47.000 Euro Strom-Nachzahlung

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Am Wohnzimmerlicht lag es wohl nicht.

Neuenrade - „Über- und außerplanmäßige Ausgaben“ – darüber berichtet regelmäßig der Kämmerer der Stadt Neuenrade. Diesmal hatte er die Nebenkostenabrechnung 2014/2015 für das Mehrfamilienhaus am Brunnenbach 1 parat. Und die fiel diesmal besonders üppig aus.

Sage und schreibe 47.000 Euro Stromkosten gilt es demnach für die Stadt noch zu zahlen. Die Stadt hat das Haus schon länger für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet.

Damit die Ratsmitglieder nicht gleich vom Stuhl kippten, hatte Schumacher vor Nennung der Summe geraten: „Halten sie sich fest“. Die Summe ist kaum nachvollziehbar vor allem vor dem Hintergrund, dass normalerweise „ein Zehntel“ der Summe für das Objekt am Brunnenbach anfällt.

Bei dem Objekt handelt es sich um ein Sechs-Familien-Haus mit weitergehender Aufteilung, sodass dort mehr Wohnungen sind. Schumacher schätzt, dass dort 50 Menschen wohnen. Natürlich haben Experten der Stadt die Sache untersucht, doch der Zähler ist in Ordnung – der Stromverbrauch ist also korrekt, hieß es.

Ursachen bleiben Spekulationen

Ursachen für den hohen Stromverbrauch bleiben Spekulation. Dass möglicherweise mit Radiatoren dort zusätzlich geheizt werde, und dass die Bewohner die Wärmeregulierung in den Wohnungen möglicherweise bei weiter laufender Heizung über das offene Fenster regeln würden, weil sie den Umgang mit Heizungen nicht gewohnt seien gehörte zu den Vermutungen, die während der Ratssitzung geäußert wurden.

Man halte eine Sensibilisierung der Bewohner für sinnvoll. Weil man sich nicht mehr von einer exorbitanten Nachzahlung überraschen lassen möchte, hat die Verwaltung schon diverse Maßnahmen eingeleitet. So plant man beim Stromanbieter nun Direktkunde zu werden und will im vierteljährlichen Rhythmus Zähler ablesen und Teilrechnungen anfordern. Daran arbeite man derzeit.

Da die Nebenkostenabrechnungen der Wohnungsgesellschaft Woge (Eigentümer des Hauses) erst ein dreiviertel Jahr später eingehe, könne man ja nicht schnell genug reagieren. Zudem gibt es weitere Stellschrauben. Aber Maßnahmen wie Stromfreischaltung per Münz-Einwurf zu regeln, davon wolle man absehen. Schumacher: „So weit sind wir noch nicht“. 

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