NEUENRADE/AFFELN ▪ Der SV Affeln und die Landjugend Borketal haben eine Entscheidung getroffen: Die Halloween-Party in Affeln ist Geschichte. Die Vorkommnisse am Samstagabend (wir berichteten) ließen den Verantwortlichen keine Wahl. „Wir können die Verantwortung nicht mehr übernehmen“, sagte Benjamin Nakajew vom SV Affeln am Mittwochabend im Rahmen einer Gesprächsrunde, an der unter anderem auch Vertreter des städtischen Ordnungsamtes, der Ortsvorsteher und der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Voit, teilnahmen.

Hintergrund der Gesprächsrunde war der Wunsch, einen weiteren Imageschaden von den veranstaltenden Vereinen und dem Dorf Affeln abzuwenden. „Die negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung sollen nicht das letzte Wort gewesen sein“, betonte Alexander Bender (SV Affeln) und möchte öffentlich klarstellen, dass der Verein sich seiner Verantwortung sehr wohl bewusst sei und deshalb einen Schlussstrich gezogen hat.

Glücklicherweise kam bei den Ausschreitungen niemand ernsthaft zu Schaden und – ganz wichtig – alle Verantwortlichen haben sich mustergültig verhalten. Das hob der Polizeihauptkommissar Thomas Voit, der während der Halloween-Party den Einsatz leitete, ausdrücklich hervor. Er stellte dem Sicherheitsdienst und den Veranstaltern ein makelloses Zeugnis aus. „Es waren einfach zu viele betrunkene Jugendliche, die auf Krawall gebürstet waren“, sagte Voit und fügte hinzu, dass er so etwas in seiner beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt habe. Das Maß an Respektlosigkeit in Kombination mit der Höhe des Aggressionspotenzials hätten zu den Vorkommnissen geführt, die nicht zu kontrollieren gewesen seien. „Die wollten nicht mit Ihnen Halloween feiern“, bilanzierte Voit und wirkte mit Blick auf die allgemeine Entwicklung äußerst nachdenklich.

„Wir verfolgen das schon seit 2002, aber so schlimm war es noch nie“, ergänzte Sabine Rogoli vom Ordnungsamt der Stadt Neuenrade und stellte ebenso wie die Veranstalter im Laufe der Jahre fest, dass der Ärger im gleichen Maße zunahm wie die Zahl der Besucher abnahm. Zudem habe das so genannte „Vorglühen“ ein erschreckendes Niveau erreicht. „Ich habe noch nie so viele Wodkaflaschen um die Halle herum gesehen“, meinte Josef Hochstein, Vorsitzender des SV Affeln und Ortsvorsteher.

Am Ende einer konstruktiven Aussprache waren sich alle Anwesenden einig. Aus polizeilicher Sicht gab es nichts zu kritisieren, das Ordnungsamt bestätigte die Erfüllung sämtlicher Auflagen, der Sicherheitsdienst und die Vereine hätten alles menschenmögliche getan, um die Ausschreitungen in Grenzen zu halten. Es waren die „Radaubrüder“, die der Halloween-Party in Affeln nach mehr als 15 Jahren endgültig den Garaus gemacht hätten.

Partys in Affeln sollen aber weiterhin im Terminkalender des Dorfes zu finden sein. Ein anderer Termin, eine andere Zielgruppe, ein anderer Anlass – wichtig ist nur, dass Ruhe einkehrt und die Menschen wieder nach Affeln kommen, um einfach nur Spaß zu haben.

von Markus Jentzsch

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