Halbjahres-Arbeiten

Junge Tüftler und Erfinder an der Waldorfschule

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Neuenrade - Ein halbes Jahr haben die Achtklässler der Waldorfschule an ihren Projekten gearbeitet. Das Thema konnte jeder selbst wählen. Dabei entstanden einige beeindruckende Werke.

Am Samstag präsentierten sie diese vor Eltern und Gästen, und schon am Freitag hatten die Mitschüler aus den anderen Jahrgängen die Gelegenheit, sich die Halbjahres-Arbeiten anzuschauen und erklären zu lasen. Jedes Jahr ist es die Aufgabe der Waldorfschüler der achten Klasse, sich mit einem frei wählbaren Projekt zu beschäftigen.

Lewis Wilsing zum Beispiel hat eine Art Floß gebaut, auf das sich Tiere wie Enten oder Gänse zum Brüten oder Schlafen zurückziehen können. Große Kanister dienen als Auftrieb für die aus Holz gebaute Insel, die später mit Seilen an Bäumen befestigt werden soll.

Hilfe gab es von Eltern oder Unternehmern

„Die Planung war eigentlich die meiste Arbeit“, erklärt Lewis. Eher spontan seien er und sein Vater noch auf die Idee gekommen, einen doppelten Boden einzubauen, in dem die Tiere brüten können. Die Entwicklung hat auch einen Hintergrund, nämlich den Schutz der Tiere.

Diese schwimmende Insel soll künftig als Rückzugsort für Vögel dienen, erklärt Lewis Wilsing.

So wie Lewis, haben sich die meisten der Waldorfschüler Hilfe für ihre Projekte geholt, wie Klassenlehrerin Gertrud Fabry erklärt. Unterstützung hätten nicht nur Eltern, sondern zum Beispiel auch Unternehmer geleistet. Ein Ziel nämlich sei es, dass die Jugendlichen lernen, woher sie Informationen und Hilfe bekommen können.

Auch Lennart Janson hat seine Halbjahres-Arbeit nicht ganz allein vollendet. Einen Ring aus Silber hat er gefertigt. Der ist zwar unscheinbar, war aber mit einer Menge Arbeit verbunden. Jeden Arbeitsschritt hat Lennart in einem Buch mit Text und Fotos dokumentiert.

Alle Projekte sind rechtzeitig fertig geworden

Das war explizit Teil der Aufgabenstellung, sagt Lehrerin Fabry. Jeder der Schüler sollte schriftlich festhalten, was er gemacht hat, wie er sich motiviert hat, wie er auf die Idee gekommen ist und wer ihm dabei geholfen hat. Vor allem zum Schluss seien einige nervös geworden, weil noch viel zu tun war. „Das schult natürlich das eigene Zeitmanagement“, betont Gertrud Fabry.

Selbstverständlich sind alle Arbeiten rechtzeitig fertig geworden. So auch das Spatzenhotel, das Emily Cramer komplett selbst gebaut hat und in dem die Vögel einkehren können, nachdem es im Garten aufgehängt worden ist.

Gestern haben die Achtklässler ihre Arbeiten den Mitschülern in der Aula präsentiert.

Eher technisch ist es Aaron Graf angegangen: Mit seiner Autark-Station lässt sich zum Beispiel in einem Wohnwagen jedes Elektrogerät durch die Wohnwagenbatterie mit Strom versorgen – ob Handy, Ventilator oder vielleicht eine Kühlbox.

Zur Stromversorgung kann aber auch eine Solarzelle dienen. Die Spannung lässt sich individuell einstellen und wird an der Schaltung angezeigt, die Lötarbeiten hat Aaron selbst vorgenommen.

Präsentation vor 100 Zuschauern

So wie seine Mitschüler, hat auch er sein Werk am Samstag in 10 bis 15 Minuten vor rund 100 Zuschauern präsentiert. „Da ist etwas Nervosität am Anfang ganz normal“, erklärt die Lehrerin. Aber die Aufgabe fördere eben auch das Selbstbewusstsein der Schüler.

Klaus Giljohann, seit Kurzem kaufmännischer Geschäftsführer der Waldorfschule, zeigte sich von den Arbeiten beeindruckt: „Es ist eine tolle Sache für die Achtklässler.“ Klassenlehrerin Gertrud Fabry stimmt ihm zu und ergänzt: „Alle sind wirklich stolz auf ihre Arbeiten.“

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