Geschichten aus 100 Jahren Lebenszeit

Großer Geburtstag: Ältester Neuenrader wird 100

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Helmut Schmidtchen nahm alle Glückwünsche zu seinem 100. Geburtstag gern entgegen und freute sich vor allem über die jüngsten Gratulanten.

Affeln –  Großer Geburtstag: Helmut Schmidtchen feiert 100. Geburtstag. Und ist damit der ältester Neuenrader. 

Die Affelner Mühle platzte aus allen Nähten, immer mehr Menschen drängten hinein, immer größer wurde die Schar der Gratulanten. Familienangehörige, ehemalige Arbeitskollegen, Honoratioren – von Bürgermeister bis Pfarrer – gaben sich dort ein Stelldichein. 

Und ganz souverän mittendrin: Helmut Schmidtchen. Mit einem Glas Orangensaft in der Hand empfing er seine Gäste, herzte hier ein Kind und dort ein Baby, schüttelte Hände, machte Smalltalk und nahm Geschenke entgegen. Helmut Schmidtchen feierte im großen Kreise seiner Lieben seinen 100. Geburtstag – bei offensichtlich guter Gesundheit. Und: Er ist damit Neuenrades ältester Bürger. 

Nahezu greifbar war all die Zuneigung zu spüren, die ihm seine Lieben entgegenbrachten. Und das sind nicht wenige: Neben seiner Frau Inge waren das natürlich sein Sohn Heinz-Günter und seine beiden Töchter Annemarie und Heike sowie elf Enkel, zehn Urenkel plus zwei, die unterwegs sind, plus all jene Angeheirateten. 

Der Geschenketisch war mit schönen Blumensträußen nahezu überfüllt, Häppchen wurden gereicht, und unter der Decke hingen Luftballons als Zahl 100. 

Geschichten aus früheren Tagen

Helmut Schmidtchen stand aufrecht inmitten der trubeligen Schar und erzählte gerne aus seinem Leben: Wie er aus russischer Gefangenschaft in der Tschechei floh und dabei mit Hilfe eines aus Rasierklinge und Bleistiftmine konstruierten Kompasses in die Heimat floh. Dass er zuvor in der Gefangenschaft einen Klinke der gleichnamigen Neuenrader Firma kennenlernte und dort gleich nach dem Krieg Arbeit fand. 

Helmut Schmidtchen ist mit seinen 100 Jahren technisch auf der Höhe der Zeit, er nennt einen Rechner und ein Tablet sein eigen, hat den ersten PC im Alter von 80 bekommen. 

Internet und Co. sind keine Geheimnisse für ihn. Kein Wunder: Helmut Schmidtchen ist ein Könner in Sachen Technik. Ursprünglich gelernter Kunst- und Bauschlosser, bildete er sich zum Industriemeister Metall weiter. Er ist ein wahres Talent, von dem unter anderem die Firma Stauff profitierte, in der er bis zur Rente Betriebsleiter war und dort viele Patente anmeldete. 

Kein Rezept und keine Diät

Der 100-Jährige ist ein Mensch mit einem offenen Charakter und einer heiteren Art. Sohn Heinz-Günter bewundert zudem, dass sein Vater hart im Nehmen ist, unangenehme Dinge beiseite wischt und nach vorne blickt. Was auch seine Töchter bestätigen. Was ihm nun sein langes Leben beschert hat? 

Helmut Schmidtchen hat kein Rezept und auch keine Diät. Er mag Streuselkuchen und isst gerne Fisch. Aber er hat offenbar ein Motto, das ihm zumindest immer Seelenfrieden beschert hat und das er gerne verrät: „Immer nach vorne gucken und niemals zurück. Was dir bestimmt ist, das kommt sowieso auf dich zu."

Von Peter von der Beck

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