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19 bis 20 Grad Raumtemperatur: So spart die Stadt Neuenrade

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Von: Peter von der Beck

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Korrekt heizen kann viel Geld sparen. Darauf weist Ingenieurin Brigitte Neuhaus hin. Sie ist unter anderem Gebäudemanagerin bei der Stadt Neuenrade.
Korrekt heizen kann viel Geld sparen. Darauf weist Ingenieurin Brigitte Neuhaus hin. Sie ist unter anderem Gebäudemanagerin bei der Stadt Neuenrade. © von der Beck, Peter

Nicht nur für den Privatmann, sondern auch für eine Stadtverwaltung ist Sparen das das Gebot der Stunde. So geht die Stadt Neuenrade die Sache an.

Neuenrade – Ingenieurin Brigitte Neuhaus kennt sich aus. Sie kümmert sich bei der Stadt Neuenrade unter anderem um das Gebäudemanagement. Und dazu gehört auch das effiziente Betreiben von Gebäuden – das preiswerte Wirtschaften. Nicht nur für den Privatmann, sondern auch für eine Stadtverwaltung ist das das Gebot der Stunde. Sparen ist immer angesagt im Sinne der Steuerzahler. Und so ist es kein Wunder, dass die Ingenieurin schon lange mit dem Thema befasst ist.

„Wir folgen seit Jahren den Empfehlungen der Energie-Agentur,“ sagt Neuhaus. So versucht man in den Schulen in der Regel, die Temperaturen bei 19 bis 20 Grad zu halten und die der Turnhallen bei 17 Grad. Dafür seien die Hausmeister verantwortlich. Und für die Hausmeister sei das Durchsetzen der Anweisung damals kein einfaches Unterfangen gewesen. Kritik Einzelner habe man da hinnehmen müssen. Auch sei die Steuerung der Raumtemperatur nicht einfach über über eine Zentralheizung vorzunehmen – zumal man keine Einzelraumsteuerung in der Hönnequell-Schule habe.

Unabhängig von der Heizung habe sich das Sparen beim elektrischen Strom zunächst als komplexes Thema herausgestellt. Die Ingenieurin weist darauf hin, dass die Lebensdauer der Leuchten, der eventuelle Spareffekt und die Anschaffungskosten immer in Relation gesetzt werden müssten. Vor etlichen Jahren sei die Hönnequell-Schule umgebaut worden, LED-Lampen seien aus Kostengründen damals noch kein Thema gewesen. Das stelle sich heute anders dar. Aber solange es mit den doch recht sparsamen T5-Röhren noch funktioniere, müsse man auch nicht handeln.

Doch eine Ablösung dieser Technologie sei in Sicht, denn die Produktion der Röhren werde kurzfristig eingestellt. Auch Fördergelder spielten mitunter eine Rolle bei der Kalkulation. „Es muss sich rechnen,“ sagte Neuhaus. Klare Sache, dass Flur und Kellerräume schon neue Leuchtmittel hätten, alles andere werde so ausgetauscht, dass es eben Sinn ergebe. Neuhaus kann sich jedenfalls gut erinnern, dass sämtliche Maßnahmen an den Schulen unter dem Strich Erfolg gezeigt hätten: „Wir haben einen fünfstelligen Betrag eingespart.“

Für die Zukunft habe man auch schon Haushaltsansätze für die Ausstattung mit LED-Leuchten gebildet. Dabei werde immer die komplette Lampe ausgetauscht, nicht einzelne Birnchen. Es komme zudem auf die Baumaßnahme an. Wird etwas von Grund auf neu geplant, wie beispielsweise der Anbau der Burggrundschule, schaue man natürlich genauer hin, durch welche Maßnahmen sich Energie sparen lässt und welche Technik am zukunftsfähigsten ist.

So habe Neuhaus aktuell auch bei der Sanierung der Kitas das Thema natürlich im Blick, sagte Neuhaus. Beim Einbau der neuen Schallschutzdecken, würden neue LED-Einbauleuchten gleich mit verbaut.

Was nun die Ausstattung mit Strom produzierenden Fotovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden anbelange, so werde das eben derzeit von einem Fachunternehmen überprüft. Und es gelte auch hier sehr genau hinzuschauen: Da spielten Statik und neue Vorschriften genauso eine Rolle wie das Alter und der Zustand des Daches. Nur wenn alle Parameter stimmig sind – dann könne man handeln.

Was den ultimativen Tipp zum Energiesparen für den Privatmann betrifft, so sagt die Ingenieurin glasklar: „Das A und O ist die Heizungssteuerung.“ Sie empfiehlt eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius und gibt den Rat, nur dort zu heizen, wo man sich auch aufhalte. „Es ist nicht wenig, was man da einspart.“. Hier sei es wichtig, ein Gespräch mit dem Heizungsbauer zu führen und sich alles entsprechend einstellen zu lassen.

Vorsicht walten lassen sollte man bei der Warmwasserbereitung. Zumindest in öffentlichen Gebäuden sei vorgeschrieben, mindestens 70 Grad Warmwassertemperatur vorzusehen – um die eventuell vorkommenden Legionellen abzutöten.

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