Zwei Wochen Arbeit statt Spaß im Gartenhallenbad

+
Johann Reiswich (l.) und Klaus Vollmeyer bauen in den Katakomben des Gartenhallenbades den neuen Wärmetauscher ein, der rund 400 000 Liter Badewasser auf Temperatur bringen muss. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Am Beckenrand wird gehämmert, im Keller geschweißt und überall liegen Schläuche und Kabel auf dem Boden. An Schwimmen im Gartenhallenbad ist in diesen Tagen nicht zu denken, zumal auch im Becken nicht ein Tropfen Wasser mehr ist.

Die 400 000 Liter Wasser hat die Bädergesellschaft Iserlohn, die das Nachrodter Hallenbad betreibt, abgelassen, um die jährliche Grundreinigung durchführen zu können. Mit alkalischen Reinigungsmitteln werden Fette und Algen von den Kacheln gewaschen, Säuren lösen Kalkablagerungen. Auch die großen Fensterflächen der Fassade werden jetzt einmal gründlich gereinigt. Und weil das Schwimmbad wegen all dieser Arbeiten ohnehin geschlossen werden muss, nutzt der Betreiber die Zeit, um auch notwendige Reparaturen und Wartungsarbeiten durchzuführen. Deshalb geben sich seit Mittwoch die Handwerker die Klinke in die Hand.

In den Duschräumen ist Ulrich Mardus damit beschäftigt, das Silikon aus den Fugen zu kratzen. Im ständig feuchten Klima des Hallenbades brauchen sich die fungiziden Wirkstoffe der elastischen Fugenmasse relativ schnell auf, so dass Schimmel auftritt. Die befallenen Fugen müssen dann erneuert werden. „Das ist in solchen Bereichen fast jährlich fällig, jedenfalls viel öfter als im privaten Bad“, sagt Mardus. Der Experte für solche Arbeiten glaubt aber, dass er dank modernerer Dichtstoffe in Zukunft vielleicht nur noch alle zwei Jahre zur Tat schreiten muss.

Nebenan am Beckenrand löst Lars Großkurt mit Hammer und Meißel beschädigte Fliesen vom Untergrund. Die werden ausgetauscht, damit hier kein Wasser eindringen kann, aber auch, damit sich die barfuß laufenden Badegäste demnächst nicht an scharfen Kanten verletzten. Auch im Keller muss Großkurt noch tätig werden. Dort müssen Fliesen im Schwallwasserbehälter ausgewechselt werden.

Im Keller befindet sich auch die aktuell größte Baustelle des Gartenhallenbades. Dort wechseln Klaus Vollmeyer und sein Kollege Johann Reiswich den Wärmetauscher aus. „Der alte Apparat war mittlerweile 43 Jahre alt und schlecht zu regulieren“, erklärte Schwimmeisterin Elisabeth Riecke, warum diese Investition notwendig ist. Das neue Gerät soll nicht nur einfacher zu bedienen sein, sondern dank höheren Wirkungsgrades obendrein auch noch Energie sparen. Dass hier Einsparpotenzial vorhanden ist, liegt auf der Hand, denn immerhin muss der Wärmetauscher insgesamt 400 000 Liter Wasser ständig auf Temperatur halten.

So viel angenehm temperiertes Wasser soll auch wieder zur Verfügung stehen, wenn das gründlich gereinigte und renovierte Gartenhallenbad am 14. November wieder öffnet. Deshalb wird das Becken auch ab heute oder morgen wieder gefüllt. „Das dauert zwei bis drei Tage“, weiß Elisabeth Riecke, dass das seine Zeit braucht. Bis zur Wiedereröffnung in gut einer Woche werden Fachunternehmen auch die Chloranlage und die Lüftungsanlage einer Revision unterzogen haben. Sie werden für’s Erste die letzten Handwerker gewesen sein – bis das Gartenhallenbad in etwa einem Jahr erneut gründlich gereinigt und die Technik gewartet werden muss. ▪ vg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare