Zeitreise im Museum

666 Jahre Stadtrechte: Besondere Aktion in Neuenrade

Das Team des Stadtmuseums hat sich um Graf Engelbert versammelt – und lädt alle Neuenrader für Sonntag zur erneuten Verlesung der Stadtrechte ein.
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Das Team des Stadtmuseums hat sich um Graf Engelbert versammelt – und lädt alle Neuenrader für Sonntag zur erneuten Verlesung der Stadtrechte ein.

Neuenrades ehemaliger Bürgermeister Klaus Peter Sasse hat in den zurückliegenden Jahrzehnten so einiges erlebt – aber die Stadtrechte hat er der Hönnestadt noch nicht offiziell zuerkannt.

Das wird sich am Sonntag, 19. September, ändern: An diesem Tag wird Sasse, der sich im Team des Stadtmuseums engagiert, die Erklärung verlesen, mit der Graf Engelbert von der Mark die Ansiedlung vor 666 Jahren in einen neuen und besonderen Status erhoben hat.

Jeweils um 15.30 und um 16.30 Uhr wird das ehemalige Stadtoberhaupt zur Tat schreiten. „Natürlich mittelalterlich gewandet, rot-weiß, und mit schwarzer Mütze“, sagt Sasse. Die Verlesung, zu der alle Neuenrader eingeladen sind, werde zumindest einmal im Freien auf der Museumstreppe erfolgen. Ob die zweite Aktion im Gebäude an der Ersten Straße 19 oder ebenfalls draußen erfolgt, soll von der Wetterlage abhängig gemacht werden.

Offizieller Stichtag ist vorüber

Der offizielle Stichtag der Verleihung der Stadtrechte wäre der 25. Juli gewesen. „Coronabedingt haben wir diesen Tag bisher im Museum nicht gewürdigt“, berichtet Sasse, der von Heinz-Werner Turk, Heinz Rohe, Dr. Rolf Dieter Kohl und Ulrich Tillmann tatkräftig unterstützt wird. Doch komplett untergehen soll der 666. Jahrestag nicht, deshalb hat sich das Team entschlossen, den regulären Öffnungstag am Sonntag den Ereignissen im Jahr 1355 zu widmen.

Den Text der Original-Urkunde – diese wird übrigens im Tresor der Sparkasse sicher für die Nachwelt aufbewahrt – könne kaum jemand lesen, erzählt Klaus Peter Sasse. Er verweist auf ein ganz besonderes Buch, in dem die Übersetzung abgedruckt ist: „Dieses Buch hat Stadtdirektor Josef Wegener dem ehemaligen Bürgermeister Hans Schmerbeck 1976 zu dessen 50. Geburtstag überreicht“, erläutert Sasse. Das Buch habe Schmerbecks Tochter Barbara Feld dem Stadtmuseum zur Verfügung gestellt. Der darin enthaltene Urkunden-Text sei seinerzeit schon von Kohl übersetzt worden.

Urkunde sieht Original täuschend ähnlich

Besucher, die am Sonntag ins Museum kommen, können nicht nur das Buch bewundern, sondern auch eine Urkunde, die dem Original von 1355 täuschend ähnlich sieht. „Sie ist in der Werkstatt des Landschaftsverbands von Heinz Frankenstein für uns faksimiliert worden“, weiß Dr. Rolf Dieter Kohl. Er unterstreicht: „Dieser Restaurator ist ein ausgesprochener Kenner seines Fachs.“

Das Museums-Team würde sich freuen, wenn möglichst viele Zuhörer die Gelegenheit nutzen würden, um sich im Stadtmuseum umzusehen. „Es lohnt sich“, verspricht Klaus Peter Sasse. Erst im vergangenen Jahr war es gelungen, ein ganz besonderes Ausstellungsstück in die Hönnestadt zu holen: ein Fahrrad mit Hilfsmotor, Baujahr 1954, das seinerzeit 548 Mark gekostet hat. Hersteller des 2-PS-starken Zweirads ist die ehemalige Neuenrader Firma Vaterland, einer der ältesten deutschen Fahrradhersteller.

Die Lesungen im Neuenrader Stadtmuseum finden am Sonntag, 19. September, um 15.30 und 16 Uhr statt. Das Museum ist generell an jedem dritten Sonntag im Monat jeweils von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

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