Abschied auf bayerische Art

Abschied mit Stil: Hans Dickel steht zum letzten Mal auf der Bühne.

NEUENRADE ▪ Die letzte Aufführung der Kultursaison 2011/2012 zwar zugleich auch die letzte für das Kleine Studio Neuenrade. Nach 55 Jahren fiel für die Laienschauspieler am Sonntagabend im Kaisergarten der letzte Vorhang.

„Vielen Dank, dass sie uns über so viele Jahre Spaß und Freude bereitet, und die Kulturlandschaft Neuenrades bereichert haben“, verabschiedete Josef Brockhagen den Theatergründer Hans Dickel und seine Mitstreiter aus dem Rampenlicht. Von großen Emotionen wollte Dickel lieber Abstand nehmen – als Schauspielkollege Bernd Rüschenberg sich ans Publikum wandte, flüsterte der Theatergründer ihm zu: „Bitte keine langen Ansprachen.“ Doch das lag Rüschenberg auch gar nicht am Herzen. Vielmehr sprach er dem Publikum seinen Dank dafür aus, „dass sie unsere Aufführungen so zahlreich besucht haben.“

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Abschiedsvorstellung des Kleines Studios

Nach 53 großen Inszenierungen und zahllosen Auftritten von Einaktern, Sketchen und Solo-Darbietungen bot das Kleine Studio Neuenrade in seiner Abschiedsvorstellung einen überwiegend bayerischen Abend. Nachdem der evangelische Posaunenchor das Publikum bereits mit urbayerischer Blasmusik eingestimmt hatte, brachten die Laiendarsteller „Auf der Burg, da gibt’s koa Sünd’“ von Karl Valentin auf die Bühne. Aber auch im zweiten Stück des Abends „Gelähmte Schwingen“ oder „Dichter und Metzger“ von Ludwig Thoma beherrschte der süddeutsche Dialekt die Handlung. Klar, dass auch „Die kleinen Verwandten“ keine Ausnahme machen durften.

Auch für ihren letzten Auftritt hatten sich die Schauspieler noch einmal mit ihren Rollen identifiziert, waren in die unterschiedlichen Charaktere geschlüpft und unterhielten ihr Publikum in gewohnter Manier. Doch die Auftritte sind kräftezehrend, die Aktiven sind im Laufe der Jahre nicht nur schauspielerisch gereift, was letztendlich auch der Grund für die Entscheidung war, dass das Kleine Studio Neuenrade seit Sonntagabend nun „Geschichte“ ist. So bescheiden, wie das Ensemble die Bühne betrat, verließ es sie sich auch wieder – mit dem zuvor gegebenen Versprechen: „Am Sonntag geht der Vorhang zum letzten Mal auf. Es soll noch einmal richtig fröhlich werden“. Ein Vorhaben, das in die Tat umgesetzt wurde. ▪ sr

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