Zusammenlegung würden Bürger zu spüren bekommen

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Vorarbeiter Marc Trappe (l.) führte die Besucher von der Unabhängigen Wählergemeinschaft am Montagnachmittag durch den Bauhof und erläuterte Arbeitsabläufe. ▪

[UPDATE 06.03.2012] NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Zusammenlegung der Bauhöfe von Nachrodt-Wiblingwerde und Altena ist einer der umstrittensten Teilbereiche der interkommunalen Zusammenarbeit. Am Montagnachmittag hat sich rund ein Dutzend Politiker der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) ein Bild davon gemacht, wie die gemeindliche Einrichtung arbeitet.

„Wir wollen mit den Leuten des Bauhofes sprechen und nicht über sie“, machte UWG-Fraktionschef Johannes Illerhaus deutlich, was sich die Wählergemeinschaft von dem Besuch versprach: Mehr Einblick in die Abläufe, um letztlich im Rat die richtige Entscheidung treffen zu können.

Bauhof-Vorarbeiter Marc Trappe führte die Besucher durch die Hallen und Räume. So sahen sie die Garage für Großfahrzeuge ebenso von innen wie die Werkstatt, die Räume, in denen Material und Werkzeug für das Abwasserwerk, für Maurer-, Dachdecker- Forst-, und Gartenarbeiten aufbewahrt werden, und die Aufenthalts- und Sanitärräume für die acht Mitarbeiter. Trappe ging während des Rundgangs auch auf das Sparkonzept ein, das die Bauhof-Mitarbeiter selbst entwickelt haben und das sie in noch einmal überarbeiteter Fassung inzwischen der Gemeindeverwaltung vorgelegt haben (wir berichteten). So diskutierte er mit der UWG zum Beispiel auch über den in diesem Konzept enthaltenen Ansatz, Tiefbauarbeiten in Zukunft öfter durch den Bauhof zu erledigen anstatt sie an Bauunternehmen zu vergeben. Arbeiten seien mit eigenem Personal und geliehenen Maschinen oftmals preisgünstiger zu erledigen , lautete sein Argument. Genau diese Aufgaben hatte der Bauhof vor einigen Jahren auf Beschluss des Gemeinderates abgegeben, woran Dirk Röding, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Planen/Bauen der Gemeinde, erinnerte: „Wir haben seinerzeit das Personal des Bauhofes so weit reduziert, dass gerade noch der Grundbedarf abgedeckt werden konnte. Seitdem werden auch kleine Bauarbeiten extern vergeben.“ Die Bauhof-Mitarbeiter sehen darin jedoch jetzt eine Möglichkeit für die Gemeinde, Geld zu sparen, wenn sie Arbeiten wieder selbst erledigen. Beispiele aus anderen Bereichen – beispielsweise Baumpflege und Beseitigung des Grünschnitts – belegen nach Trappes Darstellung, dass sich das rechnet.

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Der Vorarbeiter des Bauhofes trat aber am Montag auch öffentlich geäußerter Kritik entgegen, wonach der Bauhof nicht effektiv arbeite. Die vielfach zitierten „Spazierfahrten“ seien Kontrollfahrten, stellte er klar. Und die Tatsache, dass fast alle Mitarbeiter aufgrund ihrer vielfachen Fähigkeiten variabel einsetzbar seien, führe eben auch manchmal dazu, dass sie angefangene Arbeiten unterbrechen müssten, weil sie an anderer Stelle dringender benötigt würden.

Marc Trappe sprach ganz offensichtlich auch für seine Kollegen, als er den Politikern mit auf den Weg gab, dass das Bauhofteam seine Arbeit gerne in der jetzigen Konstellation fortsetzen möchte. „In Altena läuft doch auch nicht alles rund. Eine Zusammenlegung der Bauhöfe würden die Bürger zu spüren bekommen“, sagte er. Trappe räumte ein, „dass es natürlich immer etwas zu verbessern gibt“. Aber genau deshalb hätten die Bauhofmitarbeiter ja das Sparkonzept vorgelegt. „Es wäre schön, wenn man uns eine Chance geben würde“, erklärte Trappe, was sich sein sehr engagiertes Team nun wünscht.

Der Wunsch nach dem Erhalt der Selbstständigkeit sei nachvollziehbar, räumte UWG-Fraktionssprecher Illerhaus ein. Jedoch müsse nun noch abgewartet werden, zu welchem Ergebnis der externe Gutachter komme, der inzwischen bestellt sei. Allerdings lässt bisher nur die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde ihren Bauhof unter die Lupe nehmen, in Altena gibt es solche Bestrebungen wohl nicht. Für Dirk Röding kann ein Gutachten für die Einrichtung der Doppelgemeinde deshalb nur die halbe Wahrheit widerspiegeln. „Wir können uns nicht damit zufrieden geben, dass nur ein Bauhof untersucht wird“, gab er am Montag zu bedenken.

Einen Tag später ist Altenas Stadtkämmerer Stefan Kemper dieser Darstellung entgegengetreten. Auch der Baubetriebshof in der Burgstadt werde im Hinblick auf eine mögliche Zusammenlegung mit dem Bauhof der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde geprüft. Kemper stellte richtig, dass die Gemeindeprüfungsanstalt, die derzeit sowohl im Altenaer Rathaus als auch im Amtshaus in Nachrodt tätig sei, den Auftrag erhalten habe, sich beide Bauhöfe anzusehen. „Wir haben dazu ja selbst schon Untersuchungen angestellt. Jetzt haben wir diese Zahlen der Gemeindeprüfungsanstalt übergeben und gebeten, sie zu überprüfen“, sagte Altenas Kämmerer ▪ vg

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