Leeres Pfarrhaus und Co.: Wie geht's in Wiblingwerde weiter?

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Werden abgerissen: das alte Pfarrhaus und das Küsterhaus in Wiblingwerde.

Mehr Nähe, offene Türen und ein Ort für Veranstaltungen: Die Wiblingwerder haben ganz konkrete Ideen für die Zukunft der Kirchenareale.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Es wird etwas dauern, bis der Bagger kommt.“ Auf einen Entwicklungsprozess von drei bis fünf Jahren stimmten Ralf Gütting von der Stabstelle Struktur und Entwicklung des Evangelischen Kreiskirchenamts Iserlohn und seine beiden Mitstreiterinnen Dr. Judith Kuhn und Dr. Friederike Höher vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen die Wiblingwerder bei einer Werkstatt zur Zukunft der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde ein. 

Knapp 30 Teilnehmer hieß Rainer Nowak als Vorsitzender des Presbyteriums bei der Veranstaltung im Gemeindehaus willkommen, die mit einer Ortsbegehung verbunden war. Im Fokus der Werkstatt stand die Zukunft der kirchlichen Flächen und Gebäude, einschließlich des ehemaligen Pfarrhauses und Küsterhauses, deren Sanierung keinen Sinn mehr macht. 

Stärken und Schwächen des Dorflebens analysiert

Ein Abriss ist unumgänglich. Sinn und Zweck der Veranstaltung war es, gemeinsam mit den Wiblingwerdern Ideen zur Nutzung des 25 000 Quadratmeter großen Geländes zu entwickeln. „Die Kirchengemeinde möchte sich zum Dorf hin öffnen“, umschrieb Gütting den angestoßenen Prozess. 

Hintergrund ist auch, dass die evengelischen Gemeinden Altena, Nachrodt und Wiblingwerde immer näher zusammenrücken.

Stärken und Schwächen des Dorfes zeigte Judith Kuhn anhand statistischer Zahlen und der Ergebnisse einer Umfrage per Postkarte mit gutem Rücklauf auf. Das Ergebnis: „93 Prozent der Menschen fühlen sich wohl in Wiblingwerde.“ 

Gemeindehaus soll offen werden

Als Gründe dafür seien unter anderem die Dorfgemeinschaft, ein aktives Vereinsleben, Überschaubarkeit und Sicherheit genannt worden. Dem gegenüber stünden fehlende Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangebote sowie das Fehlen eines Arztes und Friseurs, die die Teilnehmer der Umfrage als Schwächen des dörflichen Lebens angaben.

Die Zukunft der Kirche will das Presbyterium mit den Bürgern gestalten.

Für das Gemeindehaus könnten sich die Wiblingwerder eine Öffnung für andere Gruppen, Kulturveranstaltungen und Vermietungen vorstellen. Für die kirchlichen Flächen sei seniorengerechtes Wohnen stark nachgefragt. 

„Das deckt sich mit dem, was sich die Kirchengemeinde vorstellen kann.“ In zwei Gruppen, die sich mit dem Gemeindehaus und den kirchlichen Flächen beschäftigten, sammelten die Workshop-Teilnehmer weitere Ideen. 

Barrierefreiheit ein Problem

Dabei kristallisierte sich heraus, dass das Gemeindehaus grundsätzlich erhalten bleiben und offen für alle werden soll. Vielfach geäußert wurde der Wunsch nach Kulturveranstaltungen unterschiedlicher Art und eine Öffnung für Ratssitzungen. Probleme erkannte die Runde bei der Barrierefreiheit im Haus. 

Auch die Personalfrage – wer kann was anbieten – stellte sich. Zumal die evangelische Kirche auch noch nach einem neuen Pfarrer sucht. Für die kirchlichen Flächen favorisierten die Teilnehmer barrierefreies Wohnen (auch auf Eigentümerbasis), Wohnraum für Senioren, eine Tagespflege oder stationäre Pflege. Ebenso ein medizinisches Versorgungszentrum und einen multifunktionalen, überdachten Platz. 

Kita und Schule zusammenbringen

Auf großes Interesse stieß die Idee, die Kindertagesstätte und die Grundschule räumlich näher zusammenzubringen. Für die Kita, die mehr Kapazität braucht, besteht Handlungsbedarf. Ebenso wünschten sich die Teilnehmer, den Kirchplatz stärker in den Blick zu nehmen und nicht alles zuzubauen. 

Als „gute Grundlage, um weiter zu arbeiten“, bezeichneten die Berater die Ergebnisse des Workshops. Diese würden dokumentiert und danach an den Architekten Sven Grüne vom Dortmunder Büro „Post Welters + Partner“weitergereicht, das mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt wurde. Geld gibt es dafür aus dem Leader-Förderprogramm.

Erste Modelle im Dezember

Eine weitere Werkstatt ist für Donnerstag, 3. Dezember, geplant. Dann sollen bereits Zeichnungen und Modelle gezeigt werden, die darstellen, wie das Quartier aussehen könnt

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