Genehmigung trotz Klagen

Windräder im MK: Wintereinbruch verzögert Baustart

Zwei weitere Windräder sollen in Veserde entstehen.
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Zwei weitere Windräder sollen in Veserde entstehen.

Eigentlich sollte es nun losgehen mit den ersten Arbeiten zum bau von zwei weiteren Windrädern in Veserde. Und dann kam der Winter.

Nachrodt-Wiblingwerde – Am Montag (8. Februar) sollte es losgehen. Die Bagger sollten anrollen – und erste Tatsachen schaffen. Bauzäune und weitere vorbereitende Maßnahmen zum geplanten Bau zweier weiterer Windräder in Veserde getroffen werden.

Alle Unternehmen, die für den Bauauftakt sorgen sollten, waren bereit. Wegebau, Fundamente und Sicherungsarbeiten stehen auf dem Programm. Die beiden knapp 150 Meter hohen Windräder sollen im Wald zwischen Hohenlimburg und Veserde entstehen.

Winter: Baustart „macht absolut gar keinen Sinn“

Geplant ist der Bau von zwei Anlagen vom Typ Enercon E-92 EP3. Diese sollen eine Gesamthöhe von jeweils 149,90 Metern haben und über eine Leistung von 2,35 Megawatt verfügen.

Doch dann kam der Winter. „Bei der Wetterprognose macht das einfach absolut gar keinen Sinn“, sagt Jörg Kohberg von der Investorengemeinschaft Naturstrom Veserde. „Die kommenden Tage ist massiver Dauerfrost gemeldet. Da kann man einfach nichts machen. Das wäre absoluter Quatsch“, sagt Kohberg.

Windräder: Baugenehmigung gilt

Derweil formatieren sich die Windkraftgegner neu. Sowohl die Gemeinde als auch die Stadt Hagen planen einen Eilantrag gegen die Errichtung der zwei Windräder im Grenzgebiet. Aufgrund des neuen Investitionsbeschleunigungsgesetzes, das im Dezember in Kraft trat, gibt es seitens des Kreises derzeit eine gültige Baugenehmigung.

„Die aktuelle Baugenehmigung gilt. Die Investoren dürfen mit der Errichtung der beiden Anlagen beginnen“, bestätigt Ursula Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreises, auf Anfrage.

Eilantrag: Gericht prüft Erfolgschancen

Allerdings erfolge ein Baubeginn auf eigene Gefahr. „Wir wissen ja, dass die Gegner weitere Klagen beziehungsweise Anträge einreichen werden. Aber bis diese dem Gericht vorliegen und entschieden wurden, können die Arbeiten erfolgen. Was am Ende das Gericht entscheidet, weiß ja keiner“, erklärt Erkens.

Der Rat der Gemeinde wird am 15. Februar darüber entscheiden, ob ein Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung gestellt wird. Durch den Antrag würde das Gericht eine Interessenabwägung vornehmen. Im Kern würden sich das Interesse der Naturstrom Veserde GmbH und des Märkischen Kreises an einem Vollzug der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung und das Interesse der Gemeinde an einer Außervollzugsetzung bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren gegenüberstehen. Einfach gesagt würde das Gericht die Erfolgschancen der aktuellen Klage prüfen.

Baustart, sobald das Wetter es zulässt

Am Donnerstag (4. Februar) entschied sich auch die Stadt Hagen einen, solchen Eilantrag einzureichen. Mehrheitlich sprachen sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses für die Erstellung eines entsprechenden Antrags aus. Damit soll auch verhindert werden, dass die Investorengemeinschaft mit dem Baubeginn Tatsachen schafft.

Bis die Anträge erstellt und entschieden sind, können nach Expertenmeinung noch Wochen und Monate vergehen. Das erklärte Dr. Martin Schröder, Rechtsanwalt der Doppelgemeinde, jüngst in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses. So lange werden die Investoren nicht warten. „Sobald es das Wetter zulässt, werden wir loslegen. Das ist sicher“, betont Jörg Kohberg.

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