Berühmt und vergessen: Mehr Anerkennung für Nachrodts bekanntesten Sohn erwünscht

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Der berühmteste Sohn Nachrodts.

Nachrodt-Wiblingwerde – Er ist der berühmteste Sohn Nachrodts - doch weitestgehend vergessen. Das will der Heimatverein nun ändern.

Es ging um einen sehr bekannten Namen, auf den man in der Doppelgemeinde aber kaum aufmerksam gemacht wird: Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio. Mit dem Gelehrten befasste sich der Heimatverein Wiblingwerde im Rahmen eines Vortrages, den Vorsitzender Dr. Christian Schulze in der Heimatstube hielt. 

Schulze brach eine Lanze für mehr Anerkennung. Er sagte: „Unsere Gemeinde ist gut beraten, wenn sie die Erinnerung an ihren berühmten Sohn wachhält, und es scheint mir eine naturgegebene Aufgabe unseres Vereins zu sein, hierauf unermüdlich hinzuwirken.“ 

Schulze empfahl, dass dies in dauerhafter Form durch Straßen-, Parknamen oder Infotafeln geschehe. „Noch reizvoller scheint es mir als Wissenschaftler aber aus historisch-philologischem Blickwinkel, wenn wir in gemeinsamer Anstrengung auch zu neuen Forschungsergebnissen kämen. 

Zuccalmaglio bietet viele Ansatzpunkte, viel ungesichtetes Material; und die personale Lokalgeschichte steht hier erst an ihrem wissenschaftlichen Anfang. Daraus müsste sich mit der in Nachrodt-Wiblingwerde vorhandenen Kompetenz etwas machen lassen.“ 

Der Vorsitzende des Heimatvereins sagte zu seinem wichtigsten Anliegen: „Ich halte es für nötig, die bislang nicht voll ausgewerteten Vor-Ort-Quellen zu durchforsten und zusammenzutragen: Gibt es Mitteilungen in umliegenden Lokalblättern des 19. Jahrhunderts, zum Beispiel in Iserlohn, Hagen oder Lüdenscheid? Sind die Materialien des Kreisarchivs hinreichend ausgewertet? Gibt es noch Akten und Materialien im Haus Nachrodt? Bei Oldtimer-Autos würde man es Scheunenfund nennen.“ 

Seine Hoffnung: „Ich könnte mir vorstellen, dass in all diesen Quellen auch zum literarischen Wirken des Autors und Erziehers noch ungehobenes Material zu finden ist.“ Auf besonderes Interesse stießen in der anschließenden Diskussion Fragen, wie Zuccalmaglio wohl im 19. Jahrhundert die Schönheit des Nachrodter Tals erlebt haben dürfte, aber auch die vom Referenten gegebenen Anstöße, wie man Wahrnehmung und Andenken an den berühmten Sohn in Zukunft ausbauen könnte. 

Friedrich Petrasch hob hervor, wie zeitaufwändig allein die Recherche nach originalen Zuccalmaglio-Texten oder -zeichnungen sei. Werner Griesel vom MGV Nachrodt wies darauf hin, wie stark Zuccalmaglio die Chormusik beeinflusst habe. Er stellte die Pläne seines Vereins vor, am 28. Juli mit dem Chor nach Waldbröl – dem Geburtsort Zuccalmaglios – zu reisen, um auf Einladung am dortigen Volksliederfest teilzunehmen. Griesel und Schulze begrüßten die Initiative auf Waldbröler Seite, in Zukunft mit der Gemeinde stärker für das Thema „Zuccalmaglio“ zusammenzuarbeiten.

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