Ärger wegen Umsetzung der neuen Baumschutzsatzung

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Baumfällungen und Kupieraktionen am alten Friedhof – derartiges wird mit der Baumschutzsatzung geregelt.

Neuenrade - Die Bündnisgrünen sind sauer. So hatten sie sich das nicht vorgestellt. Jede Menge Bäume würden im Stadtgebiet abgeholzt. Wo und wie, das erfahren die Bündnisgrünen dann anhand einer Liste, die im Bauausschuss präsentiert wird.

 Es ist eine Vollzugsmeldung Uli Naumann, als Sachkundiger der Partei mit dem Fokus auf das Thema Umwelt, sieht hier einen Kontrollverlust. „Im Grunde ist es nur die Verwaltung, die hier agiert“. Man wisse einfach nicht mehr, welche Bäume gefällt würden. So seien es angeblich kranke, aber seines Erachtens noch gesunde Bäume, die dran glauben müssten. Häufig könne man doch noch etwas machen und Bäume erhalten.

Während der jüngsten Bauausschusssitzung jedenfalls erschien Ulirich Naumann regelrecht erbost. Er verwies auf Fällungen an der Uhlandstraße und am Wieser Weg. „Da machen wir uns als Grüne eben Gedanken.“ Seitens der Verwaltung verwies man in diesem Zusammenhang auf Probleme mit der Baumgesundheit oder potenzielle Gefährdungen, an anderer Stelle verwies man seitens der Verwaltung darauf, dass es auch gelte die Hönne von Bewuchs freizuhalten. Und Bürgermeister Antonius Wiesemann bemerkte, dass er sich als Gelernter (er war vor seinem Amt Inhaber des gleichnamigen Gartenbaubetriebes) ungern mangelnde Fachkenntnis vorwerfen lasse.

Seitens der CDU reagierte man offensichtlich leicht genervt. Der Ausschussvorsitzende Mark Hantelmann verwies noch einmal darauf, dass man das alles doch im Vorfeld ausführlich erläutert und dann eben die Entscheidung gefällt habe, der Verwaltung in Sachen Baumschutzsatzung mehr Möglichkeiten einzuräumen. FWG-Vertreter Detlef Stägert verwies mit einer gewissen Süffisanz sinngemäß dar

auf, dass man sich auf der einen Seite für die Baumschutzsatzung einsetze, auf der anderen Seiten aber toleriere, dass auf dem Kohlberg jüngst hunderte Bäume gefällt würden. Wie auch immer: Ulrich Naumann zeigte sich damals nicht überzeugt. Einfach zu gravierend seien die Eingriffe, betonte er.

 Auf Nachfrage sagte Ulrich Naumann gestern, dass man seitens der Bündnisgrünen reagieren werde. So überlege man, zu beantragen, die Baumschutzsatzung zu differenzieren und zum Beispiel Weiden-Sorten mit aufzunehmen, die für den Insektenbestand, insbesondere Bienen, wichtig seien. Zudem wollten die Grünen weiter beantragen, dass die Verwaltung für die größeren Bäume ein Baumschutzkataster anlegen möge. Sprich: die Bäume sollen kartografisch erfasst und gelistet werden.

Auch zu Detlef Stägerts Bemerkung wegen der Baumfällungen auf dem Kohlberg hatte Ulrich Naumann gestern auf Nachfrage noch einen Satz. „Das ist dort Forstwirtschaft.“ Das seien Wirtschaftsflächen, ähnlich wie bei einem Feld. Darüber müsse man sich klar sein.

Von Peter von der Beck

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