Zwillingsbirke, Trommel und funkelnde Steine

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Pause auf dem Waldsofa: Zusammen mit ihren Eltern erkunden acht „Wurzelzwerge“ in einem VHS-Kursus derzeit den Wiblingwerder Wald. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Noch etwas schüchtern trappeln die „Wurzelzwerge“ an den Händen ihrer Mamas zum ersten Treffen am Waldkindergarten. Gruppenleiterin Britta Podworny heißt die kleinen und großen Besucher zum Auftakt der Kooperationsveranstaltung zwischen dem Wiblingwerder Waldkindergarten und der VHS Lennetal willkommen.

Insgesamt zwölf Mal werden Marie, Luca, Leon, Jules, Christian, Felix und die zwei Jonas mit ihren Müttern gemeinsam den Wald rund um den Kindergarten erkunden – noch sind sie zu klein, um die Einrichtung am Herlsener Weg zu besuchen.

Ihre Scheu legten die „Wurzelzwerge“ aber bereits mit den ersten Schritten im Wald ab. Nach dem Begrüßungslied machte sich die Gruppe – mit kleinen Hilfetipps von Britta Podworny – auf, um die Zwillingsbirke zu entdecken. Die weiße Rinde des Baums durften die Kinder berühren und zwischen den beiden Stämmen hindurch krabbeln.

Bewegungsförderung, Kontakt zu anderen Kindern zu bekommen und sinnliche Erfahrungen in der Natur zu sammeln, seien die grundlegenden Aspekte des Kurses, erklärte Britta Podworny. Aber auch die ersten Wald-Regeln wurden den Kindern schon erklärt. „An den verschiedenen Stationen wird nicht nur gestoppt, um die Natur zu erkunden, sondern auch, um auf die anderen zu warten“, beschrieb die Gruppenleiterin einen weiteren sozialen Lernaspekt, den die Zwei- bis Dreijährigen erfahren sollen.

So führte der Weg die „Wurzelzwerge“ weiter zu den Lärchen – hier mussten sie den Kopf weit in den Nacken legen, um die grünen Baumkronen gut erkennen zu können. Besonders angesagt war die Station der „Trommeln“, denn hier dürften die Kleinen mit ihren Händen auf Baumstämmen „Musik“ machen. Die Baumstümpfe an dieser Stelle stehen so dicht beieinander und ragen gerade so weit aus der Erde, dass sie wie ein kleines Schlagzeug angeordnet sind.

An der Station „Weggabelung“ konnten die Knirpse prima nach kleinen, funkelnden Steinchen suchten. Weiter ging es durch das „Zwergentor“ und tief hinein in den „Zwergenwald“. Ein mit Ästen abgesteckter Kreis, das „Waldsofa“, wird den „Wurzelzwergen“ auch bei ihren künftigen Erkundungstouren als Rast-Station dienen. Nach einem Frühstück – zuerst wurden mit speziell für den Wald geeigneter Seife die Hände gewaschen – sorgten Spiele für jede Menge Spaß. Zum ersten Treffen hatte Britta Podworny leichte Röhren und Murmeln mitgebracht, woraus schließlich eine Murmelbahn entstand. Mit Geschichten und Liedern endete die Rast auf dem „Waldsofa“ und es wurde der Rückweg angetreten.

„Bei unseren weiteren Treffen fördern wir außerdem die Sensomotorik“, erklärte Britta Podworny. Dann erfahren die „Wurzelzwerge“ zum Beispiel, wie es sich anfühlt, mit Händen im Matsch zu wühlen oder barfuß über Moos zu laufen.

Nach den Sommerferien beginnt ein weiterer „Wurzelzwerge“-Kursus. Informationen dazu gibt es dann im Programmheft der Volkshochschule. ▪ sr

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