Keine Ufos, dafür Fluchtwege

Auf dem Dach der zweiten Ebene werden die Arbeiten von Ingenieur Holger Selve (Mitte) , Bauamtsleiter Dirk Röding (rechts) und Lennard Lübbert (links) begutachtet.

Nachrodt-Wiblingwerde  - Die Ufos kommen weg. Die Beleuchtung, die ein bisschen außerirdisch anmutet, wird verschwinden. Und auch sonst ändert sich in und an der Sekundarschule einiges: die Fassade, die Fenster, die Farbgestaltung – und natürlich das Dach der zweiten Ebene, das jetzt gerade im Mittelpunkt der Sommerferien-Sanierung steht.

 Die Handwerker arbeiten Hand in Hand – und ein minuziöser Bauzeiten-Plan im Foyer der Schule macht deutlich, was in den kommenden Wochen geschafft werden soll und geschafft werden muss. Dabei gibt es zwei große Themen: die Dachsanierung und der Brandschutz.

 Es geht los mit der Fassade, dazu passend werden die Fenster eingerichtet. Die Dachränder werden freigelegt, dann starten die Dachabbrucharbeiten. Wie auf der ersten Dachebene, die im vergangenen Jahr saniert wurde, wird auch jetzt wieder ein geneigtes Dach gebaut – ein Sattel-Walm-Dach mit einer Neigung von fünf Grad. Die Entwässerung wird nach außen gelegt. „Das hat den Vorteil, dass bei Starkregen dem Dach nichts mehr passiert“, sagt Ingenieur Holger Selve, der die Bauleitung vor Ort übernommen hat.

 Die „Baustelle“ Brandschutz ist von großer Komplexität. Vom Umfang und der Organisation reichen sechs Wochen Sommerferien nicht für die Realisierung aus. Und so wurden einige Vorarbeiten bereits auch schon in den Osterferien erledigt. Der Schwerpunkt in diesem Jahr liegt auf den neuen Flucht- und Rettungswegen - einmal im Bereich Erdgeschoss/Mensa mit einer außen liegenden Fluchttreppe, zum anderen im Bereich Erdgeschoss/Atrium, wo ein ebenerdiger Rettungsweg ins Atrium angelegt wird. Dafür wird die Gebäuderückseite ausgeschachtet. Die Decken im Flur zum Rettungsweg Atrium werden im ersten Bauabschnitt abgenommen. Dort gibt es auch neue Klassenzimmer-Türen.

Verschwunden sind zudem die Glasvitrinen im Treppenhaus. „Die dürfen aus Brandschutzgründen nicht mehr dort sein“, so Holger Selve. Treppenhäuser sind grundsätzlich von Brandlasten freizuhalten. Das gilt natürlich auch für die Kleiderhaken. Jacken und Gummistiefel haben im Flur nichts zu suchen. Auf die Frage, wie man die letzten 40 Jahre in den Schulen überleben konnte, antwortete Holger Selve: „Manche haben nicht überlebt. In Düsseldorf zum Beispiel nicht.“ Ohne jeden Zweifel seien die Brandschutzbestimmungen erheblich. „Aber im weltweiten Vergleich fühle ich mich hier deutlich besser.“

Die Flure werden zukünftig dennoch nicht als trauriger Anblick verfallen. Es gibt ein Farbkonzept, sodass nicht nur die reine Technik umgesetzt wird, sondern es auch etwas „fürs Auge“ gibt. Auch die Fassaden bekommen ein Farbkonzept. Und dann gibt es noch die besagten Ufos, die runden Leuchten, die ersetzt werden. Der Austausch der Beleuchtung auf LED steht an – dafür wird eine abgehängte Decke mit Rasterlampen versehen.

Im Moment ist es nicht vorstellbar, dass in fünf Wochen wieder Unterricht stattfinden kann. Drinnen als auch draußen herrscht geschäftiges Baustellen-Treiben vieler Firmen aus dem Märkischen Kreis. Auch Samstags-Arbeit ist selbstverständlich. Beteiligt sind Aloys Haase aus Lüdenscheid (Bedachung), Elektro Rieger (Herscheid), Firma Wacker aus Lüdenscheid (Abbruch), Stukkateurmeister Jörg Roland aus Balve (Außenfassade), Siggi Müller aus Nachrodt (Abbruch), Sanitär Fischer aus Altena (Regenentwässerung) und Zimmermann Eckhard Roß aus Neuenrade.

„Wir haben eine Million Euro eingeplant und werden das Geld auch ausgeben“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Die Aufträge fürs nächstes Jahr, wenn der letzte Bauabschnitt ansteht, sind übrigens auch schon vergeben. Und darüber kann man nur froh sein. Denn die Auftragsbücher sind voll. Für viele Vorhaben werden händeringend Unternehmer gesucht. In Nachrodt-Wiblingwerde sind sie vor Ort.

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