In den nächsten fünf Jahren

540.000 Euro für Schulen: Kinder in Neuenrade sollen digitaler lernen

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Markus Göke von der Südwestfalen IT aus Hemer informierte über die Pläne zur Digitalisierung der Neuenrader Schulen.

Neuenrade – Von einer „wirklich großen Hausnummer für einen kleinen Schulträger“ sprach Kämmerer Gerhard Schumacher am Dienstag, nachdem Markus Göke von der Südwestfalen-IT das Medienkonzept für die Burg- und die Hönnequell-Schule vorgestellt hatte.

Innerhalb von fünf Jahren, bis 2024, will die Stadt Neuenrade 540 000 Euro in die Digitalisierung der beiden Schulen investieren, inklusive des Burgschul-Standortes Altenaffeln. Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Sport, Jugend und Soziales dem Rat, die Umsetzung des Medienentwicklungsplans zu empfehlen. 

Dabei soll der Löwenanteil von 376 000 Euro auf die Hönnequell-Schule entfallen, 164 000 Euro würden an den beiden Grundschul-Standorten investiert, um den Erst- bis Viertklässlern das digitale Lernen zu ermöglichen. Schumacher unterstrich, dass diese Summen für den städtischen Haushalt gewaltig seien und ihn kurzfristig geschockt hätten: „Nachdem sich meine Schnappatmung beruhigt hatte, habe ich mir das Ganze in Ruhe angesehen.“ Dabei habe er festgestellt, dass noch weitere Kosten auf die Stadt zukommen: für den Support, der durch die beauftragte Südwestfalen-IT übernommen werden könnte. In diesem Jahr müssten dafür 29 500 Euro in den Haushaltsplan eingestellt werden. Allerdings richte sich diese Summe nach der Anzahl der angeschlossenen Endgeräte, und steige schließlich bis auf 37 500 Euro pro Jahr. Andererseits habe die Stadt Neuenrade die Möglichkeit, Fördermitten aus dem Digitalpakt des Landes NRW zu beantragen: „233 000 Euro können wir bekommen.“ Diese Summe erhalte der Schulträger aber nicht auf einen Schlag, sondern verteilt auf den Bewilligungszeitraum bis 2024. 

Weitere finanzielle Belastungen

Zudem müsse den Kommunalpolitikern klar sein, dass durch die Digitalisierung der Schulen auch nach 2024 – zusätzlich zu Kosten für den Support – noch weitere finanzielle Belastungen auf die Stadt zukämen. „Ich gehe von einer etwa fünfjährigen Nutzungsdauer der Endgeräte aus. In gewisser Weise verpflichten wir uns mit dem Beschluss des Medienentwicklungsplans dann Ersatzgeräte zu beschaffen“, erklärte Schumacher. Und er sei nicht sicher, ob zu diesem Zeitpunkt noch Fördergelder zur Verfügung stünden. 

Der Medienentwicklungsplan beinhalte den Anschluss der drei Schulstandorten an das Glasfasernetz, berichtete Markus Göke. An der Hönnequell-Schule sei die Wlan-Infrastruktur vorhanden, an der Grundschule müsse sie noch geschaffen werden. Bestandteil des Konzeptes sei der Kauf mobiler Endgeräte, die von den Schülern genutzt werden. 

Moderne Präsentationsgeräte

Zudem solle jedes Klassenzimmer mit modernen Präsentationsgeräten ausgestattet werden. Was die Ausstattung der Schulen im Detail beinhaltet, werde allerdings zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Göke sprach von vier Phasen auf dem Weg zur Umsetzung: Die Bestandsaufnahme und die Bedarfsanalyse an den Schulen habe die Südwestfalen-IT bereits abgeschlossen, und auch das Betriebs- und Ausstattungskonzept, das schließlich in der Erstellung des Medienentwicklungsplan münde, sei inzwischen erstellt. „Wir befinden uns in Neunerade also am Ende der zweiten Phase“, sagte Goeke. Sollte auch der Rat am kommenden Mittwoch (29. Januar, 17 Uhr, Rathaus) dem Medienentwicklungsplan zustimmen, könne im nächsten Schritt mit der Umsetzung der infrastrukturellen Maßnahmen begonnen werden. 

In der vierten Phase gehe es um die Entscheidung, welche Ausstattung gewählt werden soll; beispielsweise um die Frage, ob an den Schulen mit iPads oder Laptops gearbeitet werden soll. Die Schulleitungen und Kollegien der Schulen seien jeweils in die Prozesse eingebunden, unterstrich Goeke.

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