Vor Wintereinbruch kein Geld: Öl bestellt, aber nicht bezahlt

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Weil er die Rechnung für sein Heizöl nicht hatte zahlen können, hatte ein 54-jähriger Werkzeugmacher aus Nachrodt bereits im Oktober letzten Jahres am Amtsgericht in Altena erscheinen müssen. Gestern musste er erneut auf der Anklagebank wegen dieser Sache Platz nehmen.

Im Sinne des geschädigten Heizöllieferanten aus Lüdenscheid und auch des Angeklagten hatte Richter Dirk Reckschmidt im Oktober entschieden, das Betrugsverfahren vorläufig gegen eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 300 Euro einzustellen. Doch der arbeitslose Werkzeugmacher zahlte scheinbar wieder nicht.

In einer für ihn sehr schwierigen Lebenssituation nach Scheidung, Unterhaltszahlungen, dem Verlust der Arbeit und Lohn- und Kontenpfändungen hatte der Mann vor dem Winter 2010 Heizöl bestellt. Und das im Wissen, so der Vorwurf der Anklage wegen Betrugs, dass er die Rechnung über immerhin knapp 810 Euro nicht mehr würde zahlen können. Denn im September 2010 hatte der arbeitslose Mann bereits eine eidesstattliche Versicherung seiner Zahlungsunfähigkeit abgeben müssen.

„Mein Leben geht derzeit den Bach runter. Ich hatte schon angefangen zu sparen, aber es kamen immer mehr Kosten auf mich zu“, erklärte der bislang nicht vorbestrafte 54-Jährige dem Gericht beim ersten Verhandlungstermin niedergeschlagen, dass er zwar habe zahlen wollen, es aber nicht gekonnt hätte. Gestern zeigte er sich dann eher von einer ungehaltenen Seite, da er erneut und – wie er aussagte – zu Unrecht vor Gericht erscheinen musste. Er habe die Hälfte der Wiedergutmachung schon an den geprellten Heizöllieferanten überwiesen, konnte allerdings keinen Nachweis der Zahlung dieser 150 Euro vorlegen. Den Überweisungsträger habe er im Umzugsstress zu Hause liegen gelassen. Richter Dirk Reckschmidt gab ihm gestern noch einmal die Chance, binnen einer Woche den fehlenden Überweisungsträger vorzulegen. Kommt der 54-Jährige dieser Aufforderung nicht nach, könnte ihm bei einem weiteren Termin bei Gericht die Verurteilung wegen eines Betruges drohen. ▪ GrAn

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