Xynthia hinterlässt Spur der Verwüstung

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Natalie Atar saß am Sonntag zur Kaffeezeit in der Küche als es fürchterlich krachte. Eine mindestens fünf Tonnen schwere und uralte Buche war auf den Bruchsteingebäude nur wenige Meter vom Wohngebäude entfernt gekracht, hatte Dachstuhl und Mauerwerk des stabilen Häuschens zerstört.

Gestern waren Nachbarn und Freunde an der Todtenhelle, um den riesigen Baum peu á peu mit Salami-Taktik zu entfernen. Noch gestern Mittag waren sie mit der Beseitigung beschäftigt. Für das Freisägen der Brachtenbeck hatten die Verantwortlichen einen Privatunternehmer engagiert. Dessen Mitarbeiter waren am Mittag mit Baumbeseitigung befasst. Gut zu tun hatte natürlich die Nachrodt-Wiblingwerder Wehr mit den Auswirkungen des Sturmtiefs Xynthia: Am Sonntag musste der Löschzug Nachrodt das erste Mal um 15.15 Uhr ausrücken. Einsätze für die Einheiten Löschgruppe Wiblingwerde und Veserde folgten kurz darauf.

Die Fahrzeuge steuerten im Laufe des Tages die Altenaer Straße, die Hagener Straße, die Breddestraße, den Kreinberger Weg, die Wiblingwerde Straße, Am Stübchenstück, die L692, Wörder Bach, Deierter Weg, die K24, Totenhelle teilweise mehrfach an. Um 16.06 Uhr wurden kreisweit alle Feuerwehren alarmiert, um Bereitschaften in den Gerätehäusern herzustellen und die so genannten Meldeköpfe zu besetzen. Das Besetzen des Meldekopf bedeutet, dass die Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde die gemeldeten Notrufe zentral an eine Stelle per Fax gemeldet bekommt und die Einsätze eigenständig ohne Rückmeldung an die Kreisleitstelle bearbeiten muss. Die Koordinierung wurde durch die Einsatzleitwagen durchgeführt.

Die Einsatzkräfte waren durchgehend bis 22.30 Uhr im Einsatz und arbeiteten dabei rund 15 Einsätze ab. Die Arbeiten, um die Kettensägen und Fahrzeuge wieder einsatzbereit zu machen, zogen sich noch bis in den späten Abend hinein. Der Sturm entwurzelte Bäume, riss größere Äste ab und blockiert hierdurch die Straßen. Über den Tag hinweg standen in allen Einheiten rund 40 Einsatzkräfte in ständiger Bereitschaft, wegen der Baustellen in den Gerätehäusern musste teilweise improvisiert werden. Zeitweise mussten Straßen gesperrt werden, weil es einfach zu gefährlich war, während der Sturmböen Einsatzkräfte mit Motorkettensägen in das Sturmgebiet zu schicken, schreibt der Stellvertretende Gemeindebrandinspektor Michael Kling in seiner Mitteilung.

Am Abend konnte die Wehrleitung das Resümé ziehen, dass trotz der widrigen Umstände alle Einsätze gut bewältigt und niemand verletzt wurde. Lange konnten die Einsatzkräfte jedoch nicht schlafen, um 4. 40 Uhr am Montagmorgen wurden wiederum alle Einheiten alarmiert, an der Harpkestraße wurde ein Gebäudebrand gemeldet. Der Löschzug Nachrodt, die Löschgruppen Wiblingwerde und Veserde rückten mit über 40 Feuerwehrmännern und 8 Fahrzeugen zur Harpkestraße nach Wiblingwerde aus, vor Ort brannte die Stromverteilung im Keller eines Wohnhauses.

Zwei Trupps unter schwerem Atemschutz, brachten das Feuer schnell unter Kontrolle, mit der Wärmebildkamera konnten die Räume nach Glutnestern abgesucht werden, das Gebäude wurde mit Hilfe eines Überdrucklüfters rauchfrei gemacht. Weitere Einsatzkräfte stellten eine Wasserversorgung von Hydranten der Harpkestraße her. Die Stadtwerke, die vorsorglich mit alarmiert wurden und schnell vor Ort waren, brauchten nichts unternehmen, es waren zum Glück weder Gas ausgetreten, noch musste viel Löschwasser aufgewendet werden.

Um 6.30 Uhr war der Einsatz beendet, eine Abordnung der Feuerwehr blieb vorsorglich noch eine Weile vor Ort. - pm/vdB

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