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Zwei besondere Aktionen für Geflüchtete

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Begegnungscafé in Nachrodt: Helga Anderka, Gudrun Hoffmann und Elfriede Sickart (von links) hatten viel Freude bei den Vorbereitungen für die Kinder-Aktionen.
Packen Weihnachten in Tüten: Helga Anderka, Gudrun Hoffmann und Elfriede Sickart (von links). © Susanne Fischer-Bolz

Zwei besondere Aktionen sollen den Geflüchteten, die in Nachrodt-Wiblingwerde leben, das Weihnachtsfest versüßen. Denn vielen hat die Corona-Pandemie zugesetzt, einige drohen zu vereinsamen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Hilfsbereitschaft ist eine Tugend, die nicht immer belohnt wird und trotzdem Sinn macht. Und die oft im stillen Kämmerlein stattfindet. Friedel Sickert, Helga Anderka und Gudrun Hoffmann packen wieder „Weihnachten in Tüten“ mit Tee, Kaffee, Keksen und Teelichtern für die Flüchtlinge, die in der Gemeinde leben. Auch gibt es wieder Weihnachtsgeschenke. Zwei Aktionen, die die Flüchtlingsbeauftragte Sabrina Lippert organisiert.

15 Flüchtige befinden sich im laufenden Asylverfahren, neun sind geduldet, 72 anerkannt. Kontakt gibt es pandemiebedingt hauptsächlich über WhatsApp. „Wir unterhalten uns auf Deutsch so gut es geht. Aber es ist auf jeden Fall für viele Flüchtlinge schwierig, dass das Begegnungscafé nicht stattfinden kann. Im vergangenen Jahr ist ein junger Mann ganz alleine gekommen. Da gibt es durchaus eine Vereinsamung“, sagt Sabrina Lippert.

Geschenke werden persönlich verteilt

Doch eine Präsenzveranstaltung für alle auf die Beine zu stellen, macht bei erneut steigenden Inzidenzzahlen keinen Sinn. „Manche Flüchtlinge sind geimpft, andere nicht. Zum Teil hat man da nicht den Überblick“, so die Flüchtlingsbeauftragte, die sich darauf freut, bald „Weihnachten in Tüten“ und später dann die Weihnachtsgeschenke persönlich verteilen zu können.

Friedel Sickert, Helga Anderka und Gudrun Hoffmann besorgen den größten Teil der Sachen und packen die Tüten. „Leider kann Lotte Glasow aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen. Das bedauern wir alle sehr, denn sie gehört ja zu den Urgesteinen“, sagt Gudrun Hoffmann, die die Arbeit von Sabrina Lippert in den höchsten Tönen lobt: „Sie hat alles super vorbereitet, sogar altersentsprechende Geschenkvorschläge ausgearbeitet, denn meine Generation tut sich schwer damit, was Kinder in welchem Alter mögen.“

2900 Euro Finanzspritze

2900 Euro stehen der Gemeinde in diesem Jahr aus dem Programm „Komm an“ vom Kommunalen Integrationszentrum zur Verfügung. Das Landesprogramm trägt dazu bei, dass die ehrenamtliche Arbeit vor Ort systematisch unterstützt, wertgeschätzt und koordiniert wird. So werden nicht nur die Geschenkaktionen von diesem Geld bezahlt, sondern zum Beispiel auch die persönliche Pauschale von 50 Euro pro Person und Monat für all diejenigen, die ehrenamtlich die geflüchteten Menschen im Alltag begleiten.

Das sind in Nachrodt-Wiblingwerde etwa 15 Bürger und Bürgerinnen. Sie engagieren sich sehr vielfältig, helfen bei Behördengängen oder beim Renovieren, geben Deutschunterricht oder berufsschulbezogene Nachhilfe. „Für mich ist es manchmal schwer nachzuvollziehen, wer überhaupt wo tätig ist. Vieles läuft wie selbstverständlich. Auch die freie Kirche engagiert sich sehr“, sagt Sabrina Lippert.

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