52 Neuenrader

Freundschafts-Besuch in der Partnerstadt Klingenthal

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Ihre Fähigkeiten zum Anstich eines Bierfasses stellten die beiden Bürgermeister Antonius Wiesemann und Thomas Hennig unter Beweis.

Neuenrade/Klingenthal - 52 Neuenrader Bürger haben die Partnerstadt sächsische Partnerstadt Klingenthal besucht. Es war ein Freundschafts-Besuch mit einem spannenden Programm.

„Die Partnerschaft zwischen Neuenrade und Klingenthal lebt!“ Das bestätigten am Wochenende unisono Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig und Neuenrades Stadtoberhaupt Antonius Wiesemann bei der gemeinsamen Begrüßung der Besuchergruppe aus Neuenrade.

Die seit mittlerweile 27 Jahren bestehende Städtepartnerschaft habe in beiden Kommunen das menschliche Verständnis und Miteinander kontinuierlich gestärkt und gefestigt. Das Anwachsen von Freundschaften auf privater und gesellschaftlicher Ebene sei im Ergebnis ein sichtbarer Beweis dieser Partnerschaft.

52 Bürger aus Neuenrade hatten sich mit dem Bus auf die Reise nach Klingenthal gemacht. Viele Teilnehmer hatten das Angebot der Stadt Neuenrade angenommen, für die meisten war es der erste Besuch der Partnerstadt im Vogtland.

Es gab viele Informationen und viele Eindrücke

In der Raumfahrt-Ausstellung gab es riesige Exponate zu sehen.

Josef Brockhagen, Vorsitzender des Neuenrader Kulturausschusses, hatte das dreitägige Programm bestens organisiert, viele Infos und Eindrücke werden in Erinnerung bleiben. Dazu zählen vorrangig die Unterkunft im Waldhotel Vogtland, die Teilnahme am Stadtfest und noch mehr die Herzlichkeit der Klingenthaler Bürger, die den Neuenradern spürbar entgegen kam.

Zu den Mitbegründern der Städtepartnerschaft gehören auf Klingenthaler Seite BM-Vize Gerhard Nöbel und seine Frau Uschi, die maßgeblich den Ausbau der Partnerschaft forciert haben und respektvoll „als gute Seelen“ eingestuft werden.

Zum Programm zählten am ersten Tag der Besuch der Deutschen Raumfahrt-Ausstellung im benachbarten Morgenröthe-Rautenkranz. Der Ort ist die Heimat des ersten deutschen Astronauten Siegmund Jähn, der vor einem halben Jahrhundert als erster Deutscher für die DDR ins All geflogen war.

Neben Raumanzug, Raumkapseln und vielen Informationen zur Raumfahrt ist auch der MiG-Düsenjet zu sehen, der einst von Siegmund Jähn geflogen wurde.

Mit großem Interesse verfolgten die Neuenrader auf dem Klingenthaler Marktplatz das Skispringen auf einer eigens erbauten kleinen Mattenschanze. Im Wettbewerb wurde im Rahmen des Stadtfestes die Frühlingsmeisterschaft ermittelt. Im Döhlerwald endete der erste Abend mit lukullischen Spezialitäten aus dem Vogtland.

Ein Experte brachte die große Skisprung-Schanze näher

Klaus Dunsch, Filmemacher und Experte der Klingenthaler Historie, brachte am darauffolgenden Tag mit sachlicher Analyse den Neuenradern die große Skisprung-Schanze näher, die europaweit zu den modernsten Sport-Anlagen zählt. Als Große Aschenbergschanze war sie 1959 eingeweiht worden.

Im Festzelt spielte des Stadtorchester Klingenthal.

Helmut Recknagel gewann damals den einzigen Wettbewerb vor etwa 70.000 Zuschauern. Wegen angeblicher Baufälligkeit wurde die Schanze im September 1990 gesprengt, im Jahr 2006 fand der erste Skisprung-Grand-Prix statt. Der Schanzenrekord von 146,5 Meter wird derzeit von Michael Uhlmann gehalten.

Eine Erlebnisbahn zog die Neuenrader über die 300 Meter lange Bergfahrt zum Schanzenturm, dabei wurde ein Höhenunterschied von 100 Metern überbrückt. Mit einer kleinen Stadtrundfahrt informierte Klaus Dunsch über die Veränderungen seit der Wiedervereinigung.

Im Festzelt ging es an den Fass-Anstich

Die demografische Entwicklung ist rückläufig, fehlende berufliche Perspektiven führten zum Wegzug der Menschen. Die unmittelbare Nähe zur tschechischen Grenze führte aber gleichzeitig zu neuen Möglichkeiten im Einzelhandel.

Ihre Fähigkeiten im Anschlagen eines Bierfasses stellten Klingenthals Bürgermeister Hennig und sein Amtskollege aus Neuenrade im Festzelt unter Beweis. Mit einigen gezielten Hammerhieben gelang der Fass-Anstich, die ersten Gläser Gerstensaft fanden viele Abnehmer. Ein Klingenthaler bemerkte ironisch, dass bei „soviel Abnehmern ein 30-Liter-Fass bei zwei Bürgermeistern zu klein ist.“ Er favorisierte die doppelte Menge.

Neuenrader  besuchen sächsische Partnerstadt Klingenthal

Seine musikalischen Fähigkeiten als Dirigent stellte Reiseleiter Josef Brockhagen unter Beweis. Unter seiner Stabführung spielte das souveräne und auf hohem musikalischen Niveau spielende Stadtorchester Klingenthal einen zackigen Marsch.

Zu den gesellschaftlichen Höhepunkten zählte zum Abschluss der ökumenische Gottesdienst im Festzelt auf dem Marktplatz. Umrahmt wurde der Festgottesdienst vom Kinder- und Frauenchor und vom Posaunenchor.

Ein Geschenk für die Klingenthaler Gemeinde

Die Festpredigt am Sonntag hielt Pfarrer Türpe. In seiner Predigt richtete der Seelsorger den Aufruf an die Gemeinde, den Pfingstgeist gemeinsam voranzutreiben. In Anlehnung an diesen klerikalen Wunsch überreichte Josef Brockhagen der Klingenthaler Gemeinde ein Abbild des berühmten Neuenrader Sanctus von Hermann Wilken.

Sowohl die Neuenrader Teilnehmer als auch die Gastgeber bewerteten den dreitägigen Besuch in der Partnerstadt Klingenthal positiv. Das informative Programm habe erneut dazu beigetragen, das beiderseitige Verständnis und die damit verbundene menschliche Herzlichkeit weiter zu vertiefen.

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