Gesellschaftlicher Konflikt

Sieben Kilometer lange Demo

+
Gut 1000 Biker kamen zur Demo zusammen.

Neuenrade - 1000 Motorradfahrer setzten am Sonntag ein Zeichen gegen Fahrverbote und Streckensperrungen mit einem sieben Kilometer langen Tross, fuhren vom Hagebaumarkt bis Balve und zurück.

 „Wir sind alle eine Familie“, betonte der Vorsitzende der Motorradfreunde, Uwe Hoh, bei der Begrüßung.Unter dem Motto: Leis ist kein Scheiß und Fahr mit Verstand durch das Sauerland, fand diese erste Demonstration für Motorradfahrer statt, die sich gegen Sonn- und Feiertagsfahrverbote sowie Streckensperrungen ausspricht. „Ja, es gibt schwarze Schafe, die das Sauerland als ihre private Renn- und Teststrecke ansehen“, sagte Uwe Hoh. „Und diese schaden unserer Lobby.“ 

Fahrt mit Verstand

Deshalb mahnte er: „Fahrt einfach mit Verstand.“ Dazu hatte der Balver Olaf Keul seit einigen Wochen viel Initiative gezeigt, um eine solche Aktion zu initiieren. „Mit 1000 Teilnehmern bin ich vollauf zufrieden“, sagt Keul angesichts des großen Zuspruchs. „Der schlimmste Fall wären 50 Teilnehmer gewesen.“ Aus dem Märkischen Kreis kamen sie dazu angefahren, aber auch aus dem Hochsauerlandkreis und dem Ruhrgebiet. Tabea und Marc aus Herscheid stehen voll und ganz hinter dieser Aktion. „Wenn wir nur noch Fahr- und Streckenverbote haben, dann haben wir kein Hobby mehr – überteuerte PS-Boliden dürfen doch auch auf die Straße.“ Jürgen aus Garbeck und Volker aus Balve finden, dass vorsichtiger auf Landstraßen gefahren werden muss. „Aber es dürfen nicht alle für die Fehler von wenigen bestraft werden,“ meint Jürgen. Man kommt schnell ins Gespräch auf dem weitläufigen Parkplatz. 

Verbote  treffen "mehr als fünf Leute"

Mittendrin sind die Neuenrader Andre, Michael, Tom und Alex. Auf zwei Maschinen fahren sie mit, und setzen auf ein vernünftiges Miteinander aller. „Diese im Raum stehenden Verbote betreffen doch uns alle“, meinen Olaf und Jan zu dem Thema, das an diesem Sonntag viele bewegt. Olaf: „Wie man sieht, betrifft das mehr als fünf Leute – diese große Teilnehmerzahl kann ein Zeichen setzen.“ Darauf setzen auch Olaf Keul und seine Mitstreiter von Moto e.V. und den Motorradfreunden Sauerland. Sie nutzten die Dachterrasse auf dem Baumarkt für ein Podium, um ihre Botschaften zu vermitteln. „Das wird eine tolle Fahrt werden, die Wirkung zeigt“, war Heiko Schmidt, Mitbegründer von Moto e.V. überzeugt. „Aber ich bitte Euch, dass Ihr Euch zurücknehmt, um keine Angriffsfläche zu bieten.“

Mehr als 30 Kilometer pro Stunde waren dann unterwegs sowieso nicht drin auf der 36 Kilometer langen Strecke, die von der Polizei begleitet wurde. Unterwegs wurde nur eine Reifenpanne eines Teilnehmers verzeichnet, die vor Ort behoben wurde. „Ja, ich kann ein positives Fazit ziehen“, resümierte Olaf Keul. „Ich habe einen schönen Sonntag gehabt.“ Die große Teilnehmerzahl hätte die große Masse der Motorradfahrer dargestellt, die sich an die Regeln für Geschwindigkeit und Lautstärke auch halten würden. „Jetzt geht es darum, unser Motto dieser Demonstration auch zukünftig zu leben.“ Leis ist kein Scheiß und fahr mit Verstand durch das Sauerland, sollte jeder Motorradfahrer verinnerlichen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare