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Windräder: Privatkläger warten auf das Urteil

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Als bedrohlich empfinden die Windkraftgegner die Windräder in vielerlei Hinsicht.
Als bedrohlich empfinden die Windkraftgegner die Windräder in vielerlei Hinsicht. © © Andreas Rother

Die Gerichtsverhandlung hat stattgefunden, ein Urteil gibt es indes noch nicht. Von den neun Privatklägern gegen die Veserder Windräder waren nur zwei in Arnsberg. Und einer sagt auch, warum.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es wird wahrscheinlich die letzte Runde im juristischen Streit um die Windräder in Veserde gewesen sein: Mit neun Privatklagen beschäftigte sich das Verwaltungsgericht in Arnsberg in dieser Woche. Nach einer zweieinhalbstündigen Sitzung, an der neben den Anwälten nur zwei der neun Kläger, Vertreter des Märkischen Kreises als Beklagte und drei Mitglieder der Investorengruppe „Naturstrom Veserde“ als Beigeladene teilnahmen, zog sich das Gericht zur Beratung zurück. „Das Urteil wird den Beteiligten aller Voraussicht nach innerhalb der nächsten zwei Wochen zugestellt“, sagt Hellen Fischer, Richterin am Verwaltungsgericht.

Keine Hoffnung

Obwohl das Urteil noch nicht vorliegt, hat Dirk Preising die Hoffnung eigentlich aufgegeben, dass zugunsten der Kläger entschieden wird. Er gehört zu den Windkraftgegnern, die seit vielen Jahren gegen das Projekt kämpfen und ist selbst einer der Kläger. Er war nicht in Arnsberg und sagt: „Unser Rechtsstaat funktioniert doch nicht. Die Baugenehmigungen wurden doch im Nachhinein passend gemacht. Und heute, in der Lage der Energieknappheit, wie soll man sich dagegen wehren?“, ist der Veserder desillusioniert. Die Energiewende, so ist er sich sicher, wird man aber auf keinen Fall mit Windrädern schaffen. Dirk Preising hat eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach zu Hause, die seit acht Jahren arbeitet. „Ich habe seit April keine zusätzliche Energie gebraucht. So kann jeder für sich etwas machen. Aber wenn ich ein Geschäft damit machen will, dann läuft etwas falsch“, findet Dirk Preising, der auch auf Solarthermie setzt.

Klage nicht zurückgezogen

In einer Zeit, in der es erklärtes Ziel ist, rund zwei Prozent der Fläche Deutschlands für Windkraftanlagen zu reservieren, erscheinen Klagen dagegen wie ein Kampf David gegen Goliath. Selbst die Aushebelung der Abstandsregeln steht zur Debatte. Trotzdem hat Dirk Preising seine Klage nicht zurückgezogen. „Warum sollte ich das tun? Die verunstalten unseren Wohnort. Kommen noch weitere Windräder, muss ich hier wegziehen. Setzen Sie sich mal hier hin, wenn Windstärke vier ist“, sagt Dirk Preising und erzählt von heftigen Geräuschbelästigungen. „Das erzählen alle Anwohner, aber die sind ja alle bescheuert.“ Er warte das Gerichtsurteil jetzt ab.

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