6,4 Millionen Euro Kosten

Zukunft des Amtshauses: Entscheidung gefallen

Der Schein trügt: Das Nachrodter Amtshaus ist zwar ein Schmuckstück, aber ein stark sanierungsbedürftiges.
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Der Schein trügt: Das Nachrodter Amtshaus ist zwar ein Schmuckstück, aber ein stark sanierungsbedürftiges.

Das Amtshaus in Nachrodt wird saniert und um einen Anbau erweitert. Dafür hat der Rat nun grünes Licht gegebn. Das Problem: Die Finanzierung der 6,4 Millionen Euro Baukosten werden schwierig.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es gab noch einmal Redebedarf in Sachen Amtshaus, dann aber konnte die Angelegenheit – voraussichtlich – glattgezogen werden. Der Rat votierte am Montag in der Sitzung in der Lennehalle einstimmig dafür, das Amtshaus zu sanieren und mit einem Anbau zu versehen.

Zuvor hatte Christian Pohlmann (SPD) kritisiert, man müsse jetzt auf einen Schlag sehr viel Geld in die Hand nehmen. Da könne man auch noch einmal die Standortfrage stellen. Sonja Hammerschmidt (UWG) entgegnete ihm: „Die Standortdiskussion hatten wir doch schon.“ Aykut Aggül (fraktionslos) fragte sich: „Was ist, wenn wir auch im kommenden Jahr keine Förderung bekommen? Dann brauchen wir einen Plan B.“

4,1 Millionen Euro für neuen Anbau

Denn an der Hagener Straße 76 muss viel getan werden – und das wird Geld kosten: Es geht um Kosten in Höhe von 6,4 Millionen Euro. Davon wird die Gemeinde 2,3 Millionen Euro für die Sanierung des Altbaus stemmen müssen. Mit rund 4,1 Millionen Euro ist die Errichtung eines Anbaus veranschlagt.

Hierfür winken allerdings Fördermittel aus dem Städtebauprogramm des Landes. Dafür drängt die Zeit, warnte Bürgermeisterin Birgit Tupat den Rat. Bis zum 30. September müssen die Förderanträge bei der Arnsberger Bezirksregierung liegen. In diesem Jahr aber werde das Vorhaben nicht mehr umsetzungsreif werden.

Kaum Hoffung auf Fördermittel

An Geld für den Altbau zu kommen, hat sich als schwierig erwiesen. Grundsätzlich sei es möglich gewesen, Mittel über das Denkmalförderprogramm zu beantragen, erläuterte die Bürgermeisterin, jedoch stünden die Vorzeichen dafür auf „schlecht“. Für das laufende Jahr sei keine Förderung bewilligt worden.

Und eine Nachfrage im zuständigen Ministerium ergab, dass bisher insgesamt keine Förderung über mehr als 400 000 Euro bewilligt worden sei. „Zudem ist das Programm stark überzeichnet“, so Tupat. Nur „Projekte von besonderer Bedeutung, zugänglich für die Öffentlichkeit und in Notlagen werden bei der Vergabe der Fördermittel berücksichtigt“. Also schlechte Karten für das Amtshaus.

Geld aus Denkmal-Stiftung: Frist kaum haltbar

Bei einem anderen Aspekt ist es wohl ohnehin schon zu spät. Es sei ein Antrag an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möglich gewesen. Ein Vorgespräch hatte jedoch ergeben, dass die Stiftung vorab keine Auskünfte erteilt, ob und in welcher Höhe eine Förderung in Betracht gezogen wird. Dazu kommt: „Die Unterlagen müssten vollständig bis zum 31. August bei der Stiftung vorliegen. Die Unterlagen sind jedoch so komplex, dass die Einhaltung dieser Frist nicht möglich ist.“

Also stimmte der Rat „um einen Fortschritt der Arbeiten zu erzielen“ dafür, die Sanierung des Altbaus über Kredite zu finanzieren. Um vor weiteren Überraschungen sicher zu sein, soll eine Kreditlaufzeit von 50 Jahren – mit gleichbleibenden Zinsen – gewählt werden.

Akten und Co: Übergangslösung in der Apotheke

Das Amtshaus hat auch die Planer noch einmal beschäftigt: Die Entwürfe waren dem Ministerium für Heimat, Kommunales und Bau mit Blick auf eine Förderung mit zu groß geraten. Und es war schonmal gestrichen worden. „Uns wurde auf die Fahne geschrieben, das Vorhaben zu verkleinern“, berichtete die Bürgermeisterin aus einem Gespräch mit Ministerin Ina Scharrenbach. Also sind Besprechungsräume weggefallen und die Büroräume mit Blick auf Homeoffice-Arbeitsplätze und eine möglichst papierlose Verwaltung kleiner gezeichnet worden.

Wenn die Sanierung beginnt, sollte das Amtshaus leer sein. In der ehemaligen Apotheke an der Schmidtstraße könnten Akten und Server während der Bauzeit extern untergebracht werden.

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