Viele Löcher zu stopfen

Am Kreinberger Weg stellt sich die Frage, ob eine teure Sanierung für wenige Anlieger Sinn macht.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es ist eine Holperstrecke, keine Frage. Wer den Kreinberger Weg benutzt, flucht auf der Strecke nach Wiblingwerde mindestens drei Mal, sorgt sich um das Fahrwerk und fragt sich, wie lange das Auto das noch aushält. Der Bauhof versucht, die gröbsten Schlaglöcher immer wieder zu stopfen.

Warum wurde die Straße nicht „in Schwung gebracht“, als klar war, dass die Serpentinen gesperrt werden? „Eigentlich ist der Kreinberger Weg nur eine Bedarfsumleitung für Insider“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding und stellt die Gegenfrage, ob es Sinn mache, für ein paar Anlieger die Straße zu sanieren – was erhebliche Kosten verursacht hätte. Außerdem sei der Zustand bald vorbei, denn „die Arbeiten an den Serpentinen liegen im Zeitplan.“ Der Bauhof würde zudem immer wieder die schlimmsten Schlaglöcher stopfen.

Unterdessen kommt Schwung in das Straßenbauprogramm der Doppelgemeinde: Nachdem der Containerstandort am Holensiepen gepflastert worden ist, wurde am vergangenen Mittwoch die Straße „In der Hardt“ in Angriff genommen.

Die Asphaltdeckschicht wird abgefräst und durch eine neue – vier Zentimeter dicke – ersetzt. Auch der Gehweg wird erneuert. Geschätzte Kosten: 91000 Euro. Da die Stadtwerke Iserlohn eine neue Wasserleitung verlegen, beteiligen sich die Stadtwerke nach dem Verursacherprinzip. Gleiches gilt für den Herlsener Weg – von Haus Nr. 1 bis 11. Auch dort gibt es eine neue Wasserleitung – auch dort gibt es eine neue Asphaltdecke. Zudem wird am Gehweg gearbeitet. „Das Pflaster ist das total kaputt“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Diese Maßnahme war eigentlich schon im vergangenen Jahr geplant, wurde aber verschoben, da der Wasserbeschaffungsverband Wiblingwerde (WBV) für die Neuverlegung der Leitung keine Mittel mehr hatte. Kosten: etwa 40000 Euro. Der WBV beteiligt sich.

Einen neuen Gehweg und einen neuen Bordstein bekommt der Tannenweg. 17000 Euro stehen als geschätzte Kosten im Raum. Ein Blick auf die Kirchstraße/Freiherr-vom-Stein-Straße: Der Gehweg im Bereich der evangelischen Kirche hat seine besten Zeiten hinter sich und soll erneuert werden. Hierfür stehen 13000 Euro im Raum. Im investiven Bereich soll die Straße „Am Lahmen Hasen“ mit einer Tragdeckschicht (acht Zentimeter) versehen werden. Mit 100000 Euro ist diese Maßnahme die teuerste.

Fakt ist: Die Bauunternehmer – nicht nur die Tiefbauer – haben alleorts Hochkonjunktur. Was allerdings nicht nur positive Aspekte mit sich bringt. Mineralgemisch oder Beton sind schwer zu bekommen.

„Wenn ich Schotter benötige, aber nur die Hälfte bekomme, dann ist das ein Problem“, sagt Tiefbauer Peter Homann. Das Problem sind die nicht vorhandenen Reserven, da immer nur „just in time“ gearbeitet wurde. Produktionskapazitäten und Frachtmöglichkeiten seien am Limit. „Das bedeutet für uns viel Fahrerei und viel mehr Organisation“, so der Unternehmer. „Es hapert überall und immer.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare