25 Jahre Soziotherapie in Gut Sassenscheid

Ein Zuhause mit Hilfen und Chancen

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Nachbarn und Freunde der Einrichtung feierten mit.

Nachrodt-Wiblingwerde - 25 Jahre Suchthilfeeinrichtung Gut Sassenscheid: Dieses Jubiläum lieferte am Freitag den Anlass für eine Geburtstagsfeier auf dem ehemaligen Gutshof bei Wiblingwerde. Einrichtungsleiter Uwe Eulenberger begrüßte zahlreiche Gäste und nahm Blumen, Muffins und diverse Briefumschläge entgegen.

Eine Abordnung des Rentner-Posaunen-Chores Ruhrtal unterstützte ihn dabei und spielte unter anderem ein kraftvolles „Danke, für diesen guten Morgen!“. Nicht nur die Musiker mussten dem kühlen, nebligen und nieseligen Wetter trotzen. Das hätte man sich anders gewünscht für die Einrichtung und ihre Gäste, die verschiedene Abteilungen des Hauses und sein Konzept der „Soziotherapie“ kennenlernen konnten.

Lotte Glasow: Unterstützerin der ersten Stunde.

Offizieller Gründungstag war der 26. Februar 1994, und Prof. Andreas Koch, zuständiger Geschäftsbereichsleiter beim Deutschen Orden, dem Träger des Hauses, erinnerte an weitere Ereignisse jenes Jahres, um den Zeitrahmen von 25 Jahren aufzuspannen. Für die Suchthilfeeinrichtung stark gemacht hatte sich damals die Kommunalpolitikerin Liselotte Glasow. Uwe Eulenberger zeigte sich in einem Gespräch am Rande der Feier sehr dankbar, dass sie Gut Sassenscheid und seine Bewohner in all den Jahren begleitet und unterstützt hatte. Andreas Koch berichtete von aktuellen Veränderungen in der Arbeit der Einrichtung: Neben Alkoholkranken betreut Gut Sassenscheid auch ehemalige Insassen forensischer Kliniken und Patienten, die Drogenersatzstoffe zur Unterstützung der Therapie bekommen.

28 Bewohner

Neben den 28 Bewohnern auf Gut Sassenscheid gibt es inzwischen weitere vier in einer Außenwohngruppe in Nachrodt. Dieses Angebot ambulant betreuten Wohnens folge der Zielrichtung des Bundesteilhabegesetzes, das 2020 in Kraft treten wird. „Das wird die komplette Eingliederungshilfe in Deutschland verändern“, prognostizierte Andreas Koch. „Einrichtungen wie diese sind gar nicht mehr erwünscht“, bedauerte Uwe Eulenberger und sah eine „Rückfallgefahr“ für manche Patienten, für die die Abgeschiedenheit von Gut Sassenscheid einen notwendigen Rückzugsraum bietet.

Rückzugsraum

Er erinnerte daran, dass es in den Anfangsjahren noch Schafe und Ponys in der Einrichtung gegeben hatte. Schäfer Hans-Joachim Klenz, ein Bewohner der ersten Stunde, machte deutlich, wie wichtig für ihn dieser Ort ist: „Ich möchte hier nicht wieder weg, weil es mein Zuhause ist.“ Mit Hans-Joachim Klenz wandte sich Annegret Tonnet an das Publikum. Sie ist seit zwölf Jahren auf Gut Sassenscheid und mit 75 Jahren die älteste Bewohnerin. „Für viele von uns war es die letzte Chance, Hilfe, Verständnis und Unterstützung zu bekommen“, dankte sie für die Hilfe zur Selbsthilfe.

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