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19 Grad im Klassenzimmer: So will Neuenrade Energie sparen

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Von: Carla Witt

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In den städtischen Büros wird es im Herbst und Winter kühler: Um Energie zu sparen, sollen die Räume weniger beheizt werden; maximal 19 Grad sind geplant.
In den städtischen Büros wird es im Herbst und Winter kühler: Um Energie zu sparen, sollen die Räume weniger beheizt werden; maximal 19 Grad sind geplant. © dpa-Bildfunk

In den Schulen, im Hallenbad und im Rathaus sinkt die Raumtemperatur: Mit diesen und weiteren Maßnahmen will Neuenrade Energie einsparen.

Neuenrade – Neuenrade – In den Büros im Rathaus sinkt im Herbst und Winter die Raumtemperatur, in den städtischen Sporthallen ist es demnächst kühler und einige Duschen in den Neuenrader Bädern bleiben zukünftig kalt: Die Stadtverwaltung hat – in Abstimmung mit den Lokalpolitikern – einen Maßnahmenkatalog zur Energieeinsparung erarbeitet.

„Es geht uns darum, jetzt alle Menschen in Neuenrade und den Ortsteilen zu sensibilisieren“, erklärt Bürgermeister Antonius Wiesemann. Die zweite Alarmstufe des Notfallplans Gas, die von der Bundesregierung ausgerufen wurde, sei ein klares Signal, möglichst viel Energie einzusparen, um sicher durch Herbst und Winter zu kommen.

Einige Maßnahmen seien bereis auf den Weg gebracht worden, andere würden in den kommenden Wochen Schritt für Schritt umgesetzt. Viele der Maßnahmen seien auch in der gerade von der Bundesregierung beschlossenen Verordnung zum Energiesparen zu finden.

So werde das Becken im Freibad Friedrichstal jetzt ausschließlich über die Absorberanlage auf dem Dach beheizt. In jedem Duschraum solle künftig aus drei der fünf Duschen nur noch kaltes Wasser fließen, jeweils zwei Duschen würden weiterhin auch mit warmen Wasser betrieben. Zudem ende die Freibadsaison voraussichtlich zwischen dem 9. und 11. september. „Wenn Mitte September das Hallenbad wieder den Betrieb aufnimmt, werden das Wasser und der Raum nicht mehr als 26 Grad warm sein. Die Warmbadetage entfallen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Auch im Hallenbad werde künftig nicht mehr aus allen Duschen warmes Wasser rieseln.

Je nachdem wie sich die Lage weiterhin entwickele, könnten für das Hallenbad und die städtischen Sportstätten eingeschränkte Öffnungs-, beziehungsweise Nutzungszeiten gelten. Allerdings macht Bürgermeister Antonius Wiesemann deutlich, dass das öffentliche Leben nicht wieder in dem Maße eingeschränkt werden solle, wie es coronabedingt mitunter der Fall war: „Vor allem der Schwimmunterricht für Kinder liegt uns sehr am Herzen.“

Allerdings wolle man ein deutliches Zeichen setzen. Das sei auch mit den Vorsitzenden aller im Rat vertretenen Fraktionen so abgestimmt. „Wir schauen überall hin“, kündigt Wiesemann an. So sollen weder Mehrzweckhalle Affeln noch der Kulturschuppen in Neuenrade in den Wintermonaten vermietet werden. Davon ausgenommen seien bereits bestätigte Buchungen. Die Nutzung der Aula auf der Niederheide solle auf schulische Aktivitäten beschränkt werden.

Denkbar sei auch, die Öffnungszeiten der Bücherei zu reduzieren. „Bei solchen Maßnahmen denken wir aber vor allem an Brückentage“, unterstreicht Bürgermeister Wiesemann. So sei beispielsweise schon jetzt klar, dass das Rathaus am Montag, 31. Oktober, ebenso wie am darauf folgenden Feiertag (Allerheiligen) geschlossen bleibe, um über das lange Wochenende Energie einsparen zu können. Apropos Rathaus: Sowohl in städtischen Büros als auch in Schulen werde während der Heizperiode eine maximale Raumtemperatur von 19 Grad angepeilt. In Sporteinrichtungen solle die Temperatur bei 16 Grad liegen.

Die Straßenbeleuchtung werde in weiten Teilen Neuenrades schon seit geraumer Zeit in der Zeit von 0 bis 3 Uhr gedimmt – nun soll dieser Zeitraum ausgedehnt werden – von 22 bis 5 Uhr. „Öffentliche Gebäude werden nicht mehr angestrahlt“, teilt die Verwaltung weiter mit.

Jeder solle einen Beitrag leisten, um Energie zu sparen und damit einer möglichen Notlage im Herbst und Winter vorzubeugen, unterstreicht Wiesemann: „Da machen wir als Stadtverwaltung keine Ausnahme und gehen mit dem Maßnahmenpaket den ersten Schritt. Ich bitte die Neuenraderinnen und Neuenrader schon jetzt, überall dort, wo es ihnen möglich ist, Energie einzusparen. Jeder Beitrag hilft.“

Vereine, die städtische Einrichtungen nutzen, seien hinsichtlich eines energieeffizienten Verhaltens bereits per Brief sensibilisiert worden. Gleiches gelte für die Mitarbeiter der Stadt Neuenrade.

Neuenrades Klimaschutzmanager Simon Mai begrüßt die geplanten Energiesparmaßnahmen: „Sie kommen natürlich auch dem Klimaschutz zugute.“ Viele Menschen, so hat Mai festgestellt, würden sich angesichts der aktuellen Energiekrise Gedanken um erneuerbare Energien machen. So habe beispielsweise die Nachfrage nach Solaranlagen stark zugenommen.

Langfristig sei der Ausbau der erneuerbaren Energien der richtige Weg. „Um jetzt aber kurzfristig Energie einzusparen muss jeder sein eigenes Verhalten auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls ändern“, unterstreicht Mai.

Notfallplan Gas

Fragen und Antworten zum Notfallplan Gas hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Internet zusammengestellt.

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