Wurzelzwerge im Wiblingwerder Wald

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ So ein Wald ist für einen Wurzelzwerg unglaublich aufregend. Dort gibt es ein riesiges Holzschlagzeug, unentdeckte Welten unter großen Baumwurzeln und jede Menge tierische Freunde. Jeden Freitag erkundet Britta Podworny von der VHS Lennetal mit sieben kleinen Nachwuchsforschern und ihren Müttern den Wald rund um den Wiblingwerder Waldkindergarten. Für die zwei- bis dreijährigen Kinder ist das jedes Mal ein spannender Tag, denn überall gibt es etwas Aufregendes zu entdecken.

Der Wurzelzwergekurs ist eine Kooperation der VHS Lennetal und des Waldkindergartens. Gemeinsam mit den Müttern machen die Kinder erste Gruppenerfahrungen. „Die Kinder sollen hier nicht nur erste soziale Kontakte knüpfen, sondern auch die Natur mit all ihren Facetten kennen lernen“, erklärt Britta Podworny. Die Erzieherin arbeitete selbst im Waldkindergarten und kennt daher die Arbeitsweisen und den Wiblingwerder Wald genau. Los geht es an jeden Freitagmorgen am Waldkindergarten. Zum zweiten Mal fand am Freitag der Kurs statt und schon scheinen auch die Kleinsten die Regeln verstanden zu haben. Freudig stürmen sie voran, doch an den „Zwillingsbirken“ stoppen sie plötzlich. „Auf dem Weg gibt es verschiedene Stationen. Dort wird gewartet, bis wieder alle da sind, erst dann darf weitergegangen werden“, erklärt die Leiterin weiter. Die Stationen hat sie vom Waldkindergarten übernommen, denn viele der Kinder werden später dort in den Kindergarten gehen und lernen so bereits im Vorfeld die Regeln und die Örtlichkeiten kennen, denn die ersten Tage in solch einer Einrichtungen seien bereits trotz Kenntnis der Abläufe für ein neues Kind unglaublich anstrengend.

Drei Stunden lang toben die Wurzelzwerge durch den Wald. Nach dem ersten kleinen Marsch ist es Zeit für ein gemütliches Frühstück. Aber: „Vor dem Essen Händewaschen!“, das gilt auch im Wald, das Wasser dafür kommt aus dem Kanister und ist ziemlich kalt. Danach geht es in den Sitzkreis aus Geäst. Nach dem Frühstück gilt es dann den Wald mit allen Sinnen zu erforschen. Für die Kinder ist er ein riesiger Abenteuerspielplatz auch ohne teure Spielgeräte. Da gibt es Baumstucken, auf denen getrommelt werden kann, Hänge, die man erklimmen kann und kleine Schwebebalken aus gefällten Baumstämmen. „Durch das Spielen fördern wir nicht nur die körperlichen und sozialen Fähigkeiten der Kinder, sondern regen auch ihre Fantasie an“, erläutert Podworny das Konzept. So gibt es, wenn man genau hinschaut, sogar wilde Pferde im Wald. Die Mamas brauchen da schon mal viel Vorstellungsvermögen, um zu verstehen, dass ihre Kinder auf kleinen Baumstämmen gerade durch die Prärie preschen. „Besonders schön ist es auch bei Regen“, berichtet die Erzieherin, denn dann kommen die Regenwürmer aus ihren Löchern, die Erde wird matschig und die kleinen Regentropfen machen große Konzerte.

Zu jeder Einheit bringt Britta Podworny ein ganz besonderes Spielzeug mit. Am Freitag war es eine riesige Murmelbahn, bestehend aus Rohren und Schläuchen. So würden die Kinder lernen selbst kreativ zu werden und mit wenig zu spielen.

Am Ende des Vormittages sind die kleinen Wurzelzwerge sichtlich erschöpft vom wilden Spielen und Forschen im Wald. Aber sie freuen sich schon jetzt auf den nächsten Wurzelzwergetag. Einen Platz gibt es noch. Wer Interesse hat, mit seinem Kleinkind daran teilzunehmen kann sich bei der VHS-Lennetal dazu anmelden. Die Wurzelzwerge gehen immer Freitags von neun bis zwölf auf ihre Entdeckungsreise. Treffpunkt ist vor dem Wiblingwerder Waldkindergarten. - Lydia Machelett

VHS Lennetal und Waldkindergarten kooperieren.

Kleinkinder entdecken die wilde Natur

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