Trotz Regen-Sommer und Corona

13.000 Besucher: Die ganze Region nutzt das Neuenrader Freibad

Schwimmmeister Andreas Schönenberg beaufsichtigt am Beckenrand die letzten Schwimmer der Saison.
+
Schwimmmeister Andreas Schönenberg beaufsichtigt am Beckenrand die letzten Schwimmer der Saison.

Herrliches Badewetter: Fast windstill ist es, kein Wölkchen ist zu sehen. Der Parkplatz am Freibad Friedrichstal ist an diesem Donnerstagvormittag schon gut gefüllt. Im Minutentakt kommen die Gäste.

Es sind meist Ü-30er, viele ältere Leute, Familien mit Kleinkindern. Die Schulkinder schwitzen noch in der Schule. Die Freibadgäste jedenfalls sind gut gelaunt und nutzen den letzten Tag der Saison.

Knapp 70 Gäste haben schon die Kasse passiert und tummeln sich zum größten Teil im Wasser, etliche ziehen ihre Bahnen. Ältere Badegäste aus Werdohl präsentieren ihre Freibadbräune. Und zum Saisonabschluss verschenkt Manuela Schönenberg, Ehefrau von Schwimmmeister Andreas Schönenberg, selbst gemachte Muffins plus Kaffee an die Gäste.

Auch auswärtige Gäste sorgen für das gute Ergebnis

Über mangelnden Betrieb kann sich Schwimmmeister Schöneberg nicht beklagen. 13 000 Gäste in einer wegen Corona verspätet gestarteten Saison – das kann sich sehen lassen. Für das gute Ergebnis sorgen auch die auswärtigen Gäste. Viele Dahler seien darunter, die das vom Starkregen stark beschädigte und derzeit geschlossene Altenaer Freibad nicht nutzen können. „Sie nahmen große Umwege in Kauf, um unser Freibad zu besuchen,“ sagte Schönenberg.

Michaela Schönenberg verteilt am letzten Tag Muffins.

Dass das Freibad am Donnerstag seinen letzten Saisontag hat, findet Larissa schade, die jeden Tag und bei jedem Wetter schwimmt. Ihre Alternative wäre das Dahler Hallenbad, doch das bleibt wohl mindestens noch bis zum Jahresende geschlossen. Das Bad in Werdohl kommt für sie nicht in Frage.

Gäste nutzen den letzten Tag der Saison

Silvia, die ebenfalls noch am Donnerstag den letzten Saisontag nutzte, wird sich wohl künftig im Aquamagis tummeln, weil das auf dem Weg zur Arbeit liege. Vom Neubau eines Hallenbades in Neuenrade, wie es die FDP an der Niederheide vorschlägt, hält sie nichts. „Wir haben genug Hallenbäder in der Umgebung.“ Neuenrade habe ja ein eigenes Bad: „Klein, aber man kann schwimmen.“

Anja Hiltrop aus Garbeck bedauert sehr, dass für das Freibad Friedrichstal nun die Saison beendet ist. Sie ist seit 35 Jahren Schwimmfan und geht drei bis fünfmal pro Woche ins Wasser. Sie hat schon fünf oder sechs Zehnerkarten in dieser Saison verbraucht. Schwimmen sei die einzige Sportart, für die sie sich nicht aufraffen müsse. Ein neues Hallenbad benötigt auch sie nicht. Sie mag das kleine, familiäre Hallenbad, weil da „nicht jeder einfach rein und raus kann“ und jedem Besucher persönlich geöffnet wird.

Familie aus Plettenberg ist das Aquamagis zu teuer

Familie Döring aus Plettenberg besuchte am Donnerstag das Neuenrader Freibad mit zwei kleineren Kindern. Ihnen ist das Aquamagis einfach zu teuer. „Viele Plettenberger sehen das so und weichen in die Bäder der Umgebung aus.“ Ein neues Hallenbad in Neuenrade würde die Familie begrüßen und nutzen, wenn es bei moderaten Preisen auch kleine Attraktionen wie eine Rutsche aufweise. Wichtig ist das Freibad für Ingeborg Giersbach. Die über 80-Jährige ist noch schnell ins Freibad gefahren, um ihre 1000 Meter zu schwimmen. „Einmal pro Monat gehe ich, um zu sehen, ob ich das noch schaffe.“

Corinne aus Balve nimmt es hin, dass die Saison beendet ist. Sie nutzte den letzten Tag der Saison und wird nun aufs Joggen umsteigen. Was den potenziellen Bau eines neuen Hallenbades anbelangt, befürwortet sie einen interkommunalen Ansatz: „Sollen sie machen, aber am besten zusammen mit anderen Kommunen.“ Schwimmmeister Andreas Schönenberg findet den FDP-Vorstoß für ein neues Hallenbad gut: „Für Neuenrade wäre es eine Aufwertung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare