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iPads oder MS Surface Go2? Die Schulen und die Tablet-Frage

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Heidrun Mesenhöller ist für die Trinitatis-Kirchengemeinde jetzt im Schulausschuss und wurde von Klaus-Dieter Jacobsen in ihrem neuen Amt begrüßt.
Heidrun Mesenhöller ist für die Trinitatis-Kirchengemeinde jetzt im Schulausschuss und wurde von Klaus-Dieter Jacobsen in ihrem neuen Amt begrüßt. © fischer-bolz

Die Grundschule möchte gern mit I-Pads arbeiten, die Sekundarschule mit MS Surface Go2-Geräten für alle. Das sind die Neuigkeiten aus dem Schulausschuss, bei dem thematisch das digitale Zeitalter im Vordergrund stand.

Nachrodt-Wiblingwerde – Bisher war es so, dass die Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule sukzessive ab den 5. Jahrgangsstufen den Tableteinsatz erlernen. Dieses Konzept soll aber zukünftig von einem flächendeckenden Einsatz im Unterricht abgelöst werden. „Ihr möchtet komplett ohne eigene Geräte von Schülern arbeiten, es sei denn, jemand möchte unbedingt ein eigenes Gerät anschaffen?“, fragte Sonja Hammerschmidt (UWG) während der Sitzung nach, an der auch Rektorin Gudrun Reinecke-Bartelt und die didaktische Leiterin Jennifer Cormann teilnahmen. Genau so soll es sein.
In der Sekundarschule gibt es Tablet-Wagen zur Aufbewahrung der Geräte, die in der Schule verbleiben. „Im Moment ist es so, dass sich die Lehrer anmelden, die die Geräte im Unterricht nutzen wollen“, so Gudrun Reinecke-Bartelt. Jeder Lehrer könne sie in jedem Fach einsetzen. „Wir vertreten aber die Meinung, dass Lesen lernen nicht mit dem Tablet funktioniert, und man muss auch einen Stift in der Hand halten, Lineal und Bleistift. Wir arbeiten mit Tablets, wo es angebracht ist, aber die Mischung macht es“, findet die Schulleiterin. Das neue Konzept wurde bereits dem gemeinsamen Arbeitskreises der Sekundarschule den Vertretern aus Nachrodt-Wiblingwerde und Altena vorgestellt, „und wir finden das Konzept schlüssig“, meinte Regina Tschentscher, sachkundige Bürgerin der UWG.

80 Prozent Ausstattung

Matthias Lohmann, fraktionsloser Ratsherr und Leiter des Berufskollegs für Technik in Lüdenscheid, erinnerte an eine frühere gemeinsame Sitzung, als es „noch wilde Diskussionen“ um die Einführung digitaler Medien gab. „Es geht nicht um den Ersatz der Kompetenzbildung, sondern um zusätzliche Impulse und das Selbstverständlichmachen im Umgang mit digitalen Medien. Dass Kinder heute nicht mehr drum herumkommen, dürfte keine Frage mehr sein. Ich freue mich, dass es so eine Entwicklung nimmt.“
Die Ausstattung mit Surface Go2-Geräten ist augenscheinlich gesichert. Dabei kommt zur Hilfe, dass der Sekundarschule neben den 92 eigenen Surface-Geräte aus dem Sofortausstattungsprogramm in Kürze weitere 169 Geräte aus den anderen Schulen zur Verfügung stehen, da es an Grundschulen ein Systemwechsel zu Apple-Geräte gibt. Zudem wurden aktuell weitere 30 Geräte aus Nachrodt-Wiblingwerde über das Kontingent des Digitalpakts beschafft.
„Wir kommen auf knapp 80 Prozent Ausstattung“, erklärte Jennifer Cormann. Das geänderte Medienkonzept der Sekundarschule stieß bei den Schulausschussmitgliedern sodann auf breite Zustimmung.

I-Pads sind kompatibler

Auch die neuen Wege der Grundschule wurden mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Die Grundschule hatte sich eigentlich auch für MS Surface Go2-Geräte entschieden und sich an der Sekundarschule orientiert. „Sie war nicht so weit in ihrer eigenen Entscheidungsfindung, hat aber mittlerweile ihre Erfahrungen gemacht und den Wunsch an die Verwaltung herangetragen, auf I-Pads umzustellen“, so Kämmerin Gabriele Balzukat. Die Tablet-Ausstattung sei noch nicht so weit, sodass eine Umstellung gut möglich sei. Die Surface-Geräte würden an die Sekundarschule gehen.
„Durch die Corona-Zeit haben die Kollegen sehr viel dazugelernt, ganz viel ausprobiert. I-Pads sind für die Kinder leichter zu handhaben“, erklärte Grundschulleiterin Carsta Coenen.
Ein ganz großer Aspekt sei zudem das Arbeiten mit den digitalen Tafeln. „Von virtuellen Leseräumen bis zu Tagesplänen: Was sich da entwickelt hat, ist wirklich beeindruckend. Was fehlt, ist, dass wir die Schülergeräte mit der digitalen Tafel vernetzen können. Da ist es definitiv so, dass bei Surface-Geräten einiges nicht oder nur sehr schwer funktioniert. Da sind I-Pads definitiv kompatibler“, so Carsta Coenen. Bei der nächsten Schulausschuss-Sitzung möchten sich die Kommunalpolitiker die Arbeit mit den digitalen Tafeln einmal anschauen.

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