Realsteuersätze sind ein wichtiger Standortfaktor

Die Spitzen von Rat und Gemeindeverwaltung trafen sich jetzt mit Vertretern der heimischen Wirtschaft und der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zum Gedankenaustausch.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Zu einem intensiven Gedankenaustausch haben sich Dr. Bodo Reinke, Vollversammlungsmitglied der SIHK und weitere Unternehmensvertreter jetzt mit Bürgermeisterin Birgit Tupat und Kämmerin Gabriele Balzukat sowie den Ratsmitgliedern Peter Herbel (CDU) und Gerd Schröder (SPD) getroffen.

Auf Einladung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) erörterten die Wirtschaftsvertreter die Eckpunkte der Haushaltsentwicklung 2013 sowie den Entwurf des Haushaltes 2014 einschließlich der Vorausplanungen für die Jahre 2015 und 2016.

Die Vertreterinnen der Gemeinde führten dabei aus, dass Rat und Verwaltung auch weiterhin großes Augenmerk auf einen schlanken Gemeindehaushalt mit sparsamer Mittelverwendung und dem Ziel der Nutzenoptimierung für Bürger und Wirtschaft vor Ort legten. Neben den immer schwerer vorhersehbaren Schwankungen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite sei für die Gemeinde insbesondere die zunehmende Abfluss von Finanzmitteln an übergeordnete Stellen wie zum Beispiel den Märkischen Kreis herausfordernd.

Vor diesem Hintergrund begrüßten die Unternehmer die Ankündigung der Bürgermeisterin sehr, dass aus heutiger Sicht in der mittelfristigen Finanzplanung der Gemeinde bis 2016 keine weitere Erhöhung der Sätze für die Gewerbesteuer und die Grundsteuer B vorgesehen sei. Die Wirtschaftsvertreter machten deutlich, dass insbesondere auch diese Realsteuersätze ihre Beurteilung von Standortqualitäten stark beeinflussten.

Im Zusammenhang mit der Erörterung der Haushaltszahlen zeigte Thomas Holzrichter vom Schlosshotel Holzrichter besonderes bürgerschaftliches Engagement: Er bot Bürgermeisterin Tupat in dem Treffen direkt die kostenfreie Erledigung der Mäharbeiten auf dem nahegelegenen Bolzplatz in Veserde durch ihn an, womit die Gemeinde eigenen Aufwand im Rahmen der Grünpflege einsparen könne.

In dem Gespräch wurden außerdem Themen wie die ausreichende Breitbandversorgung in der Gemeinde, Bebauungsplanungen und der aktuelle Planungsstand zu einer Windvorrangzone in Veserde erörtert. SIHK-Geschäftsstellenleiter Claus Hegewaldt informierte noch über ausgewählte Ergebnisse der aktuellen SIHK Konjunkturumfrage.

Danach beurteilten die Unternehmen ihre Geschäftslage überwiegend als stabil, wobei sich die eigenen geschäftlichen Erwartungen für die Zukunft gegenüber den letzten Befragungen weiter verbessert hätten.

SIHK-Fachbereichsleiter Dirk Hackenberg informierte abschließend über die wichtigsten Ergebnisse und Forderungen aus der Energiestudie Südwestfalen. Die im Verbund von drei südwestfälischen Kammern und unter Begleitung von 14 Wirtschaftsunternehmen verschiedener Branchen erstellte Studie hat sehr deutlich gezeigt, dass weiter steigende Strompreise eine besondere Bedrohung für die Region darstellen.

So sei der Rückgang von Absatz, Gewinn und Beschäftigung in der südwestfälischen Wirtschaft begleitet von verstärkten Überlegungen zu Betriebsverlagerungen zu befürchten. Außerdem würden die Unternehmen auf stark steigende Energiepreise auch mit einer Verringerung der Investitionstätigkeiten am Standort reagieren.

Die Studie formuliere deshalb auch entsprechende Forderungen und Handlungsempfehlungen zur Gegensteuerung an die Politik auf Bundes-, Landes- und Regionalebene. Die Energiewende könne nur dann erfolgreich sein, wenn es gelinge, dass die Energieversorgung auch in Zukunft nicht nur nachhaltig, sondern insbesondere auch sicher und bezahlbar sei.

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