Änderung für alle Gas-Kunden

5000 Geräte betroffen: In Neuenrade und Balve wird von L- auf H-Gas umgestellt

Die Gasversorgung wird an vielen Orten von L- auf H-Gas umgestellt. Nun beginnen auch die vorbereitenden Arbeiten in Neuenrade und Balve.
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Die Gasversorgung wird an vielen Orten von L- auf H-Gas umgestellt. Nun beginnen auch die vorbereitenden Arbeiten in Neuenrade und Balve.

Am 27. Juni 2023 stellt Verteilnetzbetreiber Westnetz in den Hönnestädten Neuenrade und Balve die Erdgasversorgung von L- auf H-Gas um.

Bis zu diesem Stichtag sind es zwar noch mehr als zwei Jahre, mit den vorbereitenden Arbeiten beginnt das Unternehmen aber bereits jetzt.

Der SV beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Projekt:

Warum ist die Umstellung erforderlich?

Bisher bezogen die mit Erdgas versorgten Kunden in Neuenrade und Balve L-Gas. Weil dieses zur Neige geht, wird das Erdgasnetz deutschlandweit nach und nach auf H-Gas umgestellt. Alle Gasgeräte – wie beispielsweise Heizungsanlagen, Gasherde oder Warmwasserbereiter – und Gasanlagen in Gewerbe- und Industriebetrieben müssen auf das höherkalorische H-Gas angepasst werden.

Wie viele Geräte betrifft das?

Allein in Neuenrade sind dies etwa 3000 Geräte, die von Westnetz umgestellt werden müssen. In Balve sind es etwa 2000 Geräte.

Das Projekt

In Deutschland wird die Versorgung mit Erdgas durch zwei verschiedene Gas-Arten gewährleistet, die sich vor allem durch ihren Methangehalt und den Brennwert unterscheiden: Erdgas L (englisch für low calorific gas – niedriger Brennwert) und Erdgas H (englisch für high calorific gas – hoher Brennwert). Der kontinuierliche Rückgang der L-Gasaufkommen in Deutschland und den Niederlanden ist der Grund für die Umstellung von Erdgas L auf Erdgas H, die sogenannte Marktraumumstellung. Die nachgewiesenen H-Gas Reserven erlauben auch in Zukunft eine sichere Erdgasversorgung. Für die bundesweite Umstellung auf das energiereiche H-Gas haben die Gasnetzbetreiber gemeinsam mit der Bundesnetzagentur einen Netzentwicklungsplan abgestimmt.

Warum müssen die Geräte umgestellt werden?

„H-Gas hat einen höheren Brennwert als L-Gas. Deshalb ist es notwendig, alle Gasgeräte sowohl in Haushalten als auch in Unternehmen rechtzeitig an die neue Gasqualität anzupassen“, erklärt Stephan Birtner, verantwortlicher Teilprojekteiler für die technische Anpassung im Projekt Marktraumumstellung bei Westnetz. In vielen Fällen müssten nur die Düsen der Gasgeräte ausgetauscht oder eine Einstellung am Gerät vorgenommen werden. Diese Geräteanpassung übernimmt Westnetz und ist für die Kunden kostenfrei. Ausgenommen sind die Gasgeräte, die nicht mehr angepasst werden können, weil zum Beispiel keine Ersatzteile mehr verfügbar sind. Dann können laut Westnetz Kosten entstehen. „In diesen Fällen werden die Kunden nach der Geräteerhebung gesondert informiert und haben gegebenenfalls Anspruch auf eine anteilige Kostenerstattung“, teilt der Verteilnetzbetreiber mit.

Warum beginnen die vorbereitenden Arbeiten bereits rund zwei Jahre vor dem Umstellungstermin?

„Damit alle Geräte rechtzeitig auf H-Gas umgestellt werden können, werden wir im Herbst beginnen, alle häuslichen und gewerblichen Gasgeräte zu erfassen“, sagt Birtner. „Das bedeutet, dass zertifizierte Fachfirmen in unserem Auftrag zunächst alle Haushalte und Gewerbetriebe für die Erfassung besuchen, um rechtzeitig für die Anpassung die erforderlichen Ersatzteile bestellen zu können.“ Hierbei werde in der Regel auch eine Abgasmessung durchgeführt. Anfang 2023 sollen die Kunden dann erneut Besuch von den Monteuren erhalten. „Ausgestattet mit den notwendigen Ersatzteilen tauschen sie Düsen, Brenner oder andere Einbauteile aus“, so Birtner.

Die Westnetz GmbH

Die Westnetz GmbH mit Sitz in Dortmund ist der Verteilnetzbetreiber für Strom und Gas im Westen Deutschlands. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Westenergie AG. Westnetz betreibt mit 5800 Mitarbeitern eine Vielzahl von Netzen unterschiedlicher Eigentümer. Innerhalb der Westenergie AG verantwortet Westnetz im regulierten Bereich Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von 175 000 Kilometern Stromnetz und 24 000 Kilometern Gasnetz.

Worauf sollten die Erdgas-Kunden achten, wenn sie Besuch von den Monteuren bekommen?

Es ist wichtig, dass während der Erhebungs- und Anpassungsphase die Kunden den Gasmonteuren Zugang zu allen Gasgeräten ermöglichen. Laut Westnetz können sich alle Monteure mit Ausweisen legitimieren.

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