Skulptur und Brettchen-Aktion

400-jährige Eiche bekommt ein zweites Leben

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Claudius Schulte, Andreas Raphael und Klaus Peter Sasse mit der Eichen-Skulptur.

Neuenrade – Es ist ein Stück Geschichte, mit dem sich so gut wie alle Neuenrader identifizieren können: die hohle Eiche aus dem Stadtpark, deren Alter auf rund 400 Jahre geschätzt wird.

Generationen von Kindern haben sich in den großen Hohlraum versteckt und es gibt sicher noch viele Geschichten, die sich um diesen Baum ranken. 

Doch unter anderem dieser alte Baum aus dem Stadtpark musste weichen. Er war krank und wohl nicht mehr standfest genug. Dass es schlecht um den 400 Jahre alten Koloss stand, konnte jeder nach der Fällung sehen. 

Ein Stück Neuenrader Geschichte bewahren

Doch die Eiche bekommt nun ein zweites Leben. Claudius Schulte und Andreas Raphael, sowie Christian Paul – das Trio ist der Stadt Neuenrade, den alten Bäumen im Stadtpark und dem Werkstoff Holz im Besonderen verbunden – kümmerten sich: Sie riefen das Brettchen-Projekt ins Leben. Denn: Wer will, kann ein Brettchen aus dem Stamm erwerben und so ein Stück Neuenrader Geschichte bewahren. 

Die Vorgeschichte: Als die ersten Eichen im Park gefällt wurde, ging Andreas Raphael sofort zu Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) – der versprach ihm das Stammholz der 400-jährigen Eiche, die im Januar 2019 gefällt wurde. Den mehrere Tonnen wiegenden Stamm schafften Schulte und Raphael mit Hilfe der Baufirma Ossenberg in das Wocklumer Sägewerk. Lagern und trocknen musste der Stamm, bevor er weiter verarbeitet werden konnte. 

Brettchen in drei Größen

Das ist geschehen: Jetzt geht es ans Aufschneiden. Dabei entstehen Brettchen in drei Größen, die mit einem entsprechenden Branding versehen und zum Kauf angeboten werden. Eine Urkunde gibt es außerdem. So entstehe ein geschichtsträchtiges Utensil für alle Neuenrader, ein außergewöhnliches Geschenk oder ein Souvenir für Neuenrade-Besucher, hieß es unlängst. Ein Teil des Erlöses soll in die Zukunft der Stadt investiert werden. Das Projekt muss allerdings erst noch gefunden werden. Erste Überlegungen gebe es, das Geld in Spielplätze zu investieren, sagte Raphael. 

Circa 100 Jahre alte Ansicht des Stadtparks. Hinten links steht die Eiche noch.

Aus dem alten Baum wurde auch noch eine künstlerisch anmutende Skulptur gefertigt, die im Büro von Raphael den Eingangsbereich ziert. Ein Teil der Rinde wurde so bewahrt und eine der früheren Eingänge in den Stamm. 

Skulptur bekommt Platz im Stadtmuseum

Nun darf diese Skulptur, so Klaus Peter Sasse, der mit Rolf Dieter Kohl und Heinz-Werner Turk das Stadtmuseum quasi betreibt, dort als befristete Leihgabe ausgestellt werden. Die Skulptur können die Neuenrader dann am kommenden Sonntag, 18. Oktober, zwischen 15 und 17 Uhr bewundern. Im Eingangsbereich wird dieses veritable Stück Neuenrader Geschichte in Szene gesetzt. Ein altes Bild zeigt den einstigen Standort. 

Schulte, Raphael und Sasse sind sich sicher, dass sich viele Geschichten um die alte Eiche ranken. Schon während der Fällaktion war Raphael von einer älteren Frau angesprochen worden, die ihm berichtete, dass man Kinder bei einem plötzlichen Fliegerangriff in dem hohlen Baum versteckt habe. „Vielleicht gibt es noch andere Geschichten rund um den Baum“, sagte Raphael. Wer etwas zu erzählen hat, kann gern eine E-Mail schreiben: info@subraumstudio.com.

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