600 000 Euro in Stallerweiterung investiert

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Der alte Stall wird um 1000 Quadratmeter erweitert. Eine automatische Fütterungsanlage soll Zeit und Arbeit sparen.

KÜNTROP -   „Wir wollen unseren Milchkuhbestand von 50 auf 130 Tiere vergrößern“, stellt Wilhelm Verse die Ziele des Umbaus an der Dinneike vor. 1000 Quadratmeter werden an den bestehenden Stall unterhalb des Küntroper Sportplatzes angebaut.

Neben dem Raumgewinn investiert Verse in eine automatische Fütterrungsanlage, die die Versorgung der Tiere erleichtern soll. „Das ist das Neuste, was es im Moment gibt“, sagt der Landwirt. In Zukunft werde er nur noch die Container für die Anlage befüllen müssen, diese verteilt das Futter dann nach Voreinstellung an die Tiere.

So soll, trotz der zusätzlichen Tiere, keine Mehrarbeit entstehen. 600 000 Euro investiert Wilhelm Verse in den neuen Stall und die nötigen Maschinen. Die Umbauten übernimmt die Firma GEA aus Bönen in der Nähe von Hamm. Verse hofft durch die Investitionen mehr Gewinn zu erzielen, um sich einen Mitarbeiter leisten zu können. „Ich arbeite rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, an Wochenenden, Feiertagen und auch bei Krankheit“, gibt Verse zu bedenken. „Die Tiere müssen gemolken und gefüttert werden, egal was passiert.“ Ein Mitarbeiter könnte die Arbeitsbelastung verringern, in Vertretung sogar den Hof ein paar Tage bewirtschaften, sollte Wilhelm Verse krank werden, oder sich Zeit für einen Urlaub gönnen.

Die Zeichen, dass sich das Investment auszahlen wird, stehen gut, erläutert der Landwirt. Seit drei Jahren steige der Milchpreis, zudem gibt es Zuschüsse des Landes für die artgerechte Haltung der Milchkühe. Je artgerechter die Kühe gehalten werden, um so höher sind die Zuschüsse. Bis zu 35 Prozent Anteil übernimmt das Land NRW für Umbau und feste Gerätschaften, sagt der Landwirt. Aufgrund der artgerechten Viehaltung der Verses werden diese auch gezahlt. Da die Kühe auch täglich auf die Weide dürfen, bekommt Verse zudem noch extra Zahlungen seiner Molkerei. Diese wirbt mit der Qualität ihrer Milch und zahlt ihren Zulieferern etwas mehr für die Milch.

Nach abgeschlossenen Umbauarbeiten haben die höheren Milchpreise für Verse aber auch einen Nachteil: Die Preise für Kälber steigen. Für gute Kälber müssten etwa 1800 Euro bezahlt werden, vor wenigen Jahren sei der Preis noch 300 bis 400 Euro niedriger gewesen.

Ein Zukauf von Rindern komme daher zurzeit für Verse nicht in Frage, auch aufgrund der bereits getätigten Investitionen in den Ausbau des Stalles. Dieser werde mit Milchkühen aus eigener Zucht gefüllt, sagt der Landwirt. Das sei günstiger, dauere aber auch länger, bis zu vier Jahre, schätzt Verse.

Mehr als die bisher geplanten 130 Milchkühe seien aufgrund der insgesamt bewirtschafteten Fläche nicht möglich. Je nach Art der Viehaltung ist pro Hektar Nutzfläche nur eine bestimmte Zahl von Tieren zulässig. Da die Bewirtschaftung nachhaltig erfolgen soll, das heißt, die Fläche sollte die Tiere ernähren können und von der produzierten Gülle der Tiere nicht überdüngt werden. Die Umrechnung erfolgt durch so genannte Großvieheinheiten je Hektar, erklärt der Landwirt.

Auch wenn sich durch den Umbau die Dachfläche des Stalls deutlich vergrößert, denkt er derzeit nicht an die Installation von Photovoltaik-Elementen. Das Geld spare er lieber, um es bei Gelegenheit in den Zukauf von Land zu investieren.

Von Sebastian Berndt

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