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Ärger um geplantes Baugebiet: Anlieger sehen großes Konfliktpotenzial

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Von: Peter von der Beck

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Im Duda: Rechts rein geht es ins geplante Baugebiet.
Im Duda: Rechts rein geht es ins geplante Baugebiet. © von der Beck, Peter

Die Sache mit dem Bebauungsplan 79, der den Bereich „Im Duda II“ umfasst, sollte eigentlich schon vom Tisch sein. Den Aufstellungsbeschluss segnete der Rat bereits im April ab.

Dann wurde der Plan für die Zeit vom 8. September bis 15. Oktober ausgelegt, zeitgleich konnten die „Träger öffentlicher Belange“ Stellungnahmen abgeben. Dazu gehören eben auch Bürger als Öffentlichkeit. Bis dato schien alles Routine zu sein.

Die geplante kleine Bebauung, ein paar Bungalows auf dem 3000 Quadratmeter großen Duda-Areal passe gut ins Konzept und diene zudem der Eigenentwicklung des Ortsteils, hieß es. Derzeit werde das Gelände als Garten- und oder Grünland genutzt. Gebaut werden dürfen laut Plan dort nur Gebäude mit maximal zwei Geschossen bei einer Höhe von zehn Metern.

Auf den letzten Drücker

So weit, so gut. Nun machten offensichtlich Bürger auf den letzten Drücker von ihrem Recht Gebrauch, Anregungen und Bedenken zu äußern. „Mieter Im Duda“, so steht es in der Vorlage für die Bauausschusssitzung am Mittwoch, 10. November, meldeten sich noch am 15. Oktober und teilten Bedenken wegen des Baugebietes und Immissionen vom angrenzenden Mini-Industriegebiet mit. Das ist aus Sicht der Verwaltung nun so gravierend, dass man gutachterlichen Rat benötigt. Die Folge: Erst wenn das Gutachten vorliegt, gibt es eine Bewertung der Sachlage und anschließend erst einmal eine erneute Offenlage. Ein entsprechender Beschlussvorschlag wurde formuliert.

Für das Baugebiet wird jede Ecke ausgenutzt. „Nachverdichtung“ heißt das im Fachjargon.
Für das Baugebiet wird jede Ecke ausgenutzt. „Nachverdichtung“ heißt das im Fachjargon. © von der Beck, Peter

Auch der Märkische Kreis hatte noch einen vorsorglichen Hinweis gebracht: Demnach sollten nach Abschluss der Baumaßnahme in den Hausgärten der Planhäuser, die Vorgaben der Bundesbodenschutzverordnung eingehalten werden. Genannt wurde hier der sogenannte „Wirkungspfad Boden – Mensch“. Also Schadstoffe, die vom Boden direkt in den Menschen gelangen, wenn sich zum Beispiel ein Kind Dreck in den Mund steckt. Wer in die Verordnung schaut, erhält auch eine ganze Liste mit giftigen Substanzen im Boden, für die es Grenzwerte gibt.

Altlastensanierung in der Nachbarschaft

Der Märkische Kreis stellt aber klar: „Die Einhaltung der Prüfwerte für diese Nutzung ist gesetzlicher Standard und deshalb in diesem Verfahren grundsätzlich keine Besonderheit.“ Der Satz sei quasi Standard und so auch in anderen Stellungnahmen zu finden. „In der Nachbarschaft des Baugebiets (nicht im Baugebiet selbst) gab es vor einiger Zeit die Sanierung einer Altlast, bei der die Untere Bodenschutzbehörde zwar nicht davon ausgeht, dass auch das Baugebiet betroffen sein könnte, es aber rein aus Vorsorgegründen für sinnvoll hielt, die gesetzlichen Vorgaben in Erinnerung zu rufen,“ heißt es auf Nachfrage der Redaktion vom Märkischen Kreis.

Nun sind dort noch „die Mieter“. Sie zählen nun eine Reihe von Immissionen auf, welche die geplante Wohnbebauung beeinträchtigen und zu Beschwerden und Konflikten führen könnte. So könne es durchaus zu Lärmbelästigungen durch das kleine Industrieareal kommen. Dort sei ein Dreischichtbetrieb genehmigt, da sei es nicht unwahrscheinlich, dass dort auch nachts Lastwagen- und Autoverkehr herrschen werde. Zudem sei dort auch noch die Lärmbelästigung durch die Bahn zu nennen, welche vor allem die südlich gelegenen Flächen beeinträchtige. Da fehlten Angaben zu Lärmschutzmaßnahmen.

„Der falsche Platz“ für neuen Wohnraum

Auch behaupten die Mieter, dass damals dort vorhandene Wohnhäuser gar nicht mehr zum Wohnen genutzt werden durften und dann abgerissen worden seien. Die Mieter befürchten zudem Irrläufer aus dem Gewerbegebiet in dem neuen kleinen Wohngebiet. Unterm Strich ergebe das alles zusammen eben reichlich Ärger. Gerade die Wohnbebauung im südlichen Bereich möge man überdenken. „So gerne wir sowie die Stadt neue Wohnräume sehen und auch haben wollen, ist das unserer Meinung der (...) falsche Platz dafür.“

Der Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss beginnt am Mittwoch, 10. November, um 17 Uhr im Ratssaal.

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