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Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft: Wechsel an der Spitze der Kompanie Kelleramt

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Marvin Sassenscheidt (rechts) ist der neue Zugführer der Kompanie Kelleramt, Zug 5, er löst Bernd Fischer (links) ab.
Marvin Sassenscheidt (rechts) ist der neue Zugführer der Kompanie Kelleramt, Zug 5, er löst Bernd Fischer (links) ab. © fischer-bolz

Nach dem Schützenfest ist vor dem Schützenfest und der Zugführer hält seine Mannschaft zusammen. Beim Zug 5 Kelleramt gibt es einen Wechsel: Marvin Sassenscheidt löst Bernd Fischer als Zugführer ab.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wechsel an der Spitze im „Kelleramt 5“: Neuer Zugführer ist Marvin Sassenscheidt. Am liebsten würde er alles so machen wie sein Vorgänger, lobt er Bernd Fischer in den höchsten Tönen. Zwei, die sich verstehen. Und für beide ist die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft ein Stück Heimat – auch, wenn sie Schützen in der „Außenstelle Nachrodt“ sind.

Ungezwungene Zugabende

Es ist zwar keine Regel, aber Brauch, dass ein Zugführer nach drei Schützenfesten das Zepter weitergibt. Bei Bernd Fischer waren es vier, „weil es Spaß machte und der Zug und der Kompanieführer meinten, ich solle ruhig noch ein Weiteres machen“, erzählt der 55-Jährige lachend, der das Amt seit 2008 mit Herzblut ausgeübt hat. Anders als in anderen Vereinen, in denen man gemeinsam singt, Handball, Fußball oder Schach spielt, ist nach dem Schützenfest vor dem Schützenfest. Soll heißen: Der Zugführer hält seine Mannschaft zusammen. „Wir treffen uns alle zwei Monate zu einem ganz ungezwungen Zugabend, damit die Zusammengehörigkeit erhalten bleibt“, erklärt Bernd Fischer. Es gibt immer ein Programm: Man spielt beispielsweise Bingo oder wandert zusammen. Und natürlich, wenn das Fest aller Feste näher rückt, steht das Kränzebinden an, werden Pforten gestellt, die dann die Zugführer, alle Vorstandsmitglieder und der König und seine Königin bekommen. Wichtig beim Schützenfest ist auch, „dass alle möglichst gleich schick aussehen und alle helfen“, sagt Bernd Fischer schmunzelnd.

Das Schöne ist die Geselligkeit

Das Schießen auf den Vogel kann nicht trainiert werden. „Das ist ein Schießstand mit seinen Eigenarten. Das sind besondere Waffen, die festgeschraubt sind, sodass keine Unfälle oder Missbrauch passieren können.“ Ist es ein Traum eines jeden Schützen, einmal König zu werden? „Für manche ja, für mich nicht“, sagt Bernd Fischer. Das Schöne, Schütze in der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft zu sein, sei viel mehr die Geselligkeit, „so viele Menschen, querbeet von alt bis jung, das ist toll. König wollte ich nie werden.“ Und, um es noch mal ausdrücklich zu sagen: Die Nachrodter fühlen sich sehr wohl in der Altenaer Gesellschaft. Es käme gar nicht in Frage, sich abzuspalten und einen eigenen Schützenverein in der Doppelgemeinde zu gründen. „Das würde nie funktionieren“, glaubt Fischer, dem auch ohne Amt des Zugführers nichts fehlen wird. „Es ist ja nicht so, dass ich von heute auf morgen mit dem Haufen nichts mehr zu tun habe.“ Es gibt einen fließenden Übergang, Sassenscheidt übernimmt Stück für Stück.

Es gibt auch einen neuen Spieß

Was man übrigens unbedingt benötigt als Zugführer: eine Partnerin, die mitmacht, unterstützt, und einen guten Spieß. Während der Zugführer vom Vorstand der Gesellschaft gewählt wird, wird der Spieß, also derjenige, der dem Zugführer den Rücken freihält und sich um Organisatorisches kümmert, vom Zug gewählt. Spieß Achim Bröcker, immer an der Seite von Bernd Fischer, gibt sein Amt ebenfalls auf, ein neuer Spieß ist noch nicht gewählt. Dass Marvin Sassenscheidt sein Nachfolger ist, findet Bernd Fischer großartig: „Er hat das Zeug dazu, kennt viele Leute, kann mit Menschen gut umgehen, hat Fantasie und Ideen und war schon ohne Posten sehr engagiert.“

Zwischen Berg und Tal: Schützen vereinen

Und er kommt aus Wiblingwerde. Denn während Nachrodt-Wiblingwerde oft Nachrodt und Wiblingwerde sind, zwischen Tal und Berg manchmal Welten zu liegen scheinen, vereinen die Schützen die Bürger. „Ich habe da auch mal etwas Passendes dazu gesagt. Als klar war, dass die Rastatt schließt, mussten wir uns umgucken und sind in der Schönen Aussicht in Wiblingwerde untergekommen. Da bekam ich die Frage gestellt, ob die Nachrodter denn wirklich alle mitkommen würden? Ich habe bei einem Kronenabend gesagt, dass, wer irgendwelchen alten Animositäten nachhängt und den Berg nicht ‘raufkommt, mir den Buckel ‘runterrutschen kann.“ Niemand ist ausgeschert.

Traditionen und Werte

Marvin Sassenscheidt legt direkt mit einer schönen Veranstaltung als Zugführer los. Am Samstag, 10. Dezember, trifft sich der Zug 5 Kelleramt zur Winterwanderung. Treffen ist an der Helbecke, dann geht es zur Burg (ohne Aufzug), um dort an einer Lichterführung teilzunehmen. Einkehr ist später im Haus Pilling. „Ich freue mich drauf“, sagt Marvin Sassenscheidt und möchte, „dass es so schön weitergeht, wie es ist“. Der 28-Jährige, der auch Brandmeister im Löschzug Wiblingwerde und Jäger ist, gehört seit 2014 zum Zug 5. „Ich bin recht traditionsveranlagt“, erzählt er schmunzelnd. Traditionen seien immer mit Werten verbunden, mit Heimatverbundenheit. „Wenn man das nicht mehr machen würde, dann würde es solche Feste, an denen wir uns erfreuen, irgendwann nicht mehr geben. Wenn man sieht, dass alle auf das Schützenfest hinfiebern, kann es so schlecht nicht sein“, sagt Marvin Sassenscheid, der im „wahren Leben“ Meister einer Instandhaltung in einem Industriebetrieb in Plettenberg ist. Übrigens: Seine Freundin hat Unterstützung für das neue Amt versprochen.

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