14-Millionen-Projekt in der Neuenrader Innenstadt

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So wird das Quartier aller Voraussicht nach aussehen.

Neuenrade - Gut zwei Jahre wird es wohl dauern, bis das große neue Bauprojekt Hinterm Wall realisiert ist. Rund 14 Millionen Euro werden dort für ein ganzes Quartier investiert. Bauherr ist die VR Südvestment.

Die Volksbank ist Mehrheitsgesellschafter, eine Tochter der Echterhage Holding, die VE Holding GmbH, ist mit 20 Prozent beteiligt. Die Projektplanung hat Eco.Plan inne. 

Ruth Echterhage erläuterte den aktuellen Sachstand des Großprojektes, das jetzt ins Bewusstsein der Neuenrader dringt, weil in dem Baugebiet, das innenstadtnah Hinterm Wall liegt, Gebüsch beseitigt und etliche Bäume gefällt wurden. Die Baumfällarbeiten sind genehmigt und ziehen entsprechende Ersatzpflanzungen (53 Bäume) nach sich. Die Fällarbeiten seien kurzfristig erfolgt, weil rechtliche Vorgaben zu erfüllen waren. Der Start des großen Bauvorhabens ist für den Spätherbst geplant. Die Fertigstellung werde allerdings erst im Jahr 2021 sein, sagte Jürgen Echterhage. Prognosen seien schwierig wegen der Hochkonjunktur und dem Facharbeiter- und Handwerkermangel. 

Ärztehaus und Sonderbau mit Tagespflege

Herausragende Objekte der kleinen Siedlung werden sicher das Ärztehaus sowie der Sonderbau mit der geplanten Tagespflege. Gerade in Sachen Tagespflege gibt es besondere Anforderungen an die Statik, auch ein Brandschutzkonzept muss her. 

Das erste Haus auf der Ecke wird nun ein Ärztehaus. Ruth Echterhage berichtete, dass hier schon Verhandlungen mit Lüdenscheider Ärzten laufen würden, die dort selbst agierten oder gegebenenfalls Dependancen errichten wollten. Ein Hausarzt, ein Chirurg und ein Kardiologe werden sich dort möglicherweise ansiedeln. Ruth Echterhage: „Es wird ein moderner, arztpraxengerechter Zuschnitt über drei Etagen, barrierefrei mit Aufzug und ist auch von den Parkplätzen direkt vorm Eingangsbereich gut bestens zugänglich.“ Das sei quasi ideal für eine Gemeinschaftspraxis, aber auch für ein Medizinisches Versorgungszentrum“, sagten Ruth und Jürgen Echterhage. Dieses soll nach dem Willen der Stadt und der CDU allerdings in den Praxisräumen von Michael Beringhoff an der Zweiten Straße angesiedelt werden. 

Junger Frau wird Studium finanziert 

Das Ehepaar, insbesondere Ruth Echterhage, kümmert sich seit Jahren intensiv um das Thema Ärzte für Neuenrade. Sie habe schon vor zehn Jahren auch über spezialisierte Vermittler versucht, einen Arzt in die Kleinstadt Neuenrade zu holen, hieß es im Rahmen eines Pressegespräches. Nun beschreitet man auch andere Wege: So hat man mit einer jungen Frau einen Vertrag geschlossen. Die Echterhages wollen eine angehende Medizinerin fördern. Sie wird in Wien, finanziell unterstützt durch die Echterhages, Medizin studieren. Die junge Frau habe sich im Gegenzug verpflichtet, wenn denn alles gut geht, anschließend für zehn Jahre in Neuenrade zu praktizieren. 

Das Mehrgenerationenquartier ist nicht einfach zu bauen. Immerhin elf Höhenmeter müssen überwunden werden. Zudem wurde eine Zufahrt dazu gekauft, um das Areal von zwei Seiten zu erschließen. So soll auch die Verkehrssituation entlastet werden. Im Süden des Quartiers entstehen drei Mehrfamilienhäuser, die sind mit der schmalen Seite in Richtung Innenstadt ausgerichtet, damit angrenzende Anwohner keinen Gebäuderiegel vor der Nase haben. Die drei oberen Häuser haben überwiegend Drei- und Vierzimmer-Wohnungen. Die Quadratmeterzahl wird von 45 bis 140 Quadratmeter variieren. Von den oberen Häusern gebe es zudem noch einen barrrierefreien Zugang zur Innenstadt – via Aufzug. 

Auch Wohnungen für Singles

Zwischen dem Ärztehaus und dem Objekt mit der geplanten Tagespflege („das Pertheswerk hat Interesse“) ist Haus zwei angesiedelt. Hier gibt es kleinere Wohnungen, die auch für Single-Haushalte geeignet sind. 

Was den Preis für die Mietwohnungen anbelangt, so seien die Preise für die Kaltmiete wegen der Rahmenbedingungen angesichts steigender Baukosten sicher nicht einfach zu kalkulieren. Zwischen 8 bis 9,50 Euro schwebt den Echterhages hier vor. Haus drei, das die Tagespflege enthalten soll, beherbergt noch Platz für zusätzliche Wohngruppen über zwei Etagen, ein Aufzug erleichtert den Zugang. 

Gemischt genutztes Quartier 

Ruth Echterhage betonte noch einmal, dass es sich um ein gemischt genutztes Quartier handele. Jung und Alt, kleine und große Wohnungen – das sei ein guter Mix. Zudem gebe es ein nachbarschaftliches Konzept. So könnten die Innenhöfe Kontakthöfe sein: „Wir haben jemanden eingestellt, der sich kümmern und Kontakte untereinander fördern wird.“ So könnte es beispielsweise gemeinsame Koch- und Grillaktionen geben. „Projekte gegen die Einsamkeit“, sagte Echterhage. Dass dies funktionieren kann, dafür gebe es Beispiele im Münsterland und in Dresden. 

Bleibt noch ein Hinweis zur Parksituation: „Wir haben insgesamt 87 Stellplätze. Es wird kein Chaos geben“, verspricht Ruth Echterhage.

Von Peter von der Beck

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