Zehn Jahre Planen und Bauen sind zu Ende

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Geschäftsvbereichsleiter Ralf Lohscheller verabschiedete die bisherige Leiterin des Nachrodter Perthes-Hauses, Annegret Heß-Müller. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit Mai ist es schon bewohnt, aber erst am Freitag wurde das neue Perthes-Haus an der Geschwister-Scholl-Straße offiziell eingeweiht. Gleichzeitig vollzog das Evangelische Perthes-Werk (EPW) einen Wechsel in der Leitungsfunktion: Neue Einrichtungs- und Pflegedienstleiterin ist Sonja Lademacher.

Nach einer zehnjährigen Planungs- und Bauphase war das Seniorenwohn- und Pflegeheim in diesem Frühjahr fertig gestellt worden. Auf diese lange Zeit ging nicht nur der Geschäftsbereichsleiter der Altenhilfe Süd des EPW, Ralf Lohscheller, ein. Auch Michael Schlieck, stellvertretender Bürgermeister, kam darauf zu sprechen. „Wir sind stolz, dass das Perthes-Werk es gestemmt hat, dieses Bauwerk hier hinzustellen“, sagte er im Namen von Rat und Verwaltung der Gemeinde mit Blick auf die immer neuen Schwierigkeiten bei Planung und Ausführung des Neubaues. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe durch die Architekten Olivwer Wächter und Jens Plessmann vom Dortmunder Büro Assmann Beraten+Planen an die neue Leiterin Sonja Lademacher waren alle diese Probleme am Freitag Geschichte.

Der Vorstandsvorsitzende des EPW, Pfarrer Dr. Werner M. Ruschke aus Münster, ging in seiner Predigt während des Einweihungsgottesdienstes ohnehin weniger auf das Gebäude, sondern vielmehr auf die Menschen ein, die darin mit und für die betagten und kranken Bewohner arbeiten. Dabei ging er der Frage nach, ob es tatsächlich Engel gibt. In der Bibel würden sie zwar erwähnt, doch sage die Schrift nichts über ihr Aussehen. Ruschke definierte die himmlischen Wesen schließlich als ermutigende, stärkende, tröstende und aufrichtende Boten Gottes. Somit könne praktisch jeder Mensch ein Engel sein, wenn er zur rechten Zeit am rechten Ort das richtige Wort finde. Dem Perthes-Haus wünschte er, es möge ein Ort von Engelserfahrungen sein, an dem Menschen ermutigt, gestärkt, getröstet und aufgerichtet werden.

Im Rahmen des von Johannes Köstling musikalisch mitgestalteten Gottesdienstes wurde auch der Wechsel in der Leitung der Einrichtung vollzogen. Auf eigenen Wunsch und aus gesundheitlichen Gründen gab die bisherige Leiterin, Annegret Heß-Müller, die Leitung ab. Seit elf Jahren ist sie als examinierte Altenpflegerin im Perthes-Werk tätig. Bevor sie im Frühjahr 2008 die Leitung des bisherigen Perthes-Hauses an der Bachstraße übernahm, war sie seit 2007 kommissarische Pflegedienstleiterin im Evangelischen Alten-Zentrum Neuenrade gewesen. Sie werde nun einen anderen Aufgabenbereich im Perthes-Werk übernehmen, hieß es am Freitag. Wie diese Aufgabe aussieht, steht aber offenbar noch nicht fest. „Mein größtes Projekt ist jetzt erst einmal die Wiederherstellung meiner Gesundheit“, wollte sich Heß-Müller über ihre berufliche Zukunft nicht konkreter äußern. Der Evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld wolle sie aber als ehrenamtliche Mitarbeiterin erhalten bleiben, versicherte sie. Und auch im Perthes-Haus wolle sie hin und wieder vorbeischauen.

Ihre Funktion als Leiterin der Einrichtung wird nun aber ihre bisherige Stellvertreterin, Sonja Lademacher, übernehmen. Die 33-jährige Altenpflegerin, die eine Fortbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft abgeschlossen hat, wohnt im Balver Stadtteil Mellen. Durch die mehrjährige Zusammenarbeit mit ihrer Vorgängerin – seit Anfang 2007 in Neuenrade und seit Mitte 2009 in Nachrodt – fühlt sie sich für ihre neue Aufgabe gewappnet. „Dieses Haus soll eine Anlaufstelle für Jung und Alt sein“, lud sie die Bevölkerung der Doppelgemeinde ein, dem Perthes-Haus ab und zu einmal einen Besuch abzustatten. Und Sonja Lademacher definierte eine weitere Maxime für die Einrichtung an der Geschwister-Scholl-Straße: „Wir wollen Menschen auffangen, die alleine sind.“

Insgesamt bietet das neue Perthes-Haus 48 Pflegeplätze in 38 Einzel- und fünf Doppelzimmer sowie 20 angegliederte seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen. Das alte Haus an der Bachstraße, das seit 1967 als Alten- und Pflegeeinrichtung betrieben wurde, möchte das Perthes-Werk übrigens verkaufen.

Am Samstagnachmittag, 10. Juli, lädt das Perthes-Haus zum Sommerfest ein. Ab 14.30 Uhr werden mehrere Chöre und Baldur Brinkmann für musikalische Unterhaltung sorgen. Dazu wird es Kaffee und Kuchen, Grillspezialitäten und kühle Getränke geben. Interessierte können die Einrichtung und ihre Mitarbeiter dabei kennen lernen. ▪ vg

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