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Zwei Monate nach Ende der B236-Sperrung: Es wird

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Von: Jona Wiechowski

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Von Ende März bis Anfang August liefen die Felssicherungsarbeiten an der B236 in Nachrodt, die unter Vollsperrung durchgeführt wurden. Das sorgte bei den Händlern der Altenaer Straße, denen der Durchgangsverkehr fehlte, teilweise für Umsatzeinbußen von 70 Prozent.
Von Ende März bis Anfang August liefen die Felssicherungsarbeiten an der B236 in Nachrodt, die unter Vollsperrung durchgeführt wurden. Das sorgte bei den Händlern der Altenaer Straße, denen der Durchgangsverkehr fehlte, teilweise für Umsatzeinbußen von 70 Prozent. © Fischer-Bolz, Susanne

Über vier Monate hatten die Felssicherungsarbeiten gedauert – und die Altenaer Straße in dieser Zeit zu einer Sackgasse verwandelt. Einigen Unternehmen machte das ordentlich zu schaffen. Doch es geht bergauf.

Nachrodt-Wiblingwerde – Immer wieder biegen Autos ab. Mehrere Zapfsäulen sind belegt. An der Aral-Tankstelle an der Altenaer Straße ist an diesem Montagmorgen gegen 11 Uhr gut was los. „Es wird”, sagt Monika Meier, deren Mann Inhaber der Tankstelle ist. Nach den mehr als vier Monaten Vollsperrung der Bundesstraße 236 wegen der Felssicherungsarbeiten geht es seit etwas über zwei Monaten bergauf. Denn der Verkehr fließt wieder – mehr oder weniger.

Monika Meier von der Aral-Tankstelle berichtet, dass nach Ende der Sperrung wieder deutlich mehr Kunden kommen. Ganz auf dem Niveau von davor sei es zwar noch nicht. Aber: „Es wird.“
Monika Meier von der Aral-Tankstelle berichtet, dass nach Ende der Sperrung wieder deutlich mehr Kunden kommen. Ganz auf dem Niveau von davor sei es zwar noch nicht. Aber: „Es wird.“ © Jona Wiechowski

Zu Zeiten der Sperrung war die Altenaer Straße bekanntermaßen eine Sackgasse. Unter Vollsperrung wurden seinerzeit aufwendig die Felsen gesichert, da Felsnasen auf die Straße zu stürzen drohten. Viele Händler hatten mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen: Kunden waren für ihre Erledigungen nicht extra in die Sackgasse hineingefahren. „Nach der zweiten Woche hatten wir einen Rückgang von 70 Prozent. Dann sind nur noch die Nachrodter Stammkunden geblieben. Die sind gekommen, obwohl sie es auch nicht so einfach hatten“, blickte Peter Meier kurz nach Sperrungsende im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Und jetzt? „Ein bisschen fehlt noch im Vergleich zu vor der Sperrung”, sagt Monika Meier, die aber froh ist, dass sich die Situation gebessert hat.

Bemerkbar macht sich der Verkehr weiterhin – nur anders. Nämlich dann, wenn es zu Stoßzeiten voll wird und die Autos bis zur Tankstelle vor der Ampel an der Lennebrücke stehen. Dann trauten sich nur wenige Fahrer raus aus der Schlange, um mal eben zu tanken.

Energie ist in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden. Erste Händler in der Region haben darauf beispielsweise mit verkürzten Öffnungszeiten reagiert – die sind bei der Aral-Tankstelle laut Monika Meier derzeit nicht geplant. „Wir haben sowieso nicht bis 24 Uhr auf”, sagt sie. Um 5 Uhr morgens öffne die Tankstelle – und dann geht es bis 21 Uhr. Das ist bereits eine Stunde weniger als früher einmal. Gerade am späten Abend komme keiner mehr, wenn in Nachrodt die sprichwörtlichen Bordsteine hochklappten. Ob eine Anpassung der Öffnungszeiten irgendwann in den nächsten Monaten noch kommt? „Das steht in den Sternen.“

Die Sperrung der Bundesstraße 236 hat sich bei der Lenne-Apotheke nicht so stark bemerkbar gemacht wie bei anderen Geschäften an der Altenaer Straße, sagt Inhaberin Jacqueline Daly.
Die Sperrung der Bundesstraße 236 hat sich bei der Lenne-Apotheke nicht so stark bemerkbar gemacht wie bei anderen Geschäften an der Altenaer Straße, sagt Inhaberin Jacqueline Daly. © Jona Wiechowski

Von einem „normalen Betrieb”, kann Jacqueline Daly, Inhaberin der Lenne-Apotheke auf der gegenüberliegenden Straßenseite, berichten. Und: „Wir hatten nicht so starke Einschränkungen“, sagt sie mit Blick auf die Sperrung. Schon vor Monaten hatte das AK berichtet, dass die Kunden auch trotz der Umstände kamen – wohl auch deshalb, weil sich ein Hausarzt in unmittelbarer Nähe befindet und die Menschen auch in dieser Zeit weiter zum Arzt gegangen sind.

Besondere Maßnahmen zum Energiesparen seien in der Lenne-Apotheke derzeit noch kein Thema. Glücklich ist die Apothekerin darüber, dass die Heizung über Pellets läuft, wie sie im Gespräch erzählt. „Wir sind nicht auf Gas angewiesen.“ Was den Strom angeht, dazu könne sie jetzt noch nichts zu sagen. „Ich habe noch keine Rechnung bekommen.“ Die Öffnungszeiten sollen unverändert bleiben – immer von 8 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 18.30 Uhr (wobei samstags die Nachmittagsöffnungszeit entfällt).

Bei Meditec Hansen sollen die Öffnungszeiten mit Blick auf die Energiekrise unverändert bleiben, so Silke Hansen. Geöffnet hat das Geschäft unter der Woche von 8 bis 16 Uhr.
Bei Meditec Hansen sollen die Öffnungszeiten mit Blick auf die Energiekrise unverändert bleiben, so Silke Hansen. Geöffnet hat das Geschäft unter der Woche von 8 bis 16 Uhr. © Jona Wiechowski

Ähnlich sieht es bei Meditec Hansen ein kleines Stück die Straße runter aus. „Es läuft recht gut”, konnte Silke Hansen, erfreut erzählen. Ihr Mann ist Inhaber des Geschäftes, das viele Sanitätsprodukte von Rollatoren bis hin zu Pflegebetten und vielem mehr verkauft. Auch während der B236-Sperrung sei es ganz gut gelaufen – die Kunden seien weiterhin gekommen.

Was das Energiesparen angeht, seien bei Meditec Hansen erst einmal keine Veränderungen bei den Öffnungszeiten geplant. „Wir haben unter der Woche wie gehabt von 8 bis 16 Uhr geöffnet”, erzählt Silke Hansen.

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