Trotz Rechtsstreits

Windräder in Veserde: So läuft‘s auf der Baustelle

Windräder in Veserde: Der Bau von zwei weiteren Windrädern läuft.
+
Windräder in Veserde: Der Bau von zwei weiteren Windrädern läuft.

Keine Sitzblockaden, keine verbalen Angriffe: Der Bau von zwei weiteren Windrädern in Veserde läuft friedlich. Derweil warten die Gegner sehnlichst auf Nachrcht vom Gericht.

Nachrodt-Wiblingwerde – Niemand hat sich vor einen Bagger geworfen und protestiert: „Es gab bisher keine Vorfälle dieser Art“, sagt Jörg Kohberg von der Investorengruppe „Naturstrom Veserde“. Allerdings haben Unbekannten von einer Walze Diesel abgezapft.

Die Tiefbauarbeiten für den Bau von zwei Windrädern sind abgeschlossen – zwei Wochen schneller als gedacht. Zudem sind die Wege zu den Bauplätzen ausgebaut, 4,50 Meter breit und freigeschnitten.

Spaziergänger zeigen Wohlwollen

Am Dienstagmittag (20. April) fand eine Baubesichtigung mit der Firma Enercon statt. Jetzt geht es um die Frage des Fundamenttyps, die Bodenverhältnisse werden erneut geprüft. Gebaut werden zwei Anlagen vom Typ Enercon E-92 EP3 mit einer Höhe von jeweils 149,90 Meter, die Strom für rund 3000 Haushalte liefern sollen.

Die Wege sind gemacht: Der Bau von zwei weiteren Windrädern läuft.

Während der Bau voranschreitet und sich nach Aussage von Jörg Kohberg Spaziergänger nur wohlwollend äußern und sich aufgrund der schönen Aussicht an den neuen Windrädern Sitzbänke wünschen würden, hoffen sowohl Windkraftgegner als auch die Gemeinde auf einen Baustopp.

„Wir können das Gericht ja nicht treiben“

Das Verfahren ist so langwierig wie kompliziert. Die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde und die Stadt Hagen klagten gegen den Märkischen Kreis, der am 30. März 2020 die Genehmigung für den Bau der Windräder erteilt hatte. Diese Klagen hatten eine aufschiebende Wirkung bis zu dem Zeitpunkt, als das Investitionsbeschleunigungsgesetz im Dezember vergangenen Jahres in Kraft trat.

Der Gesetzgeber traf damit eine Grundsatzentscheidung, dass der Ausbau der Windenergie grundsätzlich im öffentlichen Interesse liegt. Die Baugenehmigung gilt nun wieder. Hoffnungen setzen Gemeinde und Windkraftgegner nun auf einen gestellten Eilantrag gegen die Baumaßnahme. Mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes darüber hatte man eigentlich um Ostern herum gerechnet. „Wir können das Gericht ja nicht treiben und müssen warten“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare