First Responder

Viel Arbeit für die ehrenamtlichen Nothelfer

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Vom Gerätehaus aus rücken Patrick Vierhaus (links), Nils Kohlhage und die anderen First Responder aus und treffen in der Regel wenige Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort ein.

Neuenrade - Bei einem Notfall muss es oft schnell gehen. Die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken immer öfter die First Responder. Das vergangene Jahr war ihr bislang einsatzreichstes.

In Neuenrade handelt es sich bei den First Respondern um Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr. Mit ihren Fahrzeugen – jeweils eines ist in Neuenrade und Affeln stationiert – rücken sie dann aus, wenn es besonders schnell gehen muss. Die nächstgelegenen Rettungswachen nämlich befinden sich in Werdohl, Balve und Plettenberg.

Aus Sicht von Stadtbrandmeister Karsten Runte ist das ein Zeichen dafür, dass das im Mai 2008 eingeführte System mittlerweile etabliert ist. „In der Anfangszeit gab es einige Kollegen, die Bedenken hatten.“ Zudem sei den Disponenten, die die Einsätze in der Kreisleitstelle koordinieren, nicht immer von Anfang an klar gewesen, in welchen Fällen die First Responder zu alarmieren sind.

Wie Karsten Runte beschreibt, gibt es verschiedene Stichworte, mit denen die entsprechenden Kräfte alarmiert werden. Das Kürzel R 2 etwa steht für einen Rettungsdiensteinsatz mit Notarzt. Der kommt zum Beispiel, wenn ein Patient bewusstlos ist, Atemnot oder starke Schmerzen. 

Oft werden sie automatisch mit alarmiert

„Wenn das auf Neuenrader Stadtgebiet passiert, dann werden mittlerweile automatisch unsere First Responder alarmiert“, erklärt Runte. Bei anderen Einsätzen entscheidet der Disponent in der Kreisleitstelle in Lüdenscheid, ob er die ehrenamtlichen Kräfte mit alarmiert.

Diese werden per Funkmeldeempfänger informiert und machen sich sofort auf den Weg ins Gerätehaus. Zwei bis vier Freiwillige rücken dann aus – in Rettungsdienst-Kleidung und mit Blaulicht.

Die Zahl der Einsätze hat sich verdreifacht

Die meisten Einsätze fahren die First Responder in Neuenrade, hinzu kommen die Affelner. Hatte es im ersten Jahr noch 82 Einsätze gegeben, waren es 2017 bereits 255 und damit mehr als dreimal so viele. Die First-Responder-Einsätze machen mehr als 70 Prozent des Einsatzgeschehens der Feuerwehr Neuenrade aus.

Am Einsatzort angekommen, können sich ganz verschiedene Szenarien ergeben, erklärt Nils Kohlhage, der als freiwilliger Feuerwehrmann regelmäßig First-Responder-Einsätze fährt: „Manchmal müssen wir schnell tätig werden, ohne groß zu reden.“ Das sei beispielsweise dann der Fall, wenn ein Patient wiederbelebt werden muss. Dann zähle jede Sekunde, um das Leben des Patienten zu retten.

Patrick Vierhaus, Nils Kohlhage und Kevin Vogel (von links) zeigen das Neuenrader Einsatzfahrzeug und einen Teil der umfangreichen Ausrüstung.

Häufig stelle sich die Lage aber weniger dramatisch dar als gedacht. „Dann warten wir gemeinsam mit dem Patienten auf den Rettungsdienst und geben so lange ein Gefühl von Sicherheit.“ Wie lange diese Wartezeit ist, hängt davon ab, von wo aus der Rettungswagen anfährt: Von Werdohl aus geht es deutlich schneller als etwa aus Plettenberg oder Altena.

Dabei macht sich auch die Schließung der Krankenhäuser in Balve und Altena bemerkbar: Weil der Transport des Patienten in die Klinik nun mitunter länger dauert, sind die Fahrzeuge unter umständen bis zu drei Stunden nicht verfügbar. „Dann kommt schon mal ein Wagen aus Menden“, berichtet Karsten Runte. Und nach Einsatzende müsse natürlich noch alles dokumentiert werden.

Die Ausrüstung ist umfangreich

Vieles, was im Rettungswagen vorrätig ist, haben auch die First Responder zur Verfügung: „Vom Pflaster über Sauerstoff bis hin zum Defibrillator sind wir gut ausgestattet“, sagt Kevin Vogel, ebenfalls einer der ehrenamtlichen Nothelfer.

Die Ausbildung entspricht dem Sanitätslehrgang A und B, den auch andere Hilfsorganisationen anbieten, fügt First Responder Patrick Vierhaus hinzu.

Nach fast zehn Jahren funktioniere die Zusammenarbeit zwischen Leitstelle, Rettungswachen und First Respondern mittlerweile sehr gut, versichert Karsten Runte. Nils Kohlhage stimmt ihm zu: „Gerade die Werdohler Retter sind immer sehr dankbar, wenn wir da sind.“

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