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15 Monate nach Unwetterkatastrophe: Wichtige Verbindungsstraße im MK endlich wieder frei

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Von: Peter von der Beck

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Machen die Bahn frei: (von links) Ludger Siebert (Straßen.NRW), die Bürgermeister Antonius Wiesemann (Neuenrade) und Andreas Späinghaus (Werdohl) sowie Straßen.NRW-Chefin Dr. Petra Beckefeld.
Machen die Bahn frei: (von links) Ludger Siebert (Straßen.NRW), die Bürgermeister Antonius Wiesemann (Neuenrade) und Andreas Späinghaus (Werdohl) sowie Straßen.NRW-Chefin Dr. Petra Beckefeld. © von der Beck, Peter

Kaum zu glauben, aber die Höllmecke ist wieder befahrbar: Am Dienstag wurde sie gut 15 Monate nach der verheerenden Flut, die große Teile der wichtigen Verbindungsstrecke von Neuenrade ins Lennetal zerstört hatte, für den Verkehr freigegeben.

Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im Sommer abgeschlossen werden, aber es kam zu Verzögerungen. Doch jetzt heißt es endlich: Freie Fahrt – fast auf den Tag genau ein Jahr nach Baubeginn.

Gemeinsam mit den beiden Bürgermeistern Antonius Wiesemann (Neuenrade) und Andreas Späinghaus (Werdohl) sowie Straßen.NRW-Niederlassungsleiter Ludger Siebert räumte Straßen.NRW-Direktorin Dr. Petra Beckefeld symbolisch eine Absperrung beiseite.

„Angespannte Verkehrssituation“ wird entlastet

„Durch die Freigabe können wir die angespannte Verkehrssituation im Märkischen Kreis entlasten, da die L656 eine wichtige Verbindung zwischen der B236 und der B229 ist“, hatte Beckefeld zuvor gesagt. Sie betonte, dass man die schnelle Sanierung und den Wiederaufbau der Infrastruktur nur den vereinfachten Vergaberichtlinien in NRW zu verdanken habe. Um die Folgen der Unwetterkatastrophe möglichst zügig zu beseitigen, durften Aufträge „bis zu 5,3 Millionen“ in einem beschleunigten Verfahren vergeben werden. Diese Maßnahme ermöglichte es, dass Straßen.NRW fast alle durch die Wassermassen zerstörten 116 Bauwerke plus 61 abgerutschte Hänge mittlerweile neu hergestellt hat. Lediglich eine Brückenbaumaßnahme stehe noch aus, die aber im Januar realisiert werde, sagte Beckefeld. Die Höllmecke gehört damit zu den letzten demolierten Straßen im MK, die nun wieder befahrbar ist.

Die Höllmecke: Jetzt viel Freiraum für ein Hochwasser und eine speziell mit Gabionen befestigte Fahrbahn.
Die Höllmecke: Jetzt viel Freiraum für ein Hochwasser und eine speziell mit Gabionen befestigte Fahrbahn. © Peter von der Beck

Beckefeld gab dann noch ihrer Verwunderung Ausdruck, dass man die Vergaberichtlinien nicht auch im ebenfalls vom Hochwasser stark betroffenen Rheinland-Pfalz oder auf Bundesebene vereinfacht habe. Die guten Erfahrungen hätten wohl „nicht interessiert“. Ausdrücklich lobte Beckefeld die Firma Hilgenroth, die sofort an die Arbeit gegangen sei, zum Teil mit vier Kolonnen gleichzeitig an der Höllmecke gewerkelt habe. Jetzt ist die Straße fertig. Schätzungsweise sechs Millionen Euro wird die Wiederherstellung kosten.

Maßnahme war flutbedingt auf 2021 befristet

Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) freute sich über die Freigabe. Viele Pendler aus und nach Neuenrade würden diese Straße nutzen. Es sei insgesamt eine Entlastung.

Hier sieht man die Zerstörungen und erste Sanierungsarbeiten an der Höllmecke.
Hier sieht man die Zerstörungen und erste Sanierungsarbeiten an der Höllmecke. © von der Beck, Peter

Werdohls Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) kann sich noch genau an den 14. Juli und an die gewaltigen Schuttberge am Fuße der Höllmecke, die zugeschüttete Brücke und erste Hilfsmaßnahmen erinnern. Dass man das so flott wieder hinbekommen habe – auch mit Hilfe eines in Dresel ansässigen Unternehmers –, sei kaum zu glauben, sagte er am Dienstag. Beide Bürgermeister ließen durchblicken, dass sie sich solche Vergabe-Beschleunigungsmaßnahem häufiger wünschen würden. Doch auch bei Straßen.NRW ist es bereits wieder vorbei mit dieser Herrlichkeit. Denn die Maßnahme war flutbedingt auf 2021 befristet.

Der Bach hat jetzt deutlich mehr Platz

Die zum Teil massiven Bauarbeiten in und an der Höllmecke wurden unter Beachtung der Biodiversität vollzogen. Der Bach hat nun deutlich mehr Platz, der Hochwasserschutz wurde verbessert.

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