Ärger mit der Hönnetalbahn: Eisenbahnfreunde klagen über Ausfälle und Züge

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Auf der Hönnetalbahn soll es Probleme geben, sagen die Eisenbahnfreunde.

Neuenrade – Störungen, Ausfälle, technische Probleme: Die Eisenbahnfreunde Neuenrade-Fröndenberg klagen über Ärger auf der Hönnetalbahn. Der Zweckverband widerspricht.

Von Unzuverlässigkeiten auf der Bahnstrecke Neuenrade-Fröndenberg berichteten die Eisenbahnfreunde Hönnetal,von Zugausfällen auf der Strecke ebenso wie von Problemen mit den neuen Pesa-Link-Zügen. Auch sollen zu kurze Züge eingesetzt worden sein. 

Dass das in besonderem Maße auf der Hönnetalbahn vorgekommen sei, wies Ulrich Beele, Sprecher des Zweckverbandes Ruhr-Lippe, zurück. Er habe sich die Betriebsdaten der Züge von November bis heute angeschaut. Insgesamt seien sechs Störfälle registriert. „Das ist alle zwei Wochen einer“, sagte Beele. Bei den drei Ausfällen habe es sich einmal um einen Sturmschaden gehandelt, zwei Fahrzeugausfälle hätten mit technischen Störungen zu tun gehabt. Möglich seien darüber hinaus „Ausfälle im Schülerverkehr“. 

Züge mit "Kinderkrankheiten"?

In der Regel würden die Züge „mit Doppeltraktion“ bestellt und würden auch fahren – also mit zwei Wagen. Andernfalls seien die Züge zu kurz und überfüllt. „Dann gibt es natürlich Stress. So kann es durchaus vorkommen, dass wegen Überfüllung dann Leute am Bahnhof nicht mitgenommen werden“, vermutet der Sprecher. 

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Zugausfälle könne es auch durch personelle Engpässe geben. Davon ist die Hönnetalstrecke nach Beeles Erkenntnissen allerdings weniger betroffen. Johannes Schmoll, Sprecher der Eisenbahnfreunde Hönnetal, spricht dagegen von „Kinderkrankheiten“ bei den neuen Zügen. Zum Teil hätten seiner Kenntnis nach zwischenzeitlich Ersatzteile gefehlt. Dazu habe es auch Zugausfälle auf der Strecke wegen fehlender Lokführer aufgrund der Grippewelle gegeben. 

Ruhrgebiet schlimmer betroffen

Besonders schlimm sei es jedoch im Ruhrgebiet gewesen. Auch auf der Strecke Schwerte-Iserlohn habe man Ausfälle gehabt. Ansonsten seien die heimischen Strecken allerdings noch eher eine Insel der Glückseligkeit, und in den vergangen Wochen sei es auch deutlich besser mit der Zuverlässigkeit geworden. 

Was die Bahnhöfe auf der Strecke anbelangt, so bleibt man am Ball. Sanierungen stehen an. Bisher haben es Rollstuhlfahrer, die mit der Hönnetalbahn fahren wollen, nicht leicht: Sie müssen einen erheblichen Höhenunterschied überwinden, um in die Züge zu gelangen. Ohne Hilfe ist das kaum möglich. 

Barrierefreier Ausbau geplant

Dieses Problem wird sich wohl nach der anstehenden Bahnsteigsanierung erledigt haben. Da stehen Neuenrade und Balve auf einer Liste mit anderen Bahnhöfen, die abgearbeitet wird. Ulrich Beele sagte, dass der Gesetzgeber den barrierefreien Ausbau bis 2025 verlange. Dazu gebe es ein laufendes Programm, zusätzlich ein Sonderprogramm mit Bundesmitteln für kleinere Bahnhöfe. 

Einen konkreten Termin für einen Ausbau vermochte der Zweckverband-Sprecher nicht zu nennen. Seitens der Eisenbahnfreunde Hönnetal gibt es allerdings die Aussage, dass für dieses Frühjahr für die Bahnhöfe Balve und Neuenrade eine Bahnsteigsanierung geplant sei.

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