Krippenschatz zum  Stadtjubiläum

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Eine Krippe, bei der Draht eine nicht unwesentliche Rolle spielt, hat Wolfgang Funnemann zum Stadtjubiläum gestaltet.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Vor drei Tagen feierte Altena Geburtstag: Genau 650 Jahre zuvor wurden der Stadt die Freiheitsrechte verliehen. Fröhliches „Tam-Tam“ zum Jubiläum gibt es schon das ganze Jahr. Doch fast ganz unbemerkt, geradezu im stillen Kämmerlein verbirgt sich ein kleiner Schatz zum Stadtgeburtstag: eine Heimatkrippe.

„Ich fühle mich mit Altena durchaus sehr verbunden“, sagt Wolfgang Funnemann, der die Krippe „Weihnachten in Altena“ gebaut hat – mit Drahtzieher versteht sich. Denn in Altena wurde bereits im 13. und 14 Jahrhundert Draht hergestellt. Und so wurde der Wirt zum Zöger – und der Basteldraht, den Wolfgang Funnemann filigran verwendet, glänzt liebevoll allerorts in der Weihnachtskrippe. Der erstaunte Betrachter sieht kleine Drahtrollen und auch ein Zieheisen, – ebenso ein Hufeisen auf einem Amboss. Die Verkündigung, die Herbergssuche, die Geburt, die Anbetung der Könige und die Flucht nach Ägypten werden von 68 Figuren dargestellt.

Jede Weihnachtskrippe hat ihren eigenen Zauber. Vermutlich ist das traditionelle Aufbauen von Weihnachtskrippen dem Heiligen Franz von Assisi zu verdanken. Denn dieser stellte die Weihnachtsgeschichte nachweislich erstmals im Jahr 1223 mit lebenden Personen und Tieren nach. Als Schauplatz wählte er eine Futterkrippe in einem Wald nahe des Klosters Greccio.

Er nutzte die anschauliche Szenerie, um Gläubigen, die nicht Lesen konnten, das vermutlich aus dem 2. Jahrhundert datierende Weihnachtsevangelium des Lukas in Bildern näherzubringen. In der Mitte des 16. Jahrhunderts tauchten Weihnachtsdarstellungen zunehmend in vielen katholischen Kirchen in ganz Europa auf. Erst viel später jedoch, gegen Ende des 17. und im 18. Jahrhundert, wurde die Weihnachtskrippe als eigentliche Rekonstruktion des großen Ereignisses populär.

Eine Weihnachtskrippe verleiht der Advents- und Weihnachtszeit ein noch intensiveres Gefühl – auch heute noch. Für Wolfgang Funnemann ist es eine Herzensangelegenheit. Strandgut-Krippe ist die Lieblingskrippe „Nach Weihnachten ist vor Weihnachten“, schmunzelt der Nachrodter, der an die 100 Krippen bei sich zu Hause hat. Krippen unter anderem aus Ungarn, Peru, Südtirol, Frankreich, Skandinavien, Mexiko und den Philippinen sind in an der Opperhusener Straße zu Hause. Es gibt Krippen im Miniformat und andere mit sehr großen Figuren. Es gibt „arme Leute-Krippen“ ebenso wie Krippen mit orientalischen Figuren.

Viele Krippen hat Wolfgang Funnemann geschenkt bekommen, viele hat er selbst gebaut – im Keller mit einer Dekupiersäge zum Beispiel, – einige hat er auf dem Flohmarkt gefunden. Sogar eine Krippe von 1910 ist dabei. Doch bei aller Vielzahl ist die Strandgut-Krippe von der ostfriesischen Insel Spiekeroog die Lieblings-Krippe von Wolfgang Funnemann. Sand, Muscheln Moos, Josef und die gebeugte Maria: All das hat der heute 73-Jährige selbst gefunden und gestaltet. „Wichtig ist, dass eine Krippe begreifbar sein muss“, sagt Wolfgang Funnemann, der keinen Zaun, kein Hindernis um seine Schönheiten gebaut hat.

Die Hauptfigur der Weihnachtskrippen ist natürlich immer das Jesuskind. Aber auch Maria, Josef, Ochs und Esel, die Hirten, die Heiligen Drei Könige und die Engel sind von zentraler Bedeutung. Krippenfiguren lassen generell sehr viel Spielraum für Deutung und Interpretation.

Die Weihnachtszeit ist für Wolfgang Funnemann und seine Frau eine besondere Zeit, „Hektik kommt bei Funnemanns nicht auf“, lacht der Nachrodter, bei dem die Krippen und der Weihnachtsbaum auch bis zu Maria Lichtmess, vierzig Tage nach Weihnachten am 2. Februar stehen und verzaubern.

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