Ansitzstangen für Greifvögel und Beobachtungsposten für Familien

Anwohner rätseln: Sieben Hektar Ackerflächen leuchten in vielen Farben

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Regina Bräuer-Weustermann freut sich über die Greeningflächen.

Was wächst eigentlich auf den Feldern rund um Brenscheid? Eine Frage, die sich aktuell viele Wanderer und Anwohner stellen. Ständig leuchten die Ackerflächen anders. Mal hellblau, mal dunkelblau und natürlich in allen möglichen Grüntönen. Das ist des Rätsels Lösung.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Wir haben eine Zwischensaat gepflanzt für die sogenannten Greeningflächen“, erklärt Regina Bräuer-Weustermann. Jeder Landwirt, der mehr als 15 Hektar Ackerland bewirtschafte, ist gesetzlich dazu verpflichtet. „Eigentlich müssen drei Prozent der Fläche mit einer solchen Zwischenfrucht eingesät werden. Wir haben aber 40 Prozent gemacht“, erklärt die Brenscheider Landwirtin.

Auf insgesamt sieben Hektar blühen die Felder aktuell. „Wir haben uns entschieden, alle Flächen zu nutzen, auf denen Wintergerste stand. Die hatte es dieses Jahr echt schwer durch das nasse Frühjahr und den warmen, trockenen Sommer.“ Greening sei nämlich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Boden gut. Eigentlich soll verhindert werden, dass der Boden nach der Ernte brach liegt.

Die Zwischenfrucht besteht aus mindestens drei Komponenten. Die Brenscheiderin hat sich allerdings für noch mehr Vielfalt entschieden: Öllein, Ramtilkraut, Sorghum, Färberdistel, Sommerwicke, Alexandrinerklee und Abessinischer Kohl wachsen gerade. „Ich habe darauf geachtet, dass die Zwischenfrucht gut mit der Trockenheit klar kommt und es große Blätter gibt, die viel Fotosynthese betreiben“, erklärt Bräuer-Weustermann.

Öllein und Sommerwicke würden den Boden zudem sehr tief durchwurzeln. „Das Getreide geht nicht so tief. Der Boden wird durch die tiefen Wurzeln aufgelockert, das verhindert Krankheiten und bringt Nährstoffe an die unteren Schichten“, erklärt Regina Bräuer-Weustermann. Hinzu komme, dass die Zwischenfrucht auch gegen Erosion schütze.

Dadurch, dass der Boden bedeckt ist, kann Wasser nicht so viel Erde wegspülen. „Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass Insekten und vor allem Bienen jetzt noch die letzten Tage Nahrung finden. Und auch die Wildtiere freuen sich drüber.“

Wenn das Feld wieder für das Getreide vorbereitet wird, wird die Zwischenfrucht in den Boden eingearbeitet. Bräuer-Weustermann: „Dadurch entsteht ein Humus, der unter anderem für ein besseres Bodenlebewesen sorgt.“ Neben der Zwischenfrucht sorgen auch neue Ansitzstangen für Greifvögel für Aufsehen. Die Landwirtin beteiligt sich damit an einer Aktion des Naturschutzzentrums.

Auf ihren Feldern errichtete sie hohe Stangen, auf denen Falke, Rotmilan und Mäusebussard Ausschau nach Mäusen halten können. „Mäuse sind ein echtes Problem geworden. Und die Vögel haben immer weniger Plätze, um nach Beute zu suchen“, erklärt die Landwirtin.

Damit auch die Brenscheider und Spaziergänger wissen, was dort passiert, gibt es ein spezielles Guckloch. Versteckt zwischen Büschen können Familien und Naturliebhaber die Jagd der Greifvögel beobachten, ohne die Tiere zu stören. „Das wird richtig gut angenommen.“

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