Zukunftswerkstatt Wiblingwerde

Alles neu: Dorfkern soll Gesicht völlig verändern

Die evangelisch-reformierte Kirche in Wiblingwerde.
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Der Dorfkern rund um die evangelisch-reformierte Kirche in Wiblingwerde könnte sich völlig verändern.

In zehn Jahren wird der Wiblingwerder Dorfkern rund um die Kirche vermutlich ganz anders aussehen als jetzt. Die Planungen werden immer konkreter, die Gespräche intensiver und die Daten immer vollständiger.

Nachrodt-Wiblingwerde – Ein neuer Kindergarten, ein Mehrgenerationen-Wohnen mit Betreuungsangebot und altersgerechten Wohnungen, günstiger Wohnraum für junge Familien. Und aus dem evangelischen Gemeindehaus soll ein Dorfgemeinschaftshaus werden: Die evangelische Kirchengemeinde hat sich viel vorgenommen. Alleine werden sie das aber nicht stemmen. Investoren und Träger werden gesucht, erste Gespräche laufen bereits.

Wie genau die Planungen aussehen, wurde den Gemeindemitgliedern und Interessierten in einer Zoom-Konferenz vorgestellt. Geplant ist ein Modell in vier Phasen. Derzeit befindet sich die Gemeinde in Phase 0: „Erstellung eines Entwicklungskonzepts“. Ein Überblick.

Phase 1: Planung und Entwicklung Gemeindehaus/Dorfgemeinschaftshaus

„Damit kann eigentlich direkt begonnen werden. Dafür sind derzeit in erster Linie Menschen gefragt, die Konzepte entwickeln und sich einbringen möchten“, erklärte Dr. Judith Kuhn vom Institut Kirche und Gesellschaft, die den Abend moderierte und den Prozess begleitet.

Im Rahmen einer Gemeindebefragung war der Wunsch formuliert worden, einen Ort zu schaffen, an dem sich Gruppen und Vereine treffen können und an dem Begegnungen möglich sind. Das Gemeindehaus bietet Platz genug und ist noch dazu mit einem Treppenlift und einer behindertengerechten Toilette ausgestattet. Nun müssen die Räume mit Leben gefüllt werden.

Phase 2: Planung und Entwicklung Kindergarten-Neubau

Der Sanierungsstau im Bereich Kindergarten ist groß. Hinzu kommt der aktuelle Wasserschaden. Eine Sanierung ist unwirtschaftlich. Also soll es einen neuen, modernen Neubau geben. Und zwar dort, wo aktuell Pfarr- und Küsterhaus stehen.

Diese sollen abgerissen werden. „Geplant ist ein zweigeschossiger Neubau. Das Gelände mit dem alten Baumbestand ist wunderschön für einen Kindergarten“, sagte Architekt Sven Grüne, der erste Bilder zeigte, wie der Neubau aussehen könnte. Dieser wird zum Garten hin ausgerichtet.

Lageplan: So könnte der Dorfkern in Wiblingwerde aussehen.

Der neue Kindergarten bietet zudem Platz für eine weitere Gruppe. Ein weiterer Vorteil wäre die Möglichkeit neue Stellplätze zu schaffen. „So können wir den Bring- und Abholverkehr aus dem Wohngebiet holen“, erklärte der Architekt Sven Grüne. Geplant ist derzeit eine nachhaltige Bauweise mit viel Holz, die sich auch optisch gut in den Dorfkern Wiblingwerdes fügt.

Phase 3: Planung und Entwicklung integrativer Platz/ Spielplatz

Dort, wo jetzt der Kindergarten steht, sollen altersgerechte Wohnungen entstehen. Diese sollen von einem Investor gebaut und von einem Träger bewirtschaftet werden. Entstehen könnte so barrierefreier Wohnraum mit der Möglichkeiten zur Pflege. „Bei der Architektur wird darauf geachtet, dass ein nachbarschaftliches Wohnen mit Kontakten gefördert wird“, erklärte Sven Grüne.

Dazu zählen ein großer Innenhof, Galeriegänge sowie Gemeinschaftsräume. „Der Kindergarten ist vis á vis, das ist genau dieses Begegnen von Generationen, das gewünscht wurde“, erläuterte der Architekt die Pläne. Der Bedarf sei nach ersten Erkenntnissen groß. „Viele Menschen im Dorf leben in einem klassischen Einfamilienhaus.

Das können sie vielleicht im Alter nicht mehr bewirtschaften. Hier entsteht Raum, damit sie weiter im Dorf leben können, die sozialen Verbindungen und die Heimat erhalten bleiben. So etwas gibt es bislang nicht“, betonte Sven Grüne.

Phase 4: Planung und Entwicklung Grundstücke am Friedhof

„Hier könnte kostengünstiger Wohnraum für junge Familien entstehen“, erklärte Grüne und meint damit die Grundstücke parallel zur Nachrodter Straße bis zum Parkplatz des Friedhofs. Acht Hofhäuser könnten dort gebaut werden. Alle verfügen über zwei Etagen und bieten Platz für Familien mit zwei Kindern.

„Wir leisten damit auch einen Beitrag zur Innenverdichtung und Stärkung des Dorfkerns. Die Flächen sind frei, dafür müssen keine Flächen in Außenbereichen versiegelt werden“, betonte Grüne. Vorstellbar wäre dort ein Projekt im Bereich des geförderten Wohnungsbaus.

Wann diese Phasen realisiert werden können hängt von vielen Faktoren, wie Finanzierung, Genehmigungen, Planungen und Trägern ab. Für den Architekten ist vorstellbar, dass der neue Kindergarten in zwei bis drei Jahren realisiert ist, die altersgerechten Wohnungen in fünf Jahren und der Rest eher in zehn Jahren.

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