Gute Substanz, schlechte Lage: Was wird aus dem Haus an der Hagener Str. 96?

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Über die Zukunft des Hauses an der Hagener Straße 96 müssen die Kommunalpolitiker entscheiden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Gute Substanz, aber schlechte Lage und weitere Nachteile: Das leer stehende Haus an der Hagener Straße 96 bereitet der Gemeinde Kummer. Womöglich wird es abgerissen.

Hans-Jürgen Hohage möchte keinen einzigen Cent dafür ausgeben. Auch Matthias Lohmann persönlich würde die letzten Steine wegtragen: Zum Gebäude Hagener Straße 96 gab es ganz deutliche Meinungen bei der Immobilien-„Reise“ der Kommunalpolitiker. 

Und ein ganz großes Aber: Denn das gemeindeeigene Gebäude, in dem Sitzungen stattfanden, der Brückenkindergarten untergebracht war, Flüchtlinge in einer WG lebten und auch das Brettken sein Bühnen-Equipment hatte, ist von der Substanz „gut in Schuss“. 

Aufgerissene Decke: Hier gab es einen Wasserschaden.

Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz. Es steht aktuell leer, da ein großer Wasserschaden Kummer bereitete. Das Wasser war durch eine undichte Waschmaschine von der ersten Etage nach unten gedrungen. Die Decke wurde geöffnet, der Schaden sichtbar. Ein im Saal aufgestelltes Trocknungsgerät verhinderte, dass sich Schimmel bildete. 

Beton auf Obstkisten-Holz

Bei weiteren Untersuchungen entdeckte man neue Probleme: Nämlich Beton, der nur auf „Obstkisten-Hölzern“ liegt, wie es Ingenieur Holger Selve formulierte. „Das war der Grund, warum ein Statiker kommen sollte. Und dann mussten schnell alle raus.“ Jetzt wird bald über das Schicksal des Gebäudes entschieden. 

Ein Grund, warum Politiker von CDU, SPD und UWG einen Abstecher zur Hagener Straße 96 unternahmen. Die Schäden am Haus, das die Gemeinde Ende der 1980er Jahre kaufte, sind nach Ansicht des Gutachters kein Weltuntergang. Für die Variante nur Deckensanierung müssten etwa 150 000 Euro ausgegeben werden.

"Warum an der Bude festhalten?"

 „Wir haben so viel vor der Brust. Was sollen wir an der Bude hier noch lange festhalten?“, meinte UWG-Ratsherr Hans-Jürgen Hohage. Bauamtsleiter Dirk Röding widersprach: „Es ist eine Frage der Bausubstanz. Hier würde ich was abbrechen, was noch in Ordnung ist. Ich tue mich schwer damit. Das Gebäude hat einfach nur logistische Nachteile, keine Parkplätze zum Beispiel.“ 

Und so scheiterten auch alle Verkaufsversuche in der Vergangenheit: keine Zufahrt, schlechte Lage. An der Hagener Straße 96 zu investieren, um das Haus zu Wohnzwecken zu nutzen, kann man nach Ansicht aller Beteiligten vergessen. Unumgänglich wäre es dann auch, das Treppenhaus zu vergrößern. Es ist viel zu schmal. 

„Wir müssen uns auch von Immobilien trennen“, meinte SPD-Ratsherr Ronny Sachse und ergänzte: „Wir brauchen es als Nutzfläche auch nicht.“ Eine Möglichkeit wäre, es als Dependance des Amtshauses zu betrachten. 

Begegnungsstätte im Haus einrichten

Eine weitere Idee ist es, ein Haus der Vereine daraus zu machen. Etwas, das Sebastian Brinker (CDU) durchaus charmant findet: „Das Thema Begegnungsstätte ist gut.“ Und so wurde auch diskutiert, das Jugendzentrum und die Bücherei an die Hagener Straße 96 zu verlagern, um das attraktivere Gebäude an der Hagener Straße 7 zu verkaufen.

 „Eine Bücherei ohne Parkplatz?“, fragte Dirk Röding und findet das problematisch. Bei allen Überlegungen liegäugeln doch die meisten Kommunalpolitiker mit einem Abschied vom Haus an der Hagener Straße 96.

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