Sasse will endlich die Ortsumgehung

Ein Bürgermeister im Straßenkampf auf der B 229: Klaus-Peter Sasse (r.) mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Thorsten Schick.

NEUENRADE ▪ Der Römer Cato der Ältere wurde berühmt für die Hartnäckigkeit, mit der er immer wieder die Zerstörung Karthagos forderte.

Ähnlich geht es Bürgermeister Klaus-Peter Sasse seit vielen Jahren mit der Ortsumgehung B 229 n, die aus Neuenrades Hauptstraße endlich einen Lebensraum für die Menschen machen würde. „Und im Übrigen meine ich, dass die Umgehungsstraße endlich gebaut werden muss“, lautet Sasses unermüdliches Bekenntnis im Kern. Inzwischen gibt es sogar ein Schreiben des Bundesverkehrsministeriums, in dem dieses den Vorentwurf für dieses Projekt mit dem Vermerk „gesehen“ versehen hat, was Sasse zufolge als ein „genehmigt“ zu lesen ist. Der Planungsstand sei damit reif für die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens. Und da die B 229 eine Bundesstraße ist, käme sogar das Geld für die Umgehungsstraße aus dem Bundeshaushalt. Sasse hat deshalb überhaupt kein Verständnis dafür, dass schon die rot-grüne Minderheitsregierung das Projekt erneut „aus nicht nachvollziehbaren Gründen“ gestoppt hat. „Zu unserem großen Erstaunen fand sich in der Prioritätenliste (der Landesregierung) die Ortsumgehung Neuenrade, die im Bundesverkehrswegeplan im vordringlichen Bedarf steht, nicht im grünen, sondern im ‘grauen’ Bereich“, schrieb Sasse im Juli an Michael Groschek, den neuen SPD-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr in Düsseldorf. Und Sasse schilderte noch einmal die Lage: „Die Stadt Neuenrade wartet seit Jahrzehnten auf eine Umgehungsstraße. Mehr als 17 000 Fahrzeuge, davon etwa 2200 Lastkraftwagen, quälen sich Tag für Tag durch die Innenstadt über die B 229.“

Ganz ahnungslos, woher der Widerstand gegen die Umgehungsstraße kommt, ist Klaus-Peter Sasse nicht: Die Grünen lehnten das Projekt als einzige Partei schon vor Jahren vor Ort ab. Nun setzt Sasse auf die Unterstützung durch die anderen Parteien und gibt sich kämpferisch: „Wir müssen unsere Pläne versuchen zu realisieren, sonst kommen wir unter die Landesregierungsräder. Das wollen wir nicht.“

Unterstützung für das Projekt sicherte gestern der CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick bei seinem Antrittsbesuch in Neuenrade zu. Er ist Mitglied im Bau- und Verkehrsausschuss des Landtages. „Vernünftige Verkehrsverbindungen sind wichtig“, betonte er.

▪ Thomas Krumm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare